 |
Grillen zirpen, Geckos quaken, das Lagereuer erlischt. Petroleumlampen beleuchten schwach das "Lao Pako Lodge". Nur 1 ½ Stunden Busfahrt von Vientiane entfernt, dann noch 25 Minuten mit dem motorisierten Kanuboot den Nam Ngum Fluss hinab, liegt "Lao Pako" : ein ökologisches Zentrum und Gasthaus im Regenwald von Laos.
|
Während der Besitzer Walter Pfabigan aus Wien und seine Frau Petra aus München in Vientiane weilen, schaut hier Ralf Bayerlein aus Buttenheim nach dem Rechten, betreut und informiert die Gäste.Der 27jährige, gelernte Restaurantfachmann, lebt seit 15 Monaten in Lao Pako. Neben dem österreichisch-deutschen Ehepaar, das 1993 nach Laos kam und Lao Pako begründete, ist ein Finne,sowie als Hauptgesellschafter "Burapha", eine schwedische Forest-Company, Besitzer des Ressorts. In Lao Pako kann man auf der großen Veranda des im Laostil erbauten Langhauses ausruhen und ein Buch lesen, das die gut sortierte, kleine Hausbücherei anbietet. Man kann im Fluss schwimmen,sich mit dem Schlauchreifen treiben lassen, Boot fahren und auf ausgeschilderten Wegen spazieren gehen. Oder aber Volleyball, Badminton, Boccia, Schach oder Backgammon spielen. Kinder können auf Ponys reiten. Auch Ausflüge in die umliegenden Hmong-Dörfer oder zum Tat Thaxang Tempel mit einer elf Meter langen, liegenden Buddha werden organisiert. Am Abend ist Grillen am Lagerfeuer möglich.
|
Ökolgisches Zentrum bedeutet, "wir bauen nur mit für Laos typischen Materialien wie Bambus und Holz, bieten aber trotzdem Sauberkeit nach europäischem Standard", sagt Ralf. Auch die 22 Angestellten des Ressorts kommen aus den Nachbardörfern und soviel wie möglich wird die Küche aus eigenem Anbau versorgt. Ralfs Interesse ist es, dass der Stadtmensch aus Vientiane in Lao Pako Wildnis und Natur erleben kann. So möchte er einst gefangen gehaltene Affen; "Kibon, Makkaken, Slow Lorries" wieder in die Freiheit eingliedern. Diese von unwissenden Stadtmenschen als Spielzeug gehaltenen Tiere sollen als erstes auf einer Affeninsel Schritt für Schritt von der menschlichen Fütterung unabhängig gemacht werden. Später soll eine Naturschutzorganisation gefunden werden, die das über dem Fluss liegende Gebiet als Schutzreservat betreut und finanziert, um die Affen ganz in Freiheit zu bringen.
|
Auf dem cirka 50 Hektar großen Lao Pako Ressort hat eine lao-deutsche Waldgesellschaft mehr als 56 Baumarten aufgelistet. So zum Beispiel den vorherrschenden Bambus (Mai Kamluang), Rubiceae, Guava- und Tamarindenbaum, Belimbingmanis, Afzelia, Ficus hispida und den riesigen Gianttree. Zurzeit ist Mr. Thongsa, Generaldirektor der archäologischen Museen in Laos in Lao Pako. Er überwacht Ausgrabungen von Tonkrügen, die neben dem Langhaus entdeckt wurden. Thongsa schätzt das Alter auf etwa 2000 Jahre. Außerdem wurden eine Luftpumpe zur Eisenschmelze, Eisen, Kupfer und steinerne Werkzeuge gefunden.
|
"Lao Pako ist ein Platz, wo man relaxen und seine Batterie wieder aufladen kann", sagt Ralf. "Und hier draußen kann man auch die laotischen Umgangsformen noch sehen, die in Vientiane verloren gehen, da sich die Leute dem westlichen Stil anpassen wollen". Die Übernachtung in Lao Pako kostet 10 Mark im Schlafsaal des Langhauses, 28 Mark im Doppelzimmer und 40 Mark der Bungalow. Ein dritter Bungalow wird soeben gebaut. Es gibt phantastisches Essen, mittags und abends ein Büffet, bestehend aus gegrilltem Fisch oder Hähnchen, gehacktem Fleisch, Frühlingsrollen, Gemüse, Kürbis- oder Kartoffelbrei, Auberginenbrei und gebackene Auberginen, Reis, Brot, Käse und als Nachtisch Früchte: Papaya, Melonen, Bananen. Die Bar ist gut sortiert und als Spezialität des Hauses gibt es den traditionellen Lau Hai ein Reiswein. Der gekochte Klebreis wird in einen Tonkrug gefüllt, mit Hefe und Gewürzen vermischt, und mit Reishaut und einem Bananenblatt bedeckt. Dieser Inhalt des mit Erde verschlossenen Gefäßes gärt gut 3-4 Wochen und wird zu jeder Vollmondparty ausgeschenkt. Nach Lao Pako fährt ein Bus ab dem Busbahnhof in Vientiane nach Som Sa Mai. Dort befindet sich die Anlegestelle der Boote. Ralf weiß noch nicht, wie lange er in Lao Pako bleiben möchte. Aber zusammen mit seiner vietnamesischen Freundin, die er auf dem Busbahnhof in Vientiane kennengelernt hat, denkt er über eine gemeinsame Zukunft in Asien nach. Gerhard Maucher
|
|