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| Ein Gipfel mit vielen Hindernissen |
Das Basislager 'Plaza de Mulas'
In nur wenigen Stunden hatten wir alles Notwendige in Mendoza/Argentinien organisiert, um einen Aufstieg zum höchsten Gipfel des Kontinents angehen zu können: ein Permiso für 21 Tage und 80 US Dollar, über 20 kg Essensvorräte, die Mulis, die diese Last zum Basislager Plaza de Mulas auf 4300 m Höhe tragen und das Busticket nach Puente del Inca, dem Ausgangspunkt. |
Dort übernachteten wir in der Kaserne des argentinischen Heeres. Senor Pablo regelt das Formale und trägt uns in das Gästebuch ein. Senor Pablo Palacios Klatt, 65 Jahre alt, war in den 50er und 60erJahren Bergführer in Chamonix gewesen. Er ist mit vielen großen Alpinisten bekannt, zum Beispiel Dölf Reist, 1954 zweiter Schweizer auf dem Mount Everest, Lionel Terray, führender französicher Alpinist und Erstbesteiger einiger peruanischer Andengipfel, sowie Walter Bonatti, der im Winter 1965 erstmals allein die schwierige Nordwand des Matterhorns bestieg. Auch Senor Andres Garcia, 5 Monate im Jahr in Diensten der Gesellschaft Fernando Grajales und ansonsten bei der argentinischen Bergwacht beschäftigt, verspricht mit seiner zwanzigjährigen Erfahrung, daß seine Mulis morgen ebenso wie wir die 43 km zum Plazade Mulas zurücklegen werden.
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Früh um 7 Uhr brechen wir auf und schon bald taucht die 3000 Meter hohe Südwand des Aconcagua in der Ferne auf. Bis Confluencia ein erstes Camp auf 3500 m sind es 780 Meter Höhenunterschied zu Puente del Inca und etwa ein Drittel der Wegstrecke, die wir in weniger als 3 Stunden hinaufgehen. Bis dahin führt der Weg über grüne Wiesen und an niederem Buschwerk vorbei. Danach wechselt die Vegetation, nur noch Geröll den mäandrierenden Rio Horcones entlang durch ein schier endlos scheinendes Tal. |
Alexander war vorausgeeilt und erwartete mich kurz vor dem Plaza de Mulas, das ich nach neun Stunden strammen Marsch erreiche. Wir schlagen unser Zelt durch einen Steinwall geschützt auf und schlafen fest und tief. Cirka 30 bis 40 Leute campieren hier. Unsere Nachbarn sind Bergführer vom argentinischen Team Geotrek, die Wein, Bier, Cola verkaufen und Ausrüstung vermieten. |
Den nächsten Tag verbringen wir ruhig und steigen zur Übung und Höhenanpassung bis Cambio de Pendiente, einem Felsturm auf 5200 m Höhe. Morgen schon planen wir den Aufstieg zum Gipfel. Mit 10 kg Gepäck, Schlafsack, Matte, Kocher, Essen, Getränke, geht es los. Nachdem die Sonne hinter dem Aconcagua hervorgekommen war, beschreibt sie einen Lichtbogen, der allerdings kein gutes Wetter verheißt. |
Refugio Berlin
Im Lager Nido Cóndores, 5380 m hoch, sind 4 - 5 Zelte aufgebaut. Von hier aus sind es noch etwa 2 Stunden zur Refugio Berlin, einer Schutzhütte, die vom DAV Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit dem argentinischen Heer dieses Jahr neu auf 5780 Metern erstellt wurde. Darin können 8 - 10 Leute übernachten. |
Wir sind vier, Alexander und ich, Damian, ein argentinischer Bergführer und und John, ein Trekkingprofi aus Hongkong. Wir kochen Kartoffelbrei, Suppe und Tee und noch geht es mir gut, keine Kopfschmerzen, ein guter Appetit, keine Anzeichen der berüchtigten Höhenkrankheit Soroche. |

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