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Eine Reisereportage von Gerhard Maucher

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Im Norden von Thailand unterwegs, das goldene Dreieck
Im 50 km/h Tempo schaukelte uns der Zug nach Norden, aus der Ebene Bangkoks, hinauf nach Chiang Mai. Für die 700 km werden fast 15 Stunden benötigt, doch der vollklimatisierte Wagen macht die Fahrt erträglich, schon etwas zu kalt ist die Klimaanlage aufgedreht. Der Fahrtpreis für diese lange Strecke betrug cirka 25 DM, der air-conditioned Bus kostet im Vergleich 15 DM und ist erheblich schneller. Es ist zu Beginn der Trockenzeit und bereits hat die Sonne die karge Busch- und Waldlandschaft ausgedörrt. Chiang Mai war der Ausgangspunkt zu einer fünftägigen Trekking-Tour zu den Bergvölkern Lahu und Karen.Im Grenzdreieck Thailand, Burma, Laos leben neben den Lahu und Karen noch zahlreiche Bergvölker mebr: die Lisu, die Akha, die Shan, die Yao, die Muser, sowie chinesische Flüchtlinge. Die Touren sind alle organisiert, es gibt zahlreiche travel-tours Agenten und Touren für jeden Geschmack. Von der Tour im vollklimatisierten Bus, wobei die Bergvölker für ein Foto an den Bus beordert werden, bis zur Abenteuertour mit Elefantenreiten, Flussfahrt auf einem selbstgebautem Bambusfloß und bewaffneter Begleitung, da die Tour durch Gebiete führt, wo sich Shan-Armee und bewaffnete Kräfte der KP Burma um die Herrschaft über den Drogenmarkt im goldenen Dreieck von Opium und Heroin streiten. Wir wählen mit unserer Tour das Mittelmaß. Tum, unser Pührer, Neffe von Mr.Lek, dem Besitzer des Je t'aime Guesthouse, instruiert uns am Vortag der Tour, was mitzunehmen sei: lange Hose, Pullover, Sportschuhe, und er händigt uns kleine Rucksäcke und Trinkwasser aus. Das Essen trägt er, es muss von Chiang Mai aus mitgenommen werden.Die Besetzung der Tour war auch komplett, es begleiten uns Karin und Ann, zwei Schwedinnen, Domenic und Denise aus Frankreich, sowie Sabine und ich.

  Ban Mai  

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Nach einer einstündigen Anfahrt mit dem Minibus ging es zu Fuß weiter.Tum führte uns abseits des Hauptpfades durch schattigen Bambuswald, teilweise auch durch Bergdschungeldickicht, vorbei am ersten Lahu-Dorf Ban Mai, das bedeutet „neues Dorf“ mit dem daneben liegenden Hauptdorf Lahuna Ban Huimong zu einem Rastplatz an einem Wasserfall. Das Dorf Ban Mai hatten wir nur im Vorbeigehen betrachtet, denn um die Mittagszeit waren alle Männer auf dem Feld tätig und so nur wenige Frauen und Kinder im Dorf zu sehen. Die Lahu bauen Reis, Mais und Opium an.

  Trekking-Tour  

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Nach der Rast und einem erfrischenden Bad am Wasserfall ging es den Bachlauf entlang, wobei nasse Schuhe und Füße nicht ausblieben, denn unzählige Male querten wir von Stein zu Stein hüpfend den Bach, wobei jeder Fehltritt die besagten nassen Füße bedeutete. Teilweise mussten wir auch, weil der Weg keine Fortsetzung am Ufer fand, durch den Bach watend vorangehen. Und schließlich wurden sogar ein wenig Kletterkünste verlangt, um über Felsen aus der Enge der Bachschlucht heraus zu gelangen. Eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir unser Tagesziel, das Lahu-Dorf Lahuna Ban Doimod. Inzwischen war aucb Mr.Lek und Tums jüngerer Bruder Map ins Dorf gekommen, sie waren mit dem Motorrad gefahren.

  Lahu-Dorf Lahuna Ban Doimod  

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Während Tum kochte, ein unter diesen Bedingungen hervorragendes Mahl, bestehend aus Suppe, Reis, verschiedenem Gemüse,zum Nachtisch Bananen, unterhielten wir uns mit Mr. Lek, der über die Sitten und Gebräuche der Bergvölker zu berichten wusste. Deshalb lernten wir auch in Anbetracht der kargen Speisekarte der Bergvölker das mitgebrachte Essen zu schätzen. Die Karen, die wir am nächsten Tag besuchen sollten, essen zum Beispiel Ratten, die Akha Hunde. Die Lahu halten sich durch das Opium kräftig,das sie vor und nach der Feldarbeit, übrigens zur Vorbeugung gegen Fieber und nicht zu ihrer Berauschung rauchen. 95 % der Lahu rauchen Opium. Die thailändische Regierung versucht den Opiumanbau zu unterbinden, brennt Felder nieder, beziehungsweise startet Programme, um Ersatzfrüchte anzubauen. Sie versucht auch die als ungebildet und rückständig geltenden Bergvölker aus ihren angestammten Plätzen in die sogenannten kultivierten Dörfer und Städte umzusiedeln, sie unter ihre Kontrolle zu bringen. Jedoch mit wenig Erfolg. Diese wollen ihr althergebrachtes, über Jahrhunderte überliefertes Leben leben.
Die Lahu sind ein Wandervolk, sie brandroden die Ackerfläche und ihr Haus in Bambusbauweise muss der Tradition folgend in einem Tag fertiggestellt werden, um die Wohnstätte nicht durch einen bösen Fluch auf immer zu belasten.
Alle Bergvölker sind untereinander und auch uns Fremden gegenüber freundlich eingestellt. Das konnten wir selbst feststellen. Ein lächelnder Biick zur Begrüßung und nachdem wir unser erstes Da-vi-jo, was je nach Situation soviel heißt wie Hallo, Wiedersehen oder Dankeschön, gerufen hatten, kam ein ebenso freundliches Da-vi-jo zurück. An Tieren halten die Lahu auch für den Eigengebrauch Schweine, Rinder, Hühner, wobei sie die Schweine von den Karen abkaufen, da diese selbst kein Schweinefleisch essen, jedoch Schweine züchten. Die Karen sind ebenso wie die Lahu Animisten. Sie rauchen kein Opium,sondern brennen aus Reis und Mais Schnaps mit 4Q Volumenprozent und mehr. "95 % von ihnen trinken diesen",meinte dazu Tum

  Lahu-Mutter mit Kind  

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© Gerhard Maucher
Thailand ist ein Spezialgebiet von Gerhard Maucher.





Leserkommentare:

Toller Bericht, sehr informativ.
Ich freue mich auf meine nächsten Thailand-Trip.
Petra(Verfasser: Petra S.)

sehr gut

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