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Eine Reisereportage von nepalgoods

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  Tibetische Stupa in Jiuzaigou  

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In Juizaigou fanden wir eine überwältigende Gebirgslandschaft, freundliche Tibeter, kleine Tempel aber auch einen Schneesturm, der uns veranlaste, so schnell wie möglich nach Chengdu zurückzukehren.

Die ersten 25 Km gehen wir zu Fuss.
"Wir kommen durch ein Tibeterdorf, in dem gerade einige kleine Hotels vom Typ unseres Schweizer Chalets gebaut werden. Am Rande des Ortes steht eine Stupa und wehen viele dünne Gebetsfahnen im schwachen Wind. Hier liegt kein Schnee mehr. Nur die umliegenden Berge sind wie mit Puderzucker bestreut. Nachdem wir die Schneegrenze passiert haben und endlich durch die leuchtenden bunten Herbstwälder gehen, scheint sogar die Sonne. Es herrscht ideales Wanderwetter. Der winterliche Morgen liegt weit hinter uns. Vorbei geht es an den tosenden Wasserfällen und durch tiefen Wald. Eine Yakherde kommt uns entgegen. Der tibetische Hirt nickt uns erst erstaunt dann freundlich lachend zu.

Wir freuen uns an dem schönen Wetter. Sicher trägt auch der rote Wein zu unserer Hochstimmung bei. Doch nachdem wir drei Stunden gegangen sind, wird das Wandern anstrengend und wir wünschen uns nichts sehnlicher, als dass wir endlich ankommen und etwas Erfrischendes trinken können. Für eine kurze Pause gehen wir ein paar Schritte in einen Weg hinein, der von unserer Strasse wegführt. Schon nach weni-gen Metern stossen wir auf eine bunte überdachte Holzbrücke. Unsere Neugier lässt uns unsere Müdigkeit vergessen und sorgt für neue Energie. Wir folgen dem Weg. Bald können wir von weitem das Dach eines Tempels sehen. Es ist mit golden leuchtenden Ornamenten verziert. Wir steigen über eine verfallene Mauer. Dahinter liegt ein vernachlässigter Garten, in dem zwei tibetische Frauen die Erde bearbeiten. Wir lächeln verlegen, während ihnen vor lauter Erstaunen, dass da so plötzlich zwei Westler auftauchen, die Hacke aus den Händen fällt. Wir verschwinden durch das Gartentor. Dann stehen wir vor einem gerade renovierten tibetischen Tempel. Alles riecht herrlich nach frischem Holz. Ausser den beiden Frauen, die uns nachge-kommen sind, ist niemand zu sehen. Der Tempel ist verschlossen. Rundherum sehen wir viele verfallene Mauern und Häuserreste, die zum Teil von Gestrüpp überwachsen sind. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Dorf mit dem Tempel während der Kulturrevolution abgebrannt ist. Doch es gibt niemanden, den wir fragen können. Und so bleibt dieser eigenartige Platz namenlos für uns. Er ist auch nicht auf unserem Plan von Jiuzhaigou eingezeichnet."


  Auf dem Markt  

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Zurück in Chengdu freuen wir uns an dem warmen Wetter und den bunten Märkten.

"Nach einigen hundert Metern sehen wir einen Strassenmarkt. Jeder Händler hat seinen eigenen überdachten Marktstand, wo er Gemüse, Kartoffeln, Gewürze etc. anbietet. Geflügel wird lebend nach Gewicht verkauft. Die Hühner werden kopfüber mit den zusammengebundenen Füssen an die Waage gehängt und anschlies-send ohne grosse Umstände in den Einkaufskorb des Käufers getan. Wir sehen viel Ungewohntes für unser westliches Gemüt. Manchmal bleiben wir lange stehen und rätseln über den unbekannten Gewürzen. Ich erkenne Chili-Pfefferschoten, Sternanis, Ingwer und vieles mehr. Wir geniessen den Lärm, die fremden Ge-rüche und die freundlich lächelnden Chinesen. Auch die Smogwolke über der Stadt wirkt heute nicht so schwer und dick wie sonst. Die Sonne scheint leuchtend und warm.

Es reizt uns, auch einmal etwas auf einem solchen Markt zu kaufen. Deshalb beschliessen wir, uns morgen unser Frühstück selbst zuzubereiten. Dazu benötigen wir vor allem Eier, die wir mit Anitas Tauchsieder kochen können. Die erste Marktfrau will uns gleich ein ganzes Dutzend verkaufen. Auf weniger lässt sie sich nicht ein. Aber schon bietet uns ihre Nachbarin zwei Eier an, die wir gerne kaufen. Ich habe das Gefühl, dass sich die Chinesen mal wieder köstlich über die „verrückten“ Ausländer amüsieren. Vorsichtig wickeln wir die Eier in mein Halstuch. Wir freuen uns über unseren Erfolg und gehen zurück zur Hauptstrasse. Unterwegs versuchen wir noch, Butter zu bekommen, aber die ist hier gänzlich unbekannt."


  Dragon Gate  

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Als wir in Kunming ankommen ist das Wetter wunderschön, obwohl die Stadt 2000m hoch liegt.

