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Eine Reisereportage von Karl-Heinz Mayer

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Nach Norwegen wollte die Angelika schon lange, nur nicht mit dem Motorrad. Ich wollte nicht nach Norwegen, aber wenn, dann nur mit dem Motorrad. Beim Durchblättern einiger Norwegen – Broschüren, die mir eher zufällig in die Hände fielen, blieben meine Augen an einigen Fotos hängen, auf denen Fjorde, Berge, Seen und Gletscherzungen zu sehen waren. So haben wir uns nach den vorherigen Alpentouren entschieden, Norwegen >mit< dem Motorrad zu bereisen. Von dieser Reise haben wir wenige Fotos gemacht, weil ich sie mit der Videokamera festgehalten habe. Zu einem vollständigen Bericht langt es daher nicht, und so habe ich ein paar interessante Bilder hier eingesetzt. Für diesen Trip hatten wir 3 Wochen vorgesehen und mussten in Narvik erkennen, dass es Zeit wurde umzukehren. So fuhren wir schließlich auf dem Lofoten – Highway über die Inselgruppe der Vesterålen und weiter auf die Lofoten.


Weit im hohen Norden liegt ein langgezogenes, schmales Land, das Norwegen genannt wird. Mitten in seinen dunklen Wäldern mit mondbeschienenen Seen,tiefen Fjorden und mächtigen schneebedeckten Bergen ist die Heimat der Trolle. Nach den alten norwegischen Legenden waren einige Trolle Riesen, andere wiederum von kleinem Wuchs. Sie alle hatten lange, krumme Nasen, nur jeweils vier Finger und Zehen an Händen und Füßen, und die meisten hatten lange, buschige Schwänze. Einige hatten sogar nur ein Auge auf ihrer Stirn, andere wiederum sogar zwei oder drei Köpfe. Die Trolle waren Kreaturen der Nacht, durch direkten Kontakt mit der Sonne konnten sie Risse bekommen und zu Stein verwandelt werden. Die Trolle wurden mehrere hundert Jahre alt. Die meisten hatten zottiges Haar und sahen furchterregend aus, gewöhnlich waren sie jedoch als gutmütig und einfältig bekannt. Wenn Trolle erzürnt waren, kannte dieser Zorn keine Grenzen. Daher war es wichtig, mit Ihnen in einem guten Verhältnis zu stehen, was sich wiederum als sehr lohnend erweisen konnte. Selbst heute ist es ratsam, bei den Trollen in gutem Licht zu stehen. Wenn man sich das nächste mal in die Wälder und Berge von Norwegen begibt, sollte man daran denken, dass sie wahrscheinlich harmlos sind. Aber man sollte sich vorsehen. Wenn die Dämmerung hereinbricht, ist man nicht mehr allein ..........

Nach der Legende bringen Trolle Glück und Reichtum.

  Blick auf Fährhafen Fiskeböl  

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Wer ahnt da schon, dass sich hier genussvoll Motorrad fahren lässt. Dafür sorgt die fantastische Landschaft mit ihren scharfkantigen, bizarren Bergen und den Fjorden, die sich tief in das Land schneiden. Zum anderen hat die E 10 für sich schon einen hohen fahrerischen Unterhaltenswert. Der Lofoten – Highway windet sich schlangenförmig in Nordsüd – Richtung durch die Inselwelt. Kurvenhungrige Biker werden auf diesem fast 180 Kilometer langen Asphaltstück sicherlich satt. Einen allzu forschen Vorwärtsdrang sollte man sich aber der Schafe wegen verkneifen. Diese freilaufenden Vierbeiner können schon mal den Blutdruck schlagartig in den roten Bereich jagen. Meist sind sie mit der Nahrungsaufnahme am Straßenrand beschäftigt.


Lofoten : Inseln im Wind



Nördliches Glanzlicht

Felsen und Sand, Wasser und Wind, das ist der Stoff, aus dem die Inseln sind. Wie aus dem Bilderbuch erscheint uns die Landschaft der Lofoten. Geheimnisvoll und sturmgepeitscht erheben sie sich aus dem Nordmeer. Wie ein Schutzschild liegen sie vor der Nordwestküste Norwegens. Schwarzes, verwittertes Urgestein, drei bis vier Milliarden Jahre alt, ragt aus dem tiefblauen Eismeer. Weiße Sandstrände wechseln mit dunklen schroffen Felswänden, die tausend Meter fast senkrecht ins Meer stürzen. Darüber erheben sich kahlgefegte Bergspitzen, baumlose Kuppen, schutzlos der Witterung ausgesetzt, eine gewaltige Natur.

  Lachszucht in sauberstem Gewässer  

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Nur wer sich der Lofotenwand nähert, kann die Faszination dieser Inselwelt nachfühlen. Die Fischerei ist seit Jahren streng begrenzt, sodass sich der Bestand langsam regeneriert. Das schafft Optimismus bei den Lofotfischern. Auch die Fischzucht gewinnt nach einigen schwierigen Jahren wieder an Boden. Das Gold der Lofoten schimmert grünlich, trägt Flossen, hat Kiemen und eine zarte Musterung. Jedes Jahr von Januar bis April zieht der arktische Kabeljau von der Barentssee hinab zu den nordnorwegischen Inseln, die auf demselben Breitengrad liegen wie Nordalaska und Mittelgrönland. Skrei, den Wanderer, nennt man den Winterkabeljau dort oben. Seine Ankunft läutet die "fünfte Jahreszeit" ein - die Skrei-Saison.


