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Eine Reisereportage von Gerhard Maucher

Inhalt

 
Zwischenlandung und Auftanken
 
Konferenzzimmer des Präsidenten
 
An der Anlegestelle

  Konferenzzimmer des Präsidenten  

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Während des Indochinakrieges hatte der laotische Präsident Kaysone Phomvihane seinen Sitz in Viengxay.




Unser Hotel, das schon länger nicht mehr bewohnt scheint, ist umgeben von zwei kleinen Weihern. Eine große Kaktushecke umsäumt das Grundstück.
Nachem wir unser Abendessen bestellt hatten, machen wir uns wieder auf den Weg, vorbei an einem baufälligen, buddhistischen Tempel mit Stupa, "Wat Xiang Luang".
Das Tal wird enger, Bergwalddschungel, die Straße ist gespickt mit großen Schlaglöchern. Am ”Phut”, der nun die Straße begleitet, fischen Bewohner hunderte, kleiner, silbriger Fische aus dem Fluss.

Kilometer 84, Sop Hao, die vietnamesiche Grenze ist erreicht. Zwei Grenzsoldaten beäugen uns misstrauisch von weitem. Unser Führer ist zum ersten Mal an dieser für uns nicht passierbaren Grenze und unsicher. Er bittet uns inständig, nicht zu fotografieren.



Auf dem Rückweg halten wir an einem Höhleneingang.
Die weitläufige Höhle mit Gängen, die sich in alle Richtungen verzweigen, diente im Indochinakrieg als Petroleumlager und Versteck. Auch Sipai, unser umsichtiger Fahrer, hielt sich 1965 hier verborgen.
In Viengxay besorgen wir eine Erlaubnis, um die Präsidentenhöhlen von Phomvihane und Souphanouvong besichtigen zu können.



Souphanouvong, erster Präsident Laos, auch der Rote Prinz genannt, wohnte in einer zum Bunker ausgebauten Höhle mit Schlaf-, Speise-, Arbeits- und Konferenzzimmer. Diese Luftschutzräume waren die letzten Zufluchtsstätten der laotischen Armee, nachdem der größte Teil von Laos ausgebombt war.

Heute wirkt Viengxay mit seinen verlassenen Aufmarschplätzen, dem Kriegsdenkmal und unserem Hotel, dem ersten Hotel am Platz ohne Strom mit einem Esszimmer für 200 Gäste wie ausgestorben. Bei Kerzenlicht sitzen wir am Kopfende der langen Tischreihe zum Abendessen zusammen und es wirkt gespenstisch.



Nach Nam Neune, unser nächsten Station fahren wir erneut den ganzen Tag. Mister Sipai kurvt hoch ins Gebirge, Bergurwald zu beiden Seiten. Hinter uns wirbelt eine braune Staubwolke auf.
Auch die Sträucher am Rande der nun ungeteerten Straße Nr. 6 sind mit braunem Staub überzogen. Wir durchqueren eine Bachfurt, die der Wolga mühelos meistert. Daneben grasen Pferde und Wasserbüffel.

Stopp in Ban Kamu, einem Dorf mit zwanzig reisstrohgedeckten Holzhäusern, die an einen Hang wie angeklebt, gebaut wurden. Die Bewohner von Kamu sind Reisbauern und sprechen ihre eigene Sprache, erklärt uns Mr.Viengxay.

Im nächsten Dorf Ban Dong wohnt eine andere ethnische Gruppe. Sie sind Buddhisten, während in Ban Kamu animistischer Geisterglaube überlebte.



Ein paar Kilometer weiter stürzt neben der Straße ein Wasserfall, "Nam Lai", in mehreren Kaskaden den Felshang hinab.
Danach durchqueren wir eine weitere Bachfurt. Holz von Zedern die aus China stammen wird am Rande der Straße verarbeitet. Meist wachsen in dieser Höhe von 1500 Metern Pinienbäume. Mit langem Hupen jagt unser Fahrer, Mr. Sipai, Kühe über die Straße. Zu unserer Sicherheit hupt er nun vor jeder unübersichtlichen Kurve, während sich die Straße wieder talwärts windet. Bauern gehen mit der Flinte auf dem Rücken ihren Weg. Sie jagen Vögel und alles was ihnen vor die lange Flinte kommt.



Bei Thong Pao liegt die Stätte "Hintang". Das heißt stehende Steine, neolithische Menhire und eine runde steinerne Tafel. Die Tafel eines Königs vor mehr als 2000 Jahren, weiß die Sage zu berichten.

Im Umkreis von 15 Kilometern liegen diese Menhire verstreut. Es wird vermutet, dass sie aus dem Fluss diesen Bergrücken hinaufgebracht wurden. Wie und wann weiß niemand. Wir essen zu Mittag in Ban Nathong. Es gibt kein Restaurant, und während wir auf den Hausherrn warten, der uns beherbergt, läuft das ganze Dorf zusammen und betrachtet unser fremdes Aussehen.



Es gibt Klebreis und Hähnchen.
Man isst mit den Fingern der rechten Hand.
Mit einem Löffel schöpfen wir aus einer gemeinsamen Schüssel Hühnerbrühe. Nach dem Essen trinken wir mit dem Hausherr Laolao - Reisschnaps auf die australisch-laotisch-deutsche Freundschaft.

   

 

© Gerhard Maucher






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