"Dann brechen wir zu einem kleinen Schaufensterbummel auf. Die Luft ist mild, die Strassen sind voller Men-schen. Das Zentrum von Kunming ist ein riesiger Kreisverkehr, an dem es ein grosses Kaufhaus gibt. Wir gehen hinein - eigentlich nur, um mal zu gucken. Was es hier alles gibt! Die Auswahl ist erstaunlich gross. Toll sind die Abteilungen für Bettwäsche und Bekleidung mit ihren bunten Farben. Und die niedlichen Kinder-kleider! Ich werde für den Nachwuchs meiner Freundin Mecki, die im Dezember Drillinge erwartet, drei gleiche Babyanzüge kaufen. Natürlich solche mit einem Schlitz am Popo. Das ist die chinesische Art, Win-deln zu sparen. Sorgfältig wähle ich aus. Die Verkäuferin ist ganz konzentriert bei der Sache und legt mir immer neue, schönere Strampelhöschen vor. Ich habe sehr viel Spass beim Aussuchen, genau wie die chi-nesischen Hausfrauen, die sich um uns gescharrt haben. Passend zu den Babykleidern kaufe ich noch drei rote Häschen-Mützen, wie sie jetzt im chinesischen Jahr des Hasen von vielen chinesischen Kindern getra-gen werden. Auch die Spielzeugabteilung ist ein Erlebnis. Es gibt viel Blechspielzeug zum Aufziehen, von dem wir uns einiges vorführen lassen. Dabei geraten wir in einen richtigen Kaufrausch. Alles ist so anders als zuhause in Deutschland und so bunt!"


  Auf dem Li River  

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Anita ist in Liuzhou aus dem Zug gestiegen. Sie hat viel mer Zeit als ich. Ich fahre weiter bis Guilin und dann mit dem Boot auf dem Li-River nach Yangshuo.

"Langsam fährt das flache Boot durch das Tal des Li-Rivers. Über Lautsprecher werden die Sehenswürdigkei-ten erklärt, allerdings auf Chinesisch. Meine amerikanischen Freunde übersetzen für mich. Die bizarren Formen der Berge sollen aussehen wie Pferde oder Kamele. Wie Kragen liegen die tief hängenden Wolken um die Gipfeln. An den Ufern wächst hellgrüner, fedriger Bambus. Wasserbüffel stehen bis zum Bauch im seichten Uferwasser. Manchmal fahren wir an kleinen Dörfern vorbei, von denen nur die Strohdächer über dem dichten Bambus zu sehen sind. Eine alte klapprige Fähre überquert schwankend den Fluss. Vor und hinter uns befinden sich weitere Touristenboote auf dem Fluss. Trotz der schlechten Lichtverhältnisse foto-grafiere ich immer wieder. Dann wird das Essen serviert. Der amerikanische Chinese nötigt mir jede Delikatesse und Leckerei auf. Schliesslich bin ich vollkommen satt. Der Tisch sieht aus wie ein Schlachtfeld.

Den Rest der Fahrt verbringe ich auf dem vor dem nicht enden wollenden Regen geschützten Oberdeck. Auch bei unserer Ankunft in Yangshuo giesst es weiter in Strömen. Kaum sind wir an Land, fallen die Souve-nirverkäufer über uns her. Ich orientiere mich kurz und gehe an ihnen vorbei zum Yangshuo-Hotel, dem besten Haus am Platze. Das Hotel besteht aus einer Anzahl zweistöckiger Gebäude, die um einen hübschen kleinen See mitten im Ort gruppiert sind. Mein Zimmer ist schön und preiswert. Von meinem Fenster aus habe ich einen wundervollen Blick auf einen der steilen Berge, der gekrönt ist von einem kleinen Aussichts-pavillon. Die vom Fenster eingerahmte Landschaft wirkt wie eine chinesische Tuschezeichnung, die ich immer wieder freudig vom Bett aus betrachte. Dann geniesse ich ein heisses Bad in dem sauberen Bade-zimmer."


  Kowloon  

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In Yangshuo habe ich Rudi kennen gelernt. Mit ihm reise ich die letzte Strecke nach Hongkong. Ein abenteuerlicher Urlaub geht zu Ende.

"Mein warmes, weiches Bett verführt mich zum Ausschlafen. Da ich mein Zimmer bis zum Mittag geräumt haben muss und mein Flugzeug erst am Abend geht, packe ich meinen Rucksack und bringe ihn zu Rudi ins Garden-Hostel. Das ist eines von den vielen preiswerten Hotels an der Nathan Road, in denen die Rucksack-reisenden absteigen. Rudi hat ein Bett im Schlafsaal des Garden-Hostels. Von diesen Dormitories gibt es drei oder vier in dem Hotel, von denen jedes mindestens zehn doppelstöckige Betten auf engstem Raum beherbergt. Man hat kaum Platz, sein Gepäck irgendwo abzustellen. Ausser den Zimmern bietet das Hotel noch eine Menge Annehmlichkeiten für den Traveller, der gerne preiswert reisen möchte. In einem kleinen Raum kann man nasse Kleidung nach dem Waschen aufhängen. Im Aufenthaltsraum stehen ein grosser Kühlschrank für mitgebrachte Getränke und Kochplatten, auf denen man sich zur Not sein Essen selbst zu-bereiten kann. Es herrscht Campingatmosphäre. Ich bin froh, dass ich ein Zimmer im Y.M.C.A. hatte. Trotzdem haben diese Hostels auch ihre Vorteile. Die Unterkunft ist sehr billig und da sich hier Traveller aus aller Welt treffen, kann man Reiseinformationen für ganz Asien bekommen."


  Wushu Tempel  

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Wer gerne mehr über meine Abenteuer 1987 in China lesen möchte, kann mir gerne eine Mail schicken: nepalgoods@yahoo.com.
Mein Reisebericht umfasst ca. 50 Seiten.





 

© nepalgoods aus Hannover, In das Gästebuch von nepalgoods schreiben
China ist ein Spezialgebiet von nepalgoods.






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