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Eigentlich wollten wir nur in Andalusien überwintern, doch es gefiel uns an der Costa de Almeria so gut, dass wir immer wieder verlängerten und schlussendlich über ein Jahr blieben.
Wir machten Ausflüge ins nahegelegene Hinterland, in die Alpujarra, an die östliche Costa del Sol, sowie nach Malaga. Hauptsächlich aber genossen wir unsere gemietete Wohnung am Strand in der FKK Zone von Vera Playa. |
Hinweis: Inlandroute nach Südspanien: abwechslungsreich und sicherEine gute Alternative zur gebührenpflichtigen Autobahn nach Südspanien sind die diversen Strassen durch das Landesinnere. Sogar in den Michelin Karten gelb eingezeichnete Nebenstrassen wie z.B. die N211, N420 oder N330 sind in der Regel recht gut ausgebaute schnelle Verbindungsstrassen.
Dass man dort wesentlich langsamer unterwegs ist als auf der Küstenautobahn, liegt vor allem daran, dass man immer wieder einen Fotostopp macht, da die Landschaften in Spaniens Landesinneren faszinierend und abwechslungsreich sind. Mal sieht es aus wie in Australien, dann wie in Skandinavien, anderswo wie in China und kurz darauf wie in Neuseeland.
Es gibt mehrere Möglichkeiten um durchs Landesinnere nach Südspanien zu gelangen, auch beispielsweise die Route via Burgos, Salamanca und Cáceres nach Sevilla ist sehr empfehlenswert.
Allen Inlandrouten ist gemeinsam, dass Kriminalität im Gegensatz zur Küstenautobahn kaum ein Problem ist. Wer im üblichen Touristenstrom mithetzt, ist nicht nur in Spanien ein ideales Opfer für Trickdiebe. Wer zudem sein „Gepäck“ auf eine Kofferraumgrösse beschränkt, ist immer sicherer unterwegs.
1. Anreise und Hinterland der Costa de Almeria
Im November 2007 verliessen wir Perpignan (F) südwärts Richtung Spanien. Wir entschieden uns für die Inlandstrecke durch die Pyrenäen. Kurz bevor wir Andorra erreichten, nahmen wir die Abzweigung via Seu d’Urgell nach Lleida. Nach einer Übernachtung folgten wir der N211 und N420 entlang des beeindruckende Ebro Flusslaufs. Kurz bevor wir Teruel erreichten, konnten wir ein paar sehr beeindruckende Felsformationen bestaunen. Nun folgten wir der N330 bis Ayora, wo wir erneut übernachteten. Am nächsten Morgen ging’s via Lorca nach Aguilas, wo wir wieder ans Mittelmeer kamen nach weiteren zehn Kilometern Andalusien erreichten.
Weitere Bilder in der Galerie Fotoalbum von Perpignan nach Andalusien 24 Unsere Anreise an die Costa de Almeria führte uns von Perpignan durch die Pyrenäen und danach entlang des Ebro Flusstales nach Andalusien.. |
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Abendstimmung von unserer Terrasse
In Vera Playa übergab man uns die Schlüssel zu einem sehr schönen und grossen Appartement in der FKK Ferienanlage Natsun. Von der noch grösseren Terrasse aus genossen wir die Aussicht über das Schwimmbad und den Sandstrand. Bald machten wir uns daran, die Umgebung zu erkunden und waren angenehm überrascht, hier so viele gute Möglichkeiten zum spazieren zu finden. Sogar jetzt Mitte November kamen noch recht viele Leute zum sonnenbaden an den langen Sandstrand. Wir waren positiv überrascht, dass die meisten anderen Sonnenanbeter Spanier waren, so fühlten wir uns nicht wie in einem von Ausländern dominierten Ghetto. Etwa um 3Uhr nachmittags wurde es um diese Jahreszeit am Strand meistens zu kühl. So zogen wir uns halt Kleider über und spazierten dann entweder entlang des Strandes die 5 km bis Garrucha, schlenderten durch die FKK Zone oder machten einen etwas grösseren „Marsch“ direkt im Hinterland von Vera Playa.
Natsun in Vera Playa ist ein sehr spezieller Ort der viele Leute dazu verleitet, etwas länger und öfters hier zu verweilen. Auch uns erging es nicht anders. Noch bevor wir es so richtig bemerkt hatten, wurden aus uns umherziehenden Entdeckergeistern stationäre Entdecker. Jedesmal wenn wir dieses Paradies wieder verlassen sollten, nützten wir das Privileg unserer Freiheit und verlängerten unseren Aufenthalt. So wurden aus unseren ursprünglich geplanten 5 Wochen schlussendlich über 50! |
Aloe im Abendrot
Vera Playa ist bereits eine Sehenswürdigkeit für sich selbst. Ab und zu mussten wir uns zur Motivation einen Tritt in den Hintern geben, um noch etwas von der Umgebung zu entdecken. Die Landschaft ist hier zwar sehr karg und trocken, das dahinterliegende Gebirge und die Marmor-Steinbrüche um Tabernas sind trotzdem sehr beeindruckend. Es kam auch vor, dass wir auf einem etwas besser ausgebauten Feldweg durchs Nichts unterwegs waren und plötzlich ein grosses Golfresort vor uns auftauchte.
Aguilas, welches 40 km östlich am Meer liegt, ist ein ansprechendes Städtchen. Von dort via Vera Playa bis nach Carboneras führt die Strasse teilweise entlang spektakulären Küstenabschnitten. Auch Mojácar and Bédar, zwei weisse Dörfer sowie Cuevas del Almanzora sind sehenswert.
