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Mit einem VW Chico (Golf), den wir in Südafrika mieteten, bereisten wir eine Woche den Etosha Nationalpark in Namibia. Unser Reisemonat, der August ist der Höhepunkt der Trockenzeit und somit auch die beste Jahreszeit um Tiere zu sehen, und wir sahen wirklich viele!
Wir lernten eine Menge über das Verhalten der Tiere und verstehen nun etwas besser, wie jedes Lebewesen in der „Wildnis“, egal ob Tier oder Pflanze, sich von den einen Arten ernährt und anderen wiederum selbst als Nahrungsquelle dient. |
1. Anreise via RSA zum Etosha Nationalpark
Unsere Reise startete von Südafrika aus, wo wir uns nach einer Woche in Kapstadt (Bild Waterfront), einen VW Chico (Golf) mieteten. Damit machten wir zuerst einen Abstecher ans Kap der guten Hoffnung und ein paar Tage Gourmetferien in Franschhoek. Inzwischen hatten wir bereits einen ersten Eindruck von den Sonnen- als auch Schattenseiten des Lebens im südlichen Afrika. Danach ging’s langsam nordwärts nach Namibia, wo wir 10 Tage später den Etosha Nationalpark erreichten, der sich als unseren persönlichen Höhepunkt entpuppte. |
Hinweis: friedliches Gourmetparadies FranschhoekEtwa 80km östlich von Kapstadt fanden wir die kleine Ortschaft Franschhoek die sich als wahres Gourmet-Paradies entpuppte. Auswärts essen ist eine der positivsten Überraschungen Südafrikas! Die Qualität der Speisen, wie kreativ sie sind und wie schön sie präsentiert werden, war durchs Band herausragend. Dazu waren die Preise (2006) eher bescheiden mit etwa 150 Rand (Euro 16) für eine drei-gängige Gourmet Mahlzeit und oft waren die Portionen recht grosszügig.
Franschhoek war die kulinarische Hauptstadt (bzw.Ort) Südafrikas und weitherum bekannt für gutes Essen und guten Wein. Einhundert Spitzenköche verwöhnten ihre Gäste hier in 40 verschiedenen Gourmet-Tempeln, welche die Strasse dieses schmucken kleinen Dorfes säumten. Unterkünfte gab es in jeder Preisklasse.
Im Vergleich zu Kapstadt war die Sicherheit hier kaum ein Problem. Die Atmosphäre war entspannt und angenehm. Der Ort war von Bergen und Reben umgeben und alle Leute, egal welcher Rasse, schienen einander zu kennen. Ein idealer Ort um eine Südafrika-Reise zu beginnen oder abzuschliessen.
Traubenplantage
Von der Kriminalität in der nahegelegenen Grossstadt fühlt man im ländlichen Franschhoek nichts mehr. |
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Ankunft in Namibia; Fish River Canyon
Am unserem ersten Morgen in Namibia fuhren wir für die meiste Zeit auf einer Schotterpiste - die erste von vielen die noch kommen sollten. Die Landschaft war hügelig und übersät mit roten Felsen, dazwischen stand trockenes goldenes Gras. Die Arbeiter die an der parallel zur Strasse führenden Eisenbahnlinie arbeiteten, winkten uns alle freundlich zu. Und dies, obwohl sie nach unserer Durchfahrt - je nach Windrichtung - von einer Staubwolke eingehüllt wurden.
Die erste Attraktion die wir zu sehen bekamen, war der Fish River Canyon; eine tiefe Schlucht die der Fluss in eine Ebene gefressen hatte. Der Fluss windet sich endlos und ein klein wenig Wasser führte er sogar jetzt. Interessanterweise ist das Klima hier schon total unterschiedlich von dem etwas weiter südlich. Im Sommer werde es hier regelmässig über 50°C Grad heiss und zu der Zeit ist auch das Risiko von Springfluten so gross, dass der 5-tages Marsch in der Schlucht nur zwischen 1. Mai und 15. Sept. erlaubt ist. Selbst dann darf keine Gruppe mit weniger als drei Teilnehmern aufbrechen und diese müssen alle ein ärztliches Attest vorweisen, dass sie auch fit genug sind.
