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Das Omo-Valley im Süden Äthiopiens wird auch als "Museum der Völker" bezeichnet. Auf engstem Raum leben hier 20 verschiedene, völlig eigenständige und unterschiedliche, teils exotische Stämme wie etwa die Mursi mit den Tellerlippenfraun oder die Karo.
Im Vorjahr hab ich den landschaftlich grandiosen und kulturell hochinteressanten Norden von Äthiopien besucht. Es war eine Reise in ein wunderschönes Land mit unglaublich freundlichen Menschen. Heuer wollte ich in den vorallem in den ethnologisch interessanten, touristisch aber kaum erschlossenen Süden des Landes.
Ich hab mich schon bald für eine Kleingruppenreise angemeldet und irgendwann im Juni kam das OK von Pineapple-Tours. Die letzten 14 Tage kamen Sorgen auf, da überall über ungeheure Fluten in ganz Afrika und auch in Äthiopien zu hören und zu lesen war.
Blöderweise habe ich bei der Buchung vergessen zu sagen, daß ich ab München fliegen will. Da es zwischen 22h und 5h früh keinen Zug von Attnang nach Wien gibt, hab ich mich zur Übernachtung im Flughafenhotel Wien entschlossen. War recht praktisch und angenehm, mit 110€ aber doch ganz schön teuer. |
Flug über den Nil
Die Flüge waren auf KLM gebucht, meiner Meinung nach, derzeit eine der besten Linien überhaupt. Vom Flughafenhotel aus kam man gleich unterirdisch in die Abflughalle. Der Flug von Wien nach Schipol war auch schnell heruntergesessen. Schon im Vorjahr hat mir der Flug von Amsterdam nach Karthoum gut gefallen. So hab ich mir, entgegen meinen Gewohnheiten, einen Fensterplatz geben lassen.
Schon der Flug über die schneebedeckten Alpen war atemberaubend. Dann gabs ein recht gutes Essen und auch das Getränkeservice war ganz was anderes als mit der Malaysia bei meiner heurigen Frühjahrsreise. Ein paar Stifterl sei dank, hab ich dann ein paar Stunden geschlafen. Munter wurde ich, als wir gerade Afrika erreicht hatten. Es ging lange Zeit über die Sahara bis wir vor Karthoum den Nil erreichten. Der Landeanflug im letzten Tageslicht war wunderschön. In Karthoum dann eine Stunde Tankpause in der Maschine und dann noch einmal eine gute Stunde Flug nach Addis Ababa.
Im Airport hab ich schnell 200€ gewechselt und hab es dann bei der Paßkontrolle zielsicher wieder geschafft, mich in der Reihe anzustellen, wo es am längsten gedauert hat. Dafür war dann das Gepäck schon da, seit dem Vorjahr für mich auch keine Selbstverständlichkeit mehr.
Beim Ausgang wachelte schon der Guide Deraje und ich traf auch die beiden Mitreisenden, zwei recht nette und lustige Innsbruckerinnen. Die nächste Überraschung war dann, als wir in einen nagelneuen Toyota Landcruiser von "Greenland-Tours" kletterten. Ein 100.000€ Auto hätt ich mir in einem der ärmsten Länder der Welt eigentlich nicht erwartet. Wir fuhren ins Hotel de Leopol, etwas abseits der Bole Road. Ich war vom Flug doch recht müde und legte mich nach ein paar Bierchen in der Hotelbar schon früh aufs Ohr.