Der typisch Andalusische Friedhof in Bédar ist besonders interessant. Die Ahnen ruhen hier in kleinen Gebäuden mit „Zimmern“, welche gerade gross genug sind, um einen Sarg aufzunehmen. Da einige Gräber eine tolle Aussicht aufs Gebirge oder über das Meer bieten, sichern sich viele Familien schon ein Grab an guter Lage, lange bevor ihre Zeit gekommen ist… Falls die Besitzer später umziehen (bevor das unvermeidliche eingetreten ist) hängen sie einfach ein Schild “se vende” (zu verkaufen) mit ihrer Telefonnummer ans Grab und kaufen sich ein neues, wo immer sie sich nun niederlassen.
Die meisten Touristen (nicht alle) schwärmen von den Märkten in den umliegenden Dörfern. Wir hatten den Eindruck, dass das allermeiste Gemüse welches hier wächst, nur exportiert wird. Auf Spanischen Märkten ist normalerweise die Abteilung (mit eher altmodischen) Kleidern deutlich grösser ist als diejenige wo Gemüse und kulinarische Spezialitäten angeboten werden. Vermutlich sind wir halt von den exotischen und farbenfrohen Märkten überall in Asien, aber auch in Frankreich einfach etwas verwöhnt.
Entlang der Autobahn zwischen Almeria und Murcia sieht man viele Plastiktunnels unter welchen Gemüse und Früchte angepflanzt werden. Diese Region Spaniens wird im Volksmund auch „Costa Plastica“ genannt. In dieser sehr trockenen und sonnigen Gegend wird das Wasser für die riesigen Gemüsefelder und Obstplantagen in grossen Stauseen im Landesinnern gefasst. Die meisten Arbeiter auf den Feldern und in den Gewächshäusern kommen aus Afrika, Osteuropa und Südamerika.
Weitere Bilder in der Galerie Fotoalbum Costa de Almeria und das Hinterland 60 Ein paar Bilder unseres Aufenthalts an der von Spanischen Touristen dominierten Costa de Almeria, welche im Gegensatz zur Costa del Sol noch nicht vom Massentourismus der Nordeuropäer beherrscht ist.
Ausser der faszinierenden Küstenlandschaft besucht |
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Sehenswürdigkeit: Andalusiens weisse DörferAndalusien ist bekannt für seine traditionellen weissen Dörfer, welche verträumt an den Hängen kleben. Die meisten sind schon bei der Anfahrt eine Augenweide. Meist haben sie recht enge (und steile) Durchfahrtsstrassen, auf denen zwei Autos kaum kreuzen können. Ausnahmsweise sieht man dort heute noch Bauern mit Eselsgespann.
Viele, wie z.B. Bubión in den Alpujarras oder Mijas an der Costa del Sol sind ziemlich touristisch und haben unzählige Souvenirgeschäfte und Restaurants.
Deutlich ursprünglicher und weniger touristisch sind z.B. Bédar, Lubrin und Sorbas an der Costa de Almeria etwas Inland von Mojacar.
An der Costa del Sol können wir Casares, etwas nordwestlich von Estepona empfehlen.
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Friedhof
Friedhöfe in Andalusien, wie z.B. dieser hier in Bédar, sind wirklich sehenswert. Die Ahnen ruhen hier in kleinen Gebäuden mit „Zimmern“, welche gerade gross genug sind, einen Sarg aufzunehmen. |
Grab zu verkaufen!
Wohl weil einige Gräber in Andalusiens Friedhöfen eine tolle Aussicht aufs Gebirge oder über das Meer bieten, sichern sich viele Familien schon ein Grab an guter Lage, lange bevor ihre Zeit gekommen ist… Falls die Besitzer später umziehen (bevor das Unvermeidliche eingetreten ist) hängen sie einfach ein Schild “se vende” (zu verkaufen) mit ihrer Telefonnummer ans Grab und kaufen sich ein neues, wo immer sie sich nun niederlassen! |
Sehenswürdigkeit: Cuevas del Almanzora: moderne Höhlenbewohner!Im Landesinnern Andalusiens sind die Temperaturen nicht immer so angenehm wie an der Küste; im Sommer ist es oft unerträglich heiss und im Winter eiskalt. Um diese Temperatur-Unterschiede etwas erträglicher zu machen, haben sich die Menschen in früheren Zeiten oft eine Höhle als Behausung in den Sandstein gemeisselt.
In Cuevas del Almanzora (und einigen anderen Orten) leben noch heute viele Einwohner in einer Höhle, allerdings mit dem Komfort eines gemauerten Hauses. Die modernen Höhlen sind mit Zement verkleidet, tapeziert und mit Backstein Anbauten/Eingängen versehen. Ab und zu sind sie sogar mit Heizung und Klimaanlage ausgestattet, obwohl dies nicht unbedingt notwendig ist, solange der Anbau beim Eingang nicht allzu gross ist. Manchmal sieht dieser schon wie ein kleines Haus oder Reihenhaus aus, welches an einem Sandsteinfelsen klebt. Dahinter mögen sich aber noch mehrere Zimmer im Fels verbergen, der teilweise mehr als 10 Meter ausgehöhlt ist. Wie überall sind ältere Häuser recht simpel, aber neuere Höhlenhäuser können topmodern sein.
modernes Höhlenhaus
Dieses Haus ist grösstenteils in den Sandstein eingemeisselt worden, nur die Fassade sieht aus wie ein ganz normales Haus. |

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