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Eine Reisereportage von Franz Frey

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Im Oktober 2001 führte die Reise nach Mali in Westafrika. Das Dogonland, die Lehmmoschee von Djenne, das legendäre Timbuktu und eine dreitägige Pinassenfahrt am Niger waren die Höhepunkt dieser Reise, die zwar in ein wunderschönes und interessantes Land führte aber durch einen dramatischen Zwischenfall doch einen sehr unglücklichen Verlauf nahm.

Es war meine erste Reise mit einer Digitalkamera. Kurz vor der Abreise hab ich mir die Fuji Finepix Z6900 gekauft, die erste wirklich brauchbare Digi-Kamera die es damals gegeben hat. Weil man sowieso eine Ersatzkamera braucht, ich damals der Digitalkamera noch nicht getraut habe und es in Malis Strom nur den Zentren gibt, hab ich auch viele Biöder mit der Spiegelreflexkamera gemacht, deren Qualität am PC natürlich viel niedriger ist und die ich nur verwendet habe, wenn es unbedingt notwendig war.

Der Abflugtermin um 6h früh ab Schwechat war reichlich ungewöhnlich und unangenehm. Ich fuhr mit dem letzten Zug nach Wien, kam dort gegen Mitternacht an und suchte mir in der Nähe des Westbahnhofes ein Internet-Cafe um mir im Web die Nacht um die Ohren zu schlagen. Irgendwann in der Früh nahm ich dann ein Taxi und ließ mich zum Airport bringen. Ich hatte die Reise bei Kneissl-Touristik gebucht, und schnell fand sich auch die kleine Gruppe zusammen, es waren durchwegs erfahrene Traveller. Zuerst flogen wir mit der Sabena nach Brüssel und gegen Mittag startete von dort der Flug nach Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso. Dort legten wir eine Zwischenlandung ein, die meisten Passagiere verließen die Maschine, wir konnten in der Maschine sitzen bleiben, der airport wirkte extrem ärmlich. Nachdem wir wieder gestartet waren, wurde der Flug so richtig interessant. Zuerst hatte man einen schönen Blick auf die recht dörflich wirkende Hauptstadt von Burkina Faso und kurz vor der Landung überflogen wir auch noch das Niger-Binnendelta. Mit zwei Stunden Verspätung landeten wir in Bamako, der Hauptstadt von Mali. Beim Aussteigen wieder das Gefühl, daß einem der Hammer trift, es war heiß und die Luftfeuchtigkeit ungewohnt hoch.
Wir wurden vom Chef der in Bamako ansässigen Reiseagentur, einem Deutschen, empfangen, lernten Guide, die zwei Fahrer und die Köchin kennen, wurden in zwei Jeeps reingesetzt und weiter gings im letzten Tageslicht Richtung Segou. Das waren zwar nur 235 km, wir waren auf der besten Straße von Mali, trotzdem war klar, daß wir erst spät in der Nacht in Segou ankommen werden. Für Fotopausen war da keine Zeit und schon bald auch kein Licht mehr. Wir sahen in den Ortschaften die Menschen mit Petroleumlampen vor ihren Häusern sitzen, mehr Sicht ließ die Dunkelheit nicht zu. Und alle waren froh, als endlich gegen 10 das einfach Hotel erreicht wurde.
Dort noch ein kleiner Schock, als ich feststellte, daß ich das Säckchen mit meinen Socken einzupacken vergessen habe. Aber das schien mir ein geringes Problem, die kann man ja wo kaufen - glaubte ich da noch.

  Ein Taxi in Mali  

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Bald in der Früh brachen wir in nördlicher Richtung auf, etwa 250km sind es in die berühmte Stadt Djenne. Die Straße war ganz ausgezeichnet, nur das was sich darauf bewegt war für uns ungewohnt. Viehherden und Pferdefuhrwerke waren an der Tagesordnung, nur ab und zu ein Laster oder ein Touristen-Jeep.


  Fähre über den Beni  

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Gegen Mittag bogen wir von der Hauptstraße nach links ab und nun war es aus mit der Straße. Die Tausendjährige Stadt liegt im Binnendelta von Niger und Beni. Sie ist nur zur Trockenzeit am Landweg erreichbar. Uns und den Bus brachte eine Fähre über den Beni und der Zustand dieses Gerätes machte schon recht deutlich, daß Mali eines der ärmsten Länder der Welt ist.


  Über den Dächern von Djenne  

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Wir kamen in der Stadt an, machten eine Cola/Bierpause in einem Restaurant, kletterten dann das Lehmgebäude hoch und stellten am Dach erstmals unsere Zelte auf, bevor wir uns auf den Weg in die Stadt machten.


  Die große Moschee  

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Die Große Moschee ist in mittelalterlicher sudanesischer Lehmarchitektur errichtet, ihre Anfänge reichen in das 14 Jahrhundert zurück und sie gilt als der größte Lehmbau der Welt. Sie ist 20m hoch und bietet 5000 Gläubigen Platz, sie wurde Anfang des 19.Jhdt zerstört und Anfang des 20. Jhdt. in der heutigen Form wiedererrichtet. Besonders attraktiv wird das Gebäude als Kulisse für den riesigen Markt, der jeden Montag dort stattfindet.


  Montagsmarkt  

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Man sollte eine Mali-Reise auf jeden Fall so planen, daß man am Montag in Djenne ist. Der Montagsmarkt ist der bedeutendste Markt in der Sahelzone und spielt sich rund um die große Moschee ab. Wir bestiegen ein Lehmhaus und hatten von dort einen guten Überblick übe das Geschehen. Leider waren wir viel zu spät und das Licht war schon ganz schlecht.


  Der Montagsmarkt  

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Was den Markt so besonders interessant macht, sind die vielen Händler der verschienden Stämme die hier zusammentreffen. Fulbe-Hirten, Dogon, Peulh, Bambara-Bauern und Bozo-Fischer bieten ein buntes Bild, dazu noch die bunten Kleider der Frauen, wie sie eben in Schwarzafrika überall üblich sind . Leider war am Markt selbst ein derartiges Gedränge, daß Fotografieren fast unmöglich war, die Sonne war weitgehend verschwunden und der von den Massen aufgewirbelte Staub machte die Luft trübe.


  Markt in Djenne  

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Zu kaufen gibts fast alles am Markt, aber eben nur fast. Außer in der Hauptstadt gibts in Mali keine Geschäfte wie wir sie kennen. Alles spielt sich in den Märkten ab. Mein Plan, hier Socken zu kaufend scheiterte erbärmlich. Es gab keine, weil in Mali eben kein Mensch Socken trägt. Aber das wollte ich hier noch nicht glauben.


  Kalebassenmacher  

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© Franz Frey, 27 Einträge im Gästebuch von Franz Frey





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