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| Einmal dem höchsten Berg der Erde, dem 8848 m hohen Mount Everest, nahe sein, war das Ziel meiner Reise. Die Sherpa nennen ihn eigentlich Chomolungma, was mit „Muttergöttin der Welt“ übersetzt wird. Der offizielle nepalische Name ist Sagarmatha. Dazu hatte ich eine 23-tägige Trekkingtour zum Everest Basislager auf 5400 Metern gebucht. Schon die Reiseunterlagen des Veranstalters warnten vor der Höhenkrankheit mit Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und Wachträumen. Einzige Gegenmaßnahme ist der schnelle Abstieg auf eine niedrigere Höhe, sonst kann die Höhenkrankheit zum tödlichen Lungen – oder Cerebralödem führen. Schon bei früheren Touren über 5000 Meter hatte ich leidvolle Erfahrungen mit diesem Phänomen gemacht. Doch ich hoffte durch langsame Höhenanpassung und reichliche Flüssigkeitszufuhr dieses Mal alles im Griff zu haben. Die Kondition stimmte, wie ein Marathon zwei Wochen vor der Abreise gelaufen, bewies. |
Wenige Tage vor meiner Abreise titelte die „Nepali Times: Träger in Sorge“ und berichtete vom Rückgang der Trekking-Touristen seit dem Scheitern des Friedensprozesses mit den aufständischen Maoisten. Deren Angriffe mögen zwar nicht auf Trekking-Touristen abzielen, trotzdem landen seitdem auf dem neuen Flughafen in Lukla statt gewöhnlich 15 Flüge täglich nur noch fünf aus Kathmandu. Zu ihrer Sorge über ein Einkommen und ihre Sicherheit in den ländlichen Gebieten kommt, dass von manchem Trinkgeld, das die Touristen den Bergführern geben, die Träger keinen Pfennig sehen. Zurzeit unseren Aufenthalts allerdings waren die Flüge nach Lukla mehr als zahlreich und das für die Träger bestimmte Trinkgeld wurde ihnen persönlich übergeben. Vor 50 Jahren wurde das Dach der Welt von Sir Edmund Hillary und dem Sherpa Tenzing Norgay erstmals bezwungen. Es gibt auf der Erde 14 Gipfel über 8000 Meter. Sie alle gehören zu dem phantastischen 1500 km langen Gebirgszug Himalaya. Himalaya bedeutet Heimat des Schnees. Das Ziel von Everest-Wanderungen ist entweder das Everest-Basislager oder Kala Pattar mit einem herrlichen Everestblick, 5545m hoch an der Südflanke des Pumo Ri. Im Oktober ist die Hochsaison für Trekker. Der Wetterbericht sagt für die Ankunft in Kathmandu zwischen 14 und 28 Grad Celsius voraus. Auf 3000m sind die Höchsttemperaturen jetzt bei 12 Grad, auf 5500m bei minus 7 Grad. Das 1350 m hoch gelegene Kathmandutal liegt übrigens auf dem gleichen Breitengrad wie Florida.
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Cafe Patan
Zum Begrüßungsabend wird Rakshi ausgeschenkt |
Mit der letzten Maschine des Tages um 22.30 Uhr starten wir in München. Nach einem Zwischenstop am frühen Morgen in Doha überqueren wir am Nachmittag den westlichen Himalaya beim Anflug auf Kathmandu. Zwischen Quellwolken ragen Annapurna und andere Gipfel heraus, Später leuchtet der Langtang im Abendlicht über Kathmandu, das wir vom Flughafen auf unserem Weg zum Hotel Zenith in Patan durchqueren. Samstags haben die meisten Geschäfte und Büros geschlossen und es ist nur wenig Verkehr unterwegs. Zum Begrüßungsabend in einem typisch nepalesischen Cafe Patan und Restaurant sind alle dabei: neben Mane Härtl unser Führer Iswor. Manfred aus Freiburg, Clemens aus Braunschweig, Eva und ihr Mann Gustav aus dem Taunus, sowie Peter aus Landau und ich vom Bodensee bilden die Everest-Gruppe. Drei Leute gehen rund um den Annapurna und zwei sind als Kulturtouristen dabei. Das Essen ist urig. Nach und nach werden ganz unterschiedliche Speisen für alle aufgetischt: pokhara Gemüseküchlein, momo Teigtaschen mit Fleischfüllung, Wasserbüffelchili, etwas zäh, Hähnchenchili, Yak-Käsebällchen und zum Schluss noch Rakshi, Reisschnaps, na denn Schascha oder Prost. |
Für einen Trekkingtouristen, der wie ich der Tour zum Everest Basislager entgegenfiebert, ist dieser erste Besichtigungstag in Kathmandu und Patan ganz schön anstrengend. Gut, die 365 Stufen hinauf zum Monkey Tempel mit der Stupa von Swayambunath kann man noch als Training verbuchen. Von einer Anhöhe westlich von Kathmandu blicken die aufgemalten, alles sehende Augen von vier Seiten auf die Besucher herab. Die weiße Halbkugel , die den Turm trägt, versinnbildlicht die Elemente Erde Feuer Luft und Wasser. Zur Turmspitze sind Seile gespannt, an denen bunte Gebetsfähnchen im Wind flattern. Die Gläubigen gehen im Uhrzeigersinn um den Stupa, drehen Gebetsmühlen, läuten die Glocken und opfern einem goldenen Buddha Gaben wie Reis Blüten oder Geldscheine, die im ewigen Feuer verbrennen. Der Durbar Square bezeichnet den historischen Stadtkern mit Dutzenden von Tempeln der Malla Könige, deren Dynastie im 14. Jahrhundert begründet wurde. Obwohl wir uns im Schnelldurchgang wie die vielen anderen Touristengruppen auch auf die wichtigsten Götter Brahma, Shiva und Vishnu beschränken, haben wir nach einem Gang durch die engen, winkligen Gassen des Marktes mit seinen vielen bunten Stoffen die Mittagspause mit einem erfrischenden Getränk und einer stärkenden Mahlzeit herbeigesehnt.