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Am Entoto-Berg
Am nächsten Tag begann unsere Tour so richtig. Addis Abeba war gegenüber dem Vorjahr kaum wiederzuerkennen, die ganze Stadt war vollbehängt mit äthiopischen Fahnen, ein Überbleibsel der Milleniumfeiern 14 Tage zuvor. Wir fuhren die Bole Road runter, über den festlich geschmückten Masqual-Square und rauf zum Arat-Kilo, dann weiter den Entoto-Berg hoch zur Marienkirche. Da Sonntag war, waren recht viele Christen in und um die Kirche. Leider wars etwas nebelig und vom View-Point aus war von der Stadt nicht viel zu sehen. Wir fuhren runter, durch den Mercato, einem der größten Märkte Afrikas und bogen dann auf die Straße Richtung Harar ab. Ein paar Kilometer gabs sogar eine vierspurige Autobahn, wohl die einzige in Äthiopien. |
Rift Valley
Debre Zeyt ist ein Ausflugsort für die Einwohner von Addis. Es sind viele Pferdefuhrwerke unterwegs und wir kamen dort in einen gröberen Stau. Der Ort liegt an mehreren Kraterseen und an einem dieser Seen war ein christliches Fest. Tausende Menschen strömten gut gelaunt an unserem Jeep vorbei. Schlußendlich erreichten wir doch Mojo. Dort gabs eine kurze Mittagspause in einem Touri-Lokal. Wir bogen von der Straße nach Harar rechts ab und fuhren durch fruchtbares Oromo-Land ins Seengebiet des Rift-Valley. Angebaut wird hier vorallem Taff, ein endemisches Getreide das die Basis für die Injera, dem äthiopischen Nationalgericht, bildet. Die Straße war meist schnurgerade, oft gings 10km ohne Kurve geradeaus. Sowas nervt gewaltig und daher gabs zwischendurch immer wieder ein kleines Nickerchen. |
Rift Valley
Wir fuhren weiter zu einem View-Point wo man bei gutem Wetter einen recht schönen Blick auf den Lake Abyata den Lake Shala hätte. Leider wurde das Wetter immer schlechter. Trotzdem fuhren wir auf einer üblen, teilweise nicht mehr erkennbaren Piste runter zu den Ufern des Lake Abyata, da sich dort gewöhnlich größere Schwärme Flamingos aufhalten. Wir haben sie schließlich auch gefunden. Die Entfernung war aber zu weit zum Fotografieren, außerdem hats inzwischen zu schütten begonnen und niemand wollte schon am ersten Tag die Kamera riskieren. Wir fuhren wieder zurück zur Hauptstraße und hatten dann noch 15 km auf unbefestigter Straße zu unserem Camp am Lake Langano. Das Camp war recht urig, die Zimmer in den kleinen Rundhütten waren im Dschungel verteilt. Beim Abendessen gab uns unser Guide, Deraje, einen kleinen Überblick über die Reise und fragte uns, ob wir die Leute im Süden fotografieren wollten. Ein Foto koste 2 Birr (etwa 20cents). Klar wollten wir das, und zwar so viele wie nur möglich, deswegen waren wir ja da. |
Langano-See
Am nächsten Morgen beim Frühstück hats wieder etwas geregnet und wir fuhren zunächst die Piste vom Vortag zurück. Ein vorne und hinten offener Container diente als Brücke. Um da durchzukommen mußte das Dachgepäck vom Jeep runter und wir hatten ein bißl Zeit uns die Füßte zu vertreten und zu fotografieren. Wir gelangten nach Shashemen, einem Hauptort der südlichen Oromo-Region. Dort sollen die Rastafaris leben, gesehen haben wir freilich keine. Dafür deckten wir uns in der Bank mit jeder Menge 1-Birr Noten fürs "Photomoney" ein. |
Am Dorfbrunnen
Nach Shasheme verließen wir die Asphaltstraße die bis runter zur Kenia-Grenze geht und bogen auf eine recht gute Allwetterstraße Richtung nach Arba Minch ab. Das Gebiet hier ist recht hügelig und fruchtbar. Weil die Strecke recht weit und das Wetter sowieso nicht gut genug zum Fotografieren war, sind wir kaum einmal stehen geblieben. |
Oromo
Weil unser Guide Fotos von seiner letzten Tour an die Leute zu verteilen hatte, besuchten wir ein Oromo-Dorf. Die Oromo sind heute die größte Bevölkerungsgruppe in Äthiopien, die meisten von ihnen sind Moslem und sie wohnen in recht ansehlichen Rundhütten. Ein Aufenthalt bei den Oromo ist recht angenehm. Völlig konträr zu meinen Erfahrungen im restlichen Äthiopien wird hier wenig aggressiv bis gar nicht gebettelt. Wir erreichten den Lake Abaja und entlang riesiger Bananen-Plantagen gings bis kurz vor Arba Minch, wo wir in die Guge-Mountains, dem Siedlungsgebiet des Stammes der Dorze, abbogen. |
Am Markt
Von 800m gings auf etwas 2400m steil hinauf nach Dorze, wo heute Markttag war. Entlang der Strecke immer wieder Kinder die ein Tänzchen vorführen und "Highland!, Highland!" rufen. Sie möchten die Wasserflaschen der Touris, die in ganz Äthiopien, aber besonders hier im Süden, ein begehres Sammelobjekt sind und als Behälter für alles Mögliche verwendet werden. Der Markt war auf einem offenen, gatschigen Feld. Es muß während des Tages ganz schön geregnet haben. Es war noch immer verzogen, über den Bergen hing der Nebel fast runter bis in den Ort. Wir hatten aber Glück weil es für ein paar Minuten dann doch aufgerissen hat. |

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