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Eitler Berg
Nach nur einer Stunde war ich am Vorjahrescamp am kleinen See. Ich stellte mein Zelt auf und fotografierte erneut den sich merkwürdigerweise auch in diesem See spiegelnden Mount Monolith. Der Bursche scheint ziemlich eitel zu sein, dass er sich in jedem daher gelaufenen See spiegelt. Tja Andre, der Boden hier war noch genauso uneben, wie im vergangenen Jahr und ich musste erst mein Zelt versetzen, bevor ich mich in angenehmer Liegeposition dem Schlaf hingab. |
Mount Monolith
Als ich wach wurde, war der Himmel schon wieder blau, der alte Säufer der. Das war mir schon fast unheimlich. Also startete ich die nächste Fotoaktion. In den drei Tagen verknipste ich etwa zehn Filme a 36 Bilder. Aber immerhin hatte ich vier Jahre auf dieses Wetter warten müssen. Gegen 11 Uhr wanderte ich los. Auf der rechten Bergflanke stieg ich hoch hinauf, um dem dichten Busch zu entgehen. Viel einfacher war es nicht, aber ich hatte einen anderen Blickwinkel. Ich ging rauf und runter, um breite, steile Rinnen zu umgehen. Außerdem stieg ich mehrmals über Felder von riesigen Felsen. Von Stein zu Stein hüpfte ich dabei, in der Hoffnung, dass die alle sicher lagen. Wenn nicht und einer kippte, verlagerte ich schnell das Gewicht und sprang zum nächsten Felsen. |
Rückweg im Regen
Schließlich ging es oben am Hang nicht mehr weiter und ich stieg hinunter ins Tal, wo mich der dichte Busch mit hämischer Freude begrüßte. Wir beide, Busch und ich, spielten das altbekannte, neckische Pfad-verlier- und Pfad-wiederfind-Spiel. Das liest sich jetzt locker-lustig, aber ich kämpfte mich richtiggehend durch die hohen, dichten Sträucher. Schließlich fand ich den Pfad und hielt ihn über lange Zeit, von wenigen Metern mal abgesehen. Zum wiederholten Mal erschloss sich mir die Erkenntnis, um wie viel einfacher es ein Weg macht, durch diese Wildnis zu gehen und wie schwer es die Pioniere dagegen hatten. Trotzdem zog sich meine Rückwanderung. Der Himmel bewölkte sich und nach kurzer Zeit nieselte es. Meine Kleidung nahm diese Feuchtigkeit an. So kannte ich die Tombstones! Deshalb ließ ich die Wanderboots an, als ich den Fluss überquerte. Waren eh nass. |
Im Upper North Klondike River Valley
Kurz vor dem Campground führte der Weg durch dichte Büsche und Sträucher. Die hatten sich mittlerweile mit Regenwasser voll gesogen, das auf mich fiel, als ich mit meinem großen Rucksack daran vorbei streifte. Nun hatte ich keinen trockenen Faden mehr am Leib. Doch ich war auf dem Rückweg und die geheizte Schutzhütte war nah, an der ich meine Kleidung wechseln und mich ausruhen konnte. Dort traf ich auf zwei Tschechen und erzählte mit ihnen. Die nasse Kleidung wurde gewechselt und ich hängte sie zum Trocknen in Ofennähe. Ich gab meinen Bärenkanister ab und erzählte mit der Rangerin in spe. Sie kannte Dick Brost aus Keno City, der eine Hütte in den Ogilvie Mountains hat. Sie meinte, dass das Loon, das ich am Divide Lake gehört hatte, wahrscheinlich ein Stern- und nicht der normale Eistaucher war. Die kämen hier vor und ihr Ruf klänge etwas anders, als der des gemeinen Eistauchers. |
Literarische Soiree am Zeltplatz
Ich ging zurück zum Shelter, der sich langsam füllte. Ich erzählte mit einem Pärchen aus Haines Junction, das mir von seinem Chili abgab (ich hätte auch so mit denen erzählt). Ich war zu kaputt zum Kochen und feierte mein Tombstone-Erfolgserlebnis mit zwei Bieren. Plötzlich stürmte eine ganze Gruppe in den Shelter: Junge Autoren aus Dawson City gaben ausgerechnet an diesem Abend eine Lesung im Shelter und natürlich mussten einige ihrer Eltern dabei sein. Dieses kulturelle Ereignis durfte ich selbstverständlich nicht versäumen und blieb. Nachdem ich die letzten drei Tage alleine in der Wildnis war, saß ich jetzt mit etwa 40 anderen in einer engen Hütte in den Tombstones. Und es wurde erneut eine echte Yukon Erfahrung. |
Zuerst zeigte ein Japaner auf seinem Laptop eine mit Musik hinterlegte Diashow seiner besten Bilder von der Umgebung (tut mir leid, dass ich hier ein Klischee bedienen muss, aber es war wirklich so). Fantastische Aufnahmen, aber für mich nicht mit dem tollen Gefühl zu vergleichen, nach einem harten Wandertag einsam in der Natur die Schatten der Tombstones im spiegelglatten Divide Lake länger werden zu sehen. Anschließend gab es eine Kurzgeschichte, einen Kurzfilm im Stile von „Blair Witch“ (also eher schlecht), Gedichte, noch mehr Kurzgeschichten und zum Abschluss einen Sketch. Ich schob es auf meine Müdigkeit und meine mangelnden Englischkenntnisse, dass ich keinen rechten Zugang zu dieser Soiree fand. |

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