Aber selbst vom Rand über dem Canyon war die Sicht enorm beeindruckend und wir konnten diese bei angenehmen 18°C geniessen. Auf dem Weg dorthin und wieder zurück, sahen wir die ersten wilden Springböcke und Zebras - Hurra!
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Gepard Männchen
Auf unserem Weg nordwärts besuchten wir kurz nach Keetmanshoop einen "Köcherbaum Wald". Der bis zu 9m hohe Köcherbaum ist eigentlich eine Aloe Pflanze mit dicken langen Blättern die nur an der Spitze eines jeden Astes sternförmig angeordnet sind. Diese Bäume findet man am ehesten zwischen schwarzen Steinen, die eine enorme Hitze abgeben. Und Steine gab es hier mehr als genug! Sie waren gross, rund oder eckig und das Aussergewöhnlichste war, wie sie aufeinander geschichtet lagen. Ein Gebiet von mehreren Quadratkilometern grösse hatte den Namen "Spielplatz der Giganten" bekommen und es sah hier wirklich so aus, als hätten nur Ausserirdische so viele Steinhaufen so hoch aufeinander legen können.
Im Eintritt zum Köcherbaum Wald inbegriffen war der Besuch Geheges, welches mehrere Quadratkilometer gross war. Auf einer Rundfahrt mit unserem Auto konnten wir darin zwei Geparden beobachten. Wir hatten Glück, dass sie sich gerade nahe der Schotterstrasse in den Schatten eines Baumes legten, als wir dort vorbei kamen. Wir waren beide beeindruckt wie hochgewachsen diese Raubkatzen waren.
Wissenswertes über Geparden
- Schulterhöhe: 80 cm
- Gewicht: 57 kg
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Windhoek; sieht aus wie in Deutschland
Nach ein paar Tagen erreichten wir Windhoek die Hauptstadt und einzige richtige Stadt des Landes. Wir wohnten in der Pension Alexander, welche nur etwa 1 km vom Stadtzentrum entfernt lag. Nachdem wir gesehen hatten wie vergittert all die kleinen Dörfer schon waren, überraschte es uns wenig, dass auch Windhoek nicht ganz so sicher war, wie es schön wäre. Am Abend und vor allem während des Wochenendes, sah man auf den Strassen keine Menschenseele, ausser ein paar mutigen Touristen. Obwohl die Stadt so verlassen wirkte, waren viele Restaurants geöffnet und einige waren sogar ausgebucht. Nach dem Abendessen wollten wir vorsichtig sein und ein Taxi nehmen, da man uns gesagt hatte, dass dies viel sicherer sei als nachts zu Fuss zu gehen. Wie auch immer; obwohl wir eine Weile am Strassenrand gewartet hatten, kam kein einziges Taxi vorbei. So gingen wir zurück zum Restaurant, dessen Eisengittertür von drei Sicherheitsbeamten bewacht war und fragten. Der Gerant sagte "seid ihr verrückt auf der Strasse ein Taxi zu suchen? Nur Verbrecher laden nach Dunkelheit noch Leute ein!" Er befahl uns rein zu kommen, schloss uns sofort hinter der Gittertür ein und rief seinen zuverlässigen Taxifahrer an.
