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Eine Reisereportage von Franz Frey

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Im Sommer 1998 war ich das erste Mal in Indonesien und es hat mir recht gut gefallen. Damals hatte sich die Reise auf Java und Bali beschränkt. Diesmal sollte Sumatra dazukommen.



Endlich war es wieder so weit. Eineinhalb Meter Schnee seit November, fast tägliches Schneeschaufeln, es reichte mir. Wie immer die letzten vier Jahre hatte ich die Reise bei Djoser gebucht. Um vier Uhr früh mußte ich los - bei heftigem Schneetreiben, was sonst - fuhr ich mit dem Wagen eine gute Stunde zum Flughafen Linz-Hörsching. Das ist ein ganz kleiner Provinzflughafen und ich war der erste Gast an diesem Morgen. Erstmals hatte ich ein elektronisches Ticket, war aber kein Problem. Das Gepäck wurde durchgecheckt, zu Fuß gings zur Propellermaschine und erstmals sah ich, wie die Flugzeuge enteist werden. Trotz des lausigen Wetters startete die Maschine aber wie geplant um 6h. Zu sehen gabs nichts, erst kurz vor Frankfurt gabs erstmals Bodensicht. Dort mußte ich mit dem Skytrain zum Terminal 2, aber das kannte ich schon von meiner letzten Reise.



Pünktlich um 12 startete die 777 von Malaysia Airlines nach Kuala Lumpur. Die Maschine war zu meiner Überraschung nicht einmal halbvoll und ich hatte einen Doppelsitz für mich allein, was will man mehr. Überhaupt war ich von Malaysia sehr angetan, vorallem das Bordprogramm war das Beste was ich bisher kennengelernt hab. Das Essen war - wie immer im Flugzeug - nicht gerade aufregend und nach ein paar Bier hab ich dann doch irgendwann drei, vier Stunden geschlafen. Um 6h früh landeten wir in Kuala Lumpur. Der Flughafen ist recht modern aber kein Vegleich mit Singapore. Um 9h gings mit der Maschine der Malaysia weiter nach Medan, der Hauptstadt von Sumatra. War nur ein Hüpfer von einer Stunde und ich hatte vom Flieger aus einen sehr schönen Blick nach unten. Am Flughafen dann das Visum für Indonesien besorgt und 25$ gelöhnt. Die Formalitäten am Einreiseschalter gingen recht zügig und das Gepäck war auch schon da. Am Flughafen lernte ich die Reisebegleiterin von Djoser kennen und die Gruppe war schnell eingesammelt, es waren ja nur fünf Leute. Mit dem Bus der Agentur fuhren wir in die Stadt, blieben bei einem Geldwechsler stehen, tauschten die ersten Euros in indonesische Rupies und waren stolz, Millionäre zu sein. Nun war es nicht mehr weit ins Hotel im Stadtzentrum. Mein Zimmer war noch nicht fertig, also Gelegenheit auf ein erstes Bintang im Hotelrestaurant. Irgendwie hatte ich schon im Flugzeug den Verdacht, das Kabel für die externe Festplatte vergessen zu haben. Gleich im Zimmer wurde der Verdacht bestätigt. Also machte ich mich nach ein paar Stunden Pause auf den Weg in die Stadt. Gleich um die Ecke war ein Computerladen und der junge Besitzer meinte gleich, daß das "very special" sei und ich das in Indonesien wohl niemals bekommen würde. Somit waren meine fotografischen Möglichkeiten drastisch eingeschränkt und ich mußte die Pixelzahl bei den Kameras gleich einmal zurückschrauben. Keine Katastrophe, schließlich hatte ich zwei Microdrive mit je einem Gigabite, aber doch lästig und blöde und zum Ärgern über die Dummheit. Aber irgendwas vergeß ich ja auf jeder Reise. Am Abend gingen wir in der Gruppe in ein Traveller-Restaurant. Ich hab Froschschenkel bestellt, die haben ganz hervorragend geschmeckt. Sonst hat Medan nicht viel zu bieten. Am Abend werden in der Straße wo wir wohnten Essensstände aufgebaut. Die habens mir dann aber auch nicht mehr angetan. Es war mir auch am Abend zu heiß, ich trank in der klimatisierten Hotelbar noch ein Bier und hab dann sehr gut geschlafen.