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Inzwischen waren wir im Touristenviertel Thamel angelangt, wo man sich auch mit jeder benötigten Ausrüstung zur Trekking- oder Bergtour eindecken kann. Zurück im Hotel geht es gleich zu Fuß weiter in Patan, von den Einheimischen Lalitpur oder Stadt der schönen Künste genannt. Die berühmtesten und talentiertesten Künstler vom Stamm der Newar sind hier geboren. Das traditionelle Hand- und Kunstwerk hat in Patan seinen Ursprung. Der Patan Durbar Square mit seinem Königspalast wurde ebenso wie der Hanuman-dhoka Durbar Square in Kathmandu von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Goldene Dächer auf ziegelroten Bauwerken bilden den Königspalast. Zwei aus Messing gearbeitete weibliche Figuren einer Ganga auf einer Schildkröte und einer Jamuna auf einem Krokodil sind im Taleja-Heiligtum neben filigran gearbeiteten Holzfenstern zu sehen. Das "beste Museum", so Lonely Planet beherbergt auch ein sehr ruhiges Museumscafe. Das hatte am Abend geschlossen und so versammeln wir uns nach einer letzten Besichtigung auf der Dachterrasse im Tempelrestaurant zum Abendessen.
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Trotz unruhiger durch Hundegebell gestörter Nacht ist um 4.30 Uhr Wecken, 5 Uhr Frühstück und 5.45 Abfahrt zum Flughafen. Wir wollen mit einer der ersten Maschinen nach Lukla fliegen, da gewöhnlich die Sicht ab Mittag nicht für eine Landung reicht. Trotz Müdigkeit bin ich während des 40-minütigen Fluges zu aufgeregt, um ans Schlafen zu denken. Der erste Anblick der weißen Himalayaspitzen mit Everest steht bevor. Die Sicherheit und Landung ist nachdem die Schotterpiste dieses Jahr durch Asphalt ersetzt wurde, kein Problem. Unsere erste Halbtagesetappe liest sich im Programm als einfach: von Lukla auf 2850m nach Phakding 2600m. Meist bergab ist der Weg breit und gut zu gehen. Auch wenn ab und an eine Karawane von Lasttieren, Zopke, - eine Kreuzung von Kuh und Yak entgegenkommt oder zu überholen ist. Alle Nase lang wartet ein Shop, ein Restaurant auf Gäste, die heute Glück haben, denn die Zahl der Trekker und Träger bergauf und bergab gleicht einer Autobahn. Nach drei Stunden am Ziel in der Snowland Lodge stellen wir definitiv fest, dass eine unserer blauen Gepäcktaschen fehlt. Tanja war die Unglückliche. Sie und Thomas begleiten uns auf einem Teil der Tour und werden aber früher zurückgehen. Bis einer der Träger in Lukla nach der Tasche geschaut hat, warten wir fast auf das Essen, das nur auf einer Kochstelle den Bestellungen nach abgearbeitet wird. Zudem ist auch noch das Gas alle. Mit großer Erleichterung wird abends der Träger begrüßt, der die Tasche bringt. Sie kam mit dem nächsten Flugzeug in Lukla an. Das Abendessen dauert auch, aber wir haben Zeit bis zum Schlafengehen. Na denn Suba radtri -gute Nacht! |
Blick auf Namche Bazar
Namche Bazar ist der zentrale Handelsort im Everest-Khumbugebiet. Jeden Samstag findet dort ein großer Markt statt. |

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