  Fischerdorf Stamsund  

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In dem Fischerdorf Kabelvåg ließ König Øystein im 12. Jahrhundert primitive Holzhütten auf Pfählen bauen, die seinen Fischern und Arbeitern als Wohn- und Schlafstätten dienten. Daraus entwickelten sich im laufe der Zeit jene rotangestrichenen Pfahlbauten – Robuer genannt – die typisch für die Lofoten sind. Heute vermieten Lofotenfischer diese mit etwas mehr Komfort ausgestatteten Hütten an Feriengäste und verdienen sich damit ein Zubrot.


  Einlaufen der MS Nordkapp  

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Verwegen steigen karge Felswände aus dem Meer, Möwen ziehen kreischend ihre Kreise, zeigen uns ihre Kunstflugnummern. Mit routinierter Präzision legt der Kapitän die MS Nordkapp an die Pier. Ein Aufzug fährt uns ins mittlere Frachtgeschoss der MS Nordkap. Ein Besatzungsmitglied im Overall weist mir einen Platz zwischen Getränkepaletten, Baumaterialien und Fischkisten für unser Motorrad an. Anschließend beziehen wir die Kabine und sind sehr überrascht deren Zweckmäßigkeit - besonders die Dusche mit WC . Bei wolkenverhangenem Himmel verlässt um 21:30 Uhr die "MS Nordkapp" mit einem lauten Abschiedsgehupe den Hafen von Stamsund. Der Innenansicht Norwegens folgt jetzt die Außenbetrachtung vom Panoramadeck. Eine ganz besonders reizvolle, wenn auch nicht eben billige Variante der Rückreise nach Süden. Am Hurtigrouten – Kai in der alten Hansestadt Bergen endete die Schiffspassage.


Hinweis: Eine Reise mit den Hurtigruten - Norwegischen Postschiffen

Norwegen von der Seeseite

Sie gilt als die schönste Seereise der Welt, die Fahrt mit einem Hurtigruten Schiff entlang der norwegischen Fjordküste. Von den Norwegern wird die Hurtigroute auch Reichsstraße 1 genannt, es ist die entspannteste Art zu reisen, weil sich auf einer Strecke von rund 2300 km nur 11 Fahrzeuge bewegen. Die Hurtigrouten – Modelle der neuen Generation, sind noch immer Versorgungsschiffe, bieten aber heute Kreuzfahrtkomfort mit Panoramasalons und guter Küche. Die Schiffe sind selbst schon ein Erlebnis, nicht nur wegen der modernen Ausrüstung, sondern wegen der ungezwungenen Atmosphäre an Bord, die man während der Reise besonders schätzen lernt. So ist auch das Publikum an Bord immer bunt gemischt, Passagiere aller Herren Länder genießen gemeinsam diese ganz besondere Reise. Für Unterhaltung an Bord ist gesorgt. Ein Reiseleiter unterrichtet die Passagiere ständig über Sehenswürdigkeiten und stattfindende Veranstaltungen. Auf einer Hin – und Rückreise von Bergen nach Kirkenes werden in 11 Tagen 36 Häfen angelaufen: Große Städte, kleine Orte und Fischerdörfer. Das überqueren des Polarkreises ist ein besonderes Ereignis. Während das Schiff den Polarkreis überquert, kommt König Neptun an Bord und tauft die Passagiere. Jeder erhält ein >Polarkreiszertifikat<. Auf dem Seeweg die Wunder der Natur entdecken - unvergleichliche Erlebnisse verspricht eine Reise an Bord entlang der norwegischen Fjordküste. Die Küstenlandschaft wirkt wie ein fantastischer Film, in dem immer neue Inselchen und bunte Holzhäuser an uns vorbei ziehen. Die imposante Natur, der abwechslungsreiche Tagesablauf mit seinen vielen Hafenbesuchen und die gemütliche Ruhe, die vom Schiff und seiner norwegischen Besatzung ausgeht, nehmen uns gefangen.

  Postschiff mit Kreuzfahrtkomfort  

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Die MS Nordkapp ist nach der majestätischen Felsformation benannt, die den letzten Vorposten am nördlichen Eismeer bildet. Die MS Nordkapp gehört zu den Schiffen der Hurtigruten Flotte, die in den 90er Jahren gebaut wurden. Die Salons sind geprägt von Bildern von Karl Erik Harr, der norwegische Küstenmaler schlechthin. Seine Werke lassen die MS Nordkapp zu einer schwimmenden Galerie werden.

Infos auf der offizielen Webseite unter:
http://www.hurtigruten.de/


  Auf eines können Sie lange warten: auf den Sonnenuntergang  

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Sobald Sie an Deck kommen, atmen Sie tief ein und können sich auch im Sommer über die frische Luft freuen. Und das nicht nur am Tage, sondern auch fast die ganze Nacht lang. Norwegen ist vor allem auch ein Land der Farben und Lichtstimmungen. Auch die Mitternachtssonne im Sommer hat durchaus Ihren Reiz, wenn es in Nordnorwegen die ganze Nacht über nicht mehr dunkel wird, kann man oft in den Abend- und Nachtstunden wunderbare Mischungen zwischen Sonnenunter- und Aufgängen beobachten, die die ganze Nacht bis in die Morgenstunden über andauern. Ständig wechselt das Landschaftsbild.



 

Mehr zu dieser Reise in der Haupt-Reisereportage Norwegen - Ein Mittsommernachtstraum vom 4.7. - 30.7. 1999  97
Einmal dort am Nordkap stehen, einmal das Erleben worüber andere nur Reden, und das auf zwei Rädern..


© Karl-Heinz Mayer

© Karl-Heinz Mayer




 

© Karl-Heinz Mayer aus Siegburg, 27 Einträge im Gästebuch von Karl-Heinz Mayer
Norwegen ist ein Spezialgebiet von Karl-Heinz Mayer.





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