  Orang Utan  

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Die Rundreise startete mit einer dreistündigen Fahrt nach Bukit Lawang, den Ausgangsort für den Besuch des Leuser Nationalparks. Der Ort wurde im November 2003 von einer ungeheuren Flutkatastrophe getroffen. Der Bohorok River der den Ort durchfließt ist über Nacht um 10m gestiegen und hat mit einer riesigen Flutwelle den Großteil des Ortes mit sich gerissen. An die 300 Menschen kamen ums Leben, die meisten wurden nie gefunden. Die Spuren sind noch deutlich sichtbar. Über eine Hängebrücke überquert man den Unglücksfluß und kommt zu einer Öko-Lodge, wunderschön über dem Bohoroc-River gelegen. Die Attraktion des Parks sind die Organg-Utans. Die meisten wurden in einem Rehabilitationszentrum aufgepäppelt und dann ausgewildert. Ein Besuch des Parks auf eigene Faust ist unmöglich, es gibt zwar Pfade aber keine Beschilderung, man würde sich wohl schnell hoffnungslos verlaufen.


  Orang Utan  

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Um 1h kam der Guide. Gleich nach der Lodge gehts ganz steil bergan. Die Hitze, die enorme Luftfeuchtigkeit und meine viel zu schwere Fototasche bewirkten, daß ich nach dem ersten Hügel schon fertig war. Das Angebot der zahlreichen Helfer, die uns folgten, mir die Tasche zu tragen, lehnte ich aber ab. Man hat ja seinen Stolz. Der Weg war ganz schön beschwerlich, es ging fast dauernd auf und ab. In der Lodge wurde uns erzählt, daß man in der letzten Woche keine Orangs gesehen hat und innerlich hatte ich mich wohl auch damit abgefunden. Plötzlich war er dann doch da und turnte über uns in den Bäumen. Es war ein Zögling aus dem Rehabilitationszentrum und daher an Menschen gewohnt.


  Orang Utan  

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Wir sahen noch eine Horde kleinerer Affen und dann wieder den Orang der uns ein gutes Stück begleitet hat. Dann gings am gleichen Weg durch den Dschungel zurück, den wir gekommen waren. Um vier Uhr, einige Stunden später als geplant, begannen wir die Rückfahrt nach Medan und gleich weiter nach Berastragi im Batak-Hochland. Erst um 9h kamen wir beim Hotel in Berastragi im Hotel an. Ich war fix und fertig und raffte mich gerade noch ins Restaurant zu einem Beefsteak und einem Bintang auf. Eigentlich schade, daß wir von dem Ort, der 1300m hoch liegt, wo wenig gesehen haben, die Aussicht auf die umliegenden, noch aktiven Vulkane am nächsten Morgen war recht schön, für ein gscheites Foto aber noch zu diesig.


  Erster Blick zum Toba-See  

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Nach einer guten Stunde kamen wir nach Sipisopiso und machten dort in einem kleinen Aussichtspark eine Stunde Pause. Es gibt dort einen 80m hohen Wasserfall und vorallem einen Panoramblick auf den Toba-See. Leider war auch dort die Fernsicht nicht besonders und der See nur schemenhaft erkennbar. Ich hab mir dann in einem der zahlreichen Souveniershops einen Euro eine Kappe gekauft und in einem Rumah Makan (so heißen die einfachen Restaurants in Indonesien) ein Cola getrunken.


  Königspalast  

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Wir fuhren weiter über das Batak-Hochland und nach einer weiteren Stunde erreichten wir Pematang Purba. Dort steht in einer Lichtung der 200 Jahre alte Königspalast der Simalungun Batak und einige dazugehörige Nebengebäude mit ihren so typischen Büffeldächern, wie etwa die Gerichtshalle, das Haus der Leibgarde und diverse Speicher. Die Batak lebten bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts völlig isoliert und konnten ihr Kultur daher recht lange bewahren.


  Königspalast  

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© Franz Frey, 27 Einträge im Gästebuch von Franz Frey





Leserkommentare:

Hallo Franz, ich ziehe den Hut von Deinem tollen Reisebericht und natürlich die vielen schönen Bilder. Sumatra würde mich auch mal reizen
doch bisher habe ich dieses nur immer aufgeschoben. Mit dem Urlaub ging es mir genauso wie Dir, jeder Urlaubstag muss ja schliesslich
ausgenutzt werden. Mach weiter so und bring wieder tolle Berichte.
Gruss
Norman(Verfasser: Söllner Norman)

sehr gut


Ein wunderbarer Reisebericht mit sehr schönen Fotos, die alles noch besser untermalen. Klasse! Da werden auch unsere Erinnerungen wieder
wach, trotz dass unsere Reise schon acht Jahre her ist.

(Ob Uncle Jack nahe Padang noch lebt?)

LG Sandra und Enrico
http://www.oribi.de(Verfasser: Enrico Sturm und Sandra Sturm)

Gesamtbewertung:

sehr gut

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