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Eine Reisereportage von Franz Frey

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  Tempel  

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Ich hatte mir schon am Vortag einen Stadtplan zugelegt und startete bei Sonnenaufgang zur "Tempeltour". Entlang der Promenadenstraße gibt es Dutzende Wats und Thats, die meisten mit einem angeschloßenen Kloster. Ich besuchte und fotografierte einige dieser Tempel und tat gut daran, das schon am frühen Morgen zu machen. Schon ab 10h wurde es unerträglich heiß und ich ließ die Tempel Tempel sein, mit der Zeit wurden sie sich sowieso immer ähnlicher. Ich ging ins Touristenzentrum und ließ mir eine CD-Rom von meinen Fotos brennen. Da Besichtigung ohne Fotoapparat sich nicht auszahlt, bei dieser Affenhitze sowieso jede überflüssige Bewegung Nonsens war, setzte ich mich in ein kleines Straßenrestaurant auf zwei Bier-Lao. Die Besitzerin konnte ausgezeichnet Englisch. Die erklärte, daß es 42 Grad hätte und eine derartige Hitze auch Laos ungewöhnlich sei. Nachdem ich meine Foto-CD bekommen habe, zog ich mich aufs Zimmer zurück und verließ das erst wieder am späten Nachmittag.


  Sonnenuntergang am Mekong  

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Mein Plan war, die Hauptstraße zum Siegestor hinaufzugehen, da man von dem einen guten Ausblick auf die Stadt haben sollte. Leider präsentierte sich die Prachtavenue von Laos als einzige Baustelle, der Staub und Dreck waren unbeschreiblich und als Höhepunkt dieses traumhaften Spaziergangs war auch noch der Lift auf das Siegestor wegen Renovierung geschlossen. Nun hatte ich von Vientiane endgülig genug gesehen. Aber der Sonnenuntergang in einem der zahlreichen Open-Air-Restaurants am Ufer des Mekongs hat dann doch wieder versöhnt. Ich ging wieder ins gleiche Restaurant am Vortag, aber erst nachdem ich mich versichert hatte, daß ich nicht der einzige Gast war.


  Marktfrau  

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Nur etwas mehr als 170km sind es von Vientiane zum Tagesziel Vang Vieng und so blieb genug Zeit, einen ganz fotogenen Wochenmarkt anzuschauen und die Verkäuferinnen zu fotografieren.


  Brückengeher  

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  Landschaft bei Vang Vieng  

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Vang Vieng ist ein reines Tourismuszentrum. Die Straße des Ortes besteht aus einfachen Guesthouses, Restaurants, Trekking und Rafting-Agenturen. Wir mieteten Fahrräder und fuhren über eine fürchterliche Piste zu einer der zahlreichen Höhlen, die wir nach einem anstrengenden Aufstieg über viele Stufen erreichten. Die Mücken waren furchtbar lästig, trotzdem entschlossen wir uns zu viert, eine weitere Höhle zu besuchen. Wir gaben die Räder zur Aufbewahrung, zahlten Eintritt und machten uns auf den Weg. Der ging auf einem kaum zu erkennenden Pfad steil bergan und das für fast eine Stunde. Wir wollten mehrmals umkehren, schauten aber immer wieder doch noch um die nächste Ecke und dann standen wir vor einem Loch, und dann standen wir vor einem Loch in das eine Leiter hinabführte. Ich war vom Aufstieg völlig fertig, weil ich kein Wasser mitgenommen hatte und pfiff auf das Loch, es gab angeblich sowieso wenig zu sehen. Der Rückweg war kaum weniger anstrengend zwei der mich begleitenden Damen waren zudem nicht trittsicher und nahmen beim Abstieg mehrmals den Hintern zu Hilfe. Mit allerletzter Kraft und kaputt vor Durst erreichte ich das Restaurant und alle staunten nicht schlecht, als ich kein Bier sondern Wasser bestellte, zumindest zuerst. Nachdem dann doch ein paar Bier-Lao hinzukamen, gingen wir noch zusammen essen, und todesmutig ging ich in ein indisches Restaurant mit. Es war mein erstes asiatisches Essen seit vielen Jahren, obwohl ich eigentlich jedes Jahr mindestens 1x in Asien bin. Ich aß so pikante Hühnerhaxen und es war eigentlich gar nicht sooo schlecht.


  Landschaft bei Vang Vieng  

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Nun folgte die Fahrt von Vang Vieng nach Luang Prabang. Schon in Kambodscha wurde uns mitgeteilt, daß es für diese Strecke wegen eine Terroranschlages eine partielle Reisewarnung gäbe, die einzig mögliche Alternative wäre ein Flug mit Lao Aviation. Die Fluglinie gilt als einer der schlechtesten der Welt und so beschlossen wir doch, mit dem Bus zu fahren. Ich hab mich am Vortag an der Bar noch mit einem Engländer unterhalten, und wußte daß man den ausgebrannten Bus neben der Straße sehen wird. Und so kam es dann auch. Die Landschaft selbst war traumhaft schön, es ging steil hinauf ins Bergland und die Ausblicke waren teilweise gigantisch.


  Kinder im Hochland  

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Es ein ein ständiges Rauf und Runter wie ich es eigentlich noch nie erlebt habe. Mittagspause machten wir dann in einem kleinen Bergdorf und dann gings noch ein paar Stunden rauf und runter, und zunehmend verging die Angst. Es war wohl die mit Abstand schönste Strecke auf die ich mich in Asien erinnern kann und es würde sich auf jeden Fall lohnen, diese Strecke auf ein paar Abschnitte aufzugliedern, wenn es die Sicherheit wieder zuläßt. Aber die Strecke ist enorm kurvenreich und das ständige steile berauf und dann wieder runter machte sogar uns zu schaffen, was muß erst der Fahrer geleistet haben.


  Boote am Mekong  

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Am späten Nachmittag erreichten wir Luang Prabang, die alte Königsstadt und bis 1975 Hauptstadt von Laos. Von Hauptstadt oder gar Metropole spürt man aber schon gar nichts, es ist eine Kleinstadt, eher noch ein großes Dorf. Umso bewundernswerter ist es, daß es den wenigen Bewohnern trotzdem gelungen ist, all diese Tempeln und Heiligtümer über Jahrhunderte zu erhalten. Der Ort liegt in einer malerischen Gegend, umringt von Bergen, auf einer Halbinsel hin zum Mekong, es gibt kaum hohe Häuser und wenig Verkehr, Fahrräder und Mopeds sind die Hauptverkehrsmittel.



 

Mehr zu dieser Reise in der Haupt-Reisereportage Bilder einer Reise - Kambodscha 2003  46
Die weltberühmten Tempel von Angkor Wat und das noch relativ ursprüngliche, ländliche Laos waren mein Hauptmotiv im März 2003 für eine 4-wöchige Indochinareise.


© Franz Frey

© Franz Frey

   

 

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