Am nächsten Abend wollten wir ein Taxi vom Taxistand nehmen, der uns während des Tages aufgefallen war. Nach Sonnenuntergang gab es dort allerdings kein Taxi mehr. So baten wir halt die Serviertochter des Restaurants wo wir soeben eine deutsche Mahlzeit gegessen hatten, uns ein Taxi zu rufen. Erst dann wurde uns bewusst, dass ein (schwarzer) Taxifahrer den ganzen Abend im Restaurant gesessen hatte. Auf dem Heimweg erklärte er uns, dass er nur für Kunden dieses Restaurants und eines Hotels fährt. Er würde im Leben nie daran denken, jemanden abends von der Strasse aufzulesen, da nur Verbrecher um die Zeit Taxis anhalten wollen und er hätte zu viel Angst, dass er ausgeraubt oder ihm sein Fahrzeug entführt würde. Er erklärte uns, dass in Windhoek jedes Hotel und Restaurant am Abend seinen vertrauenswürdigen Taxifahrer hat, der nur deren (als ehrlich eingeschätzten) Hausgäste transportiert. Ach du grüne Neune; wer kann denn hier wem noch trauen?
Während der Ladenöffnungszeiten machte die Stadt Windhoek einen angenehmen sauberen und recht europäischen Eindruck. Es gab Einkaufsarkaden, Strassencafé's und auf den Gehsteigen wimmelte es nur so von Leuten. Es war ein richtig multikulturelles Gemisch. Bei genauerem Hinsehen erkannten wir wie viele zivil gekleidete Sicherheitsbeamte sich unter die Menge mischten. Dies war ein deutlicher Gegensatz zu den Sicherheitsbeamten in Kapstadt, von denen es nicht ganz so viele gab, die sich aber durch ihre gelben Westen deutlich zu erkennen gaben. Hier in Windhoek hatte fast jedes Geschäft eine Eisengittertür, an der der "möchte-gern-Kunde" zuerst klingeln und den Vertrauenswürdigkeits-Test über sich ergehen lassen musste, bevor er eingelassen wurde. Zusätzlich engagierten die am meisten gefährdeten Geschäfte, wie z.B. das Verkehrsbüro, der Frisör, Internet-Café's, aber auch Banken und Schmuckgeschäfte ihre eigenen Wachmänner, welche jeden Schritt und Tritt der Kunden genauestens beobachteten.
Wir wagten es in einem weissen Wohngebiet herum zu spazieren, die anderen seien für uns viel zu gefährlich, wurden wir gewarnt. Sogar bei bescheidenen Häusern sahen alle Fenster so aus wie diejenigen in einem Gefängnis. Eine Handvoll hatte bloss ein kleines Mäuerchen um ihr Grundstück herum. Die meisten aber schützten sich mit einem drei Meter hohen Zaun der noch mit Stacheldraht und/oder mit einem Elektrozaun ergänzt war. Die meisten Hausbewohner waren auch echte Hundenarren und vor allem grosse Rassen, die gerne mit den Zähnen fletschen waren sehr beliebt.
Nun wussten wir plötzlich, wie es gemeint war, wenn im LP Reiseführer stand, dass Kapstadt wahrscheinlich die sicherste Stadt in Afrika sei. Nun könnt ihr vielleicht verstehen, weshalb wir keine Lust hatten, all zu lange hier zu bleiben, aber leider ist es in Namibia auch auf dem Lande nicht viel sicherer und alles ist ebenfalls eingezäunt und bewacht. Selbst in der grössten Kälte musste Tag und Nacht ein Wächter draussen sitzen und ein Haus, einen Laden bewachen. Sogar bei geschlossenen Tankstellen ist ein Wächter dafür verantwortlich, dass die Zapfsäulen nachts nicht geklaut werden. All die Kühlschränke, die wir gesehen haben, waren abschliessbar und weil Wasser so kostbar ist, kann man auch den Wasserhahn im Garten mit einem Vorhängeschloss sichern und wir sahen auch schon Fensterläden, die ebenfalls ein Vorhängeschloss hatten (gegen denjenigen, der es über den elektrischen Zaun schaffen sollte).
Nun fuhren wir also nordwärts nach Outjo. Entlang der Strasse grasten hunderte von Warzenschweinen, doch sobald wir ihnen Nahe kamen, stellten sie ihre Schwänzchen in die Höhe und rannten davon. Wie schon in so manch anderem Ort Namibias, war für uns der Höhepunkt der Besuch in der deutschen Bäckerei. |
Ankunft im Etosha Nationalpark
Früh am nächsten Morgen erreichten wir den Eingang zum Etosha Nationalpark, welcher mit 22'000 km² mehr als halb so gross ist wie die Schweiz. Dies war der eigentliche Grund unseres Afrika-Besuches, denn wir wollten vor allem das vielfältige Tierleben um die gigantische Salzpfanne beobachten. Es war der 9. August 2006 und wir glaubten, dass es kein Problem sein sollte hier kurzfristig Unterkunft zu finden, da wir ja ganz bewusst zwischen den namibischen und südafrikanischen Schulferien hierher kamen. Was wir aber nicht erwartet hatten, war, dass um diese Jahreszeit halb Italien und grosse Teile Frankreichs, den Niederlanden, Deutschlands und der Schweiz die afrikanische Wildnis den überfüllten europäischen Stränden vorzog. |
Unser Rondavel (Rundhaus) im Okaukuejo Restcamp
Mit einer guten Portion Glück, viel Geduld und einigem Insistieren beim höchst unmotivierten Staatspersonal, schafften wir es schlussendlich auf alle drei verschiedenen Touristenanlagen des Parks verteilt fünf Nächte in Bungalows zu ergattern. Zudem konnten wir zwischendurch noch für eine Nacht ein Zimmer auf einer Gästefarm 30 km ausserhalb des Parks organisieren. Trotz all diesem Biegen und Brechen hatten wir sehr viel Glück, denn der August gilt als der beste Monat für einen Besuch und das Wetter war auch wirklich perfekt! Es war die kühlste und trockenste Zeit des Jahres, mit etwa 25°C am Tag bei täglichem Sonnenschein wie im ganzen Land und ~ 10°C in der Nacht. Da die Trockenzeit nun ihren Höhepunkt erreicht hatte, mussten die Tiere die noch übrig gebliebenen Wasserlöcher aufsuchen. Einige hatten natürliche Quellen, andere wiederum wurden von einer mit Solarenergie betriebenen Pumpe gefüllt.. |
Hinweis: Autos mietet man günstiger in Südafrika als in NamibiaWer eine Namibia-Reise im Mietwagen unternehmen will und genügend Zeit hat, soll sich vielleicht überlegen, das Auto in Südafrika, z.B. Kapstadt zu mieten. Beim Motto: „we have more time than money“ kann man somit die Mietkosten fast halbieren, ganz egal ob du den Vertrag mit einem Billiganbieter oder mit einer renommierten Autovermietung abschliesst. Es ist wichtig, dass Du von der Mietwagenfirma eine schriftliche Bewilligung verlangst um die Grenze zu passieren.
Achtung: die meisten Vermieter schliessen Versicherungsschutz selbst bei 4x4 Fahrzeugen auf unasphaltierten Strassen aus. Uns gelang es aber, diesen bei unserem Golf einzuhandeln. Es gibt auch in Namibia eine Menge sehr gute und schöne „dirt road“ Strecken und die meisten Sehenswürdigkeiten sind nur über solche Strassen erreichbar (Fish River Canyon, Giants Playground+Koekerbom Wald, Etosha Park, sowie alle Dünen etc.). unser Mietwagen im Etosha Nationalpark
Mit diesem Kleinwagen, den wir in Südafrika mieteten, konnten wir sowohl den Etosha Nationalpark, als auch die übrigen Sehenswürdigkeiten Namibias, welche oft an nicht asphaltierten Strassen lagen, problemlos erkunden. |
Mehr dazu im Reisebericht Namibia: faszinierende Nationalparks, deprimierende Kriminalität & himmlische Torten

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