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Eine Reisereportage von Franz Frey

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  Hotab  

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Hoteib oder so ähnlich, es gibt für diesen Ort mindestens 20 Schreibweisen, keine Ahnung, welche richtig ist, ist ein wichtiges Pilgerzentrum der Bohra-Sekte. Orthodoxe Ismaeliten die den Aga Khan nicht als Oberhaupt anerkennen. Die meisten dieser Mitglieder leben in Indien und kommen einmal im Jahr an einem bestimmten Tag zu diesem Wallfahrtsort. Der Ort ist für den Jemen untypisch sauber und am Ortseingang gibts einige hotelähnliche Pilgerhäuser. Das Heiligtum ist ein Grabmal im Ort, die Sehenswürdigkeit aber eindeutig die am Gipfel eines Felsen klebende Moschee. Nach der Besichtigung fuhren wir in den Ort Manakhah wo sich die Fahrer wegen Kat umschauten. Weil ich mir noch vor Sonnenuntergang eine Zigarette angezündet hab, bekam ich von einem Passanten einen Anschiß und der Fahrer auch. Da hab ich die Zigarette dann doch lieber ausgemacht. Es war aber das einzige Mal, daß ich als Ungläubiger irgendwo angeckt bin.


  Bab al Jemen  

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Von Manakhah nach Sana´a sinds nur zweieinhalb Stunden nach Sana´a und dann war die Reise zumindest einmal für die Fahrer zu Ende. Bei der Ankunft im "Sam City" Hotel waren die Zimmer nicht fertig und es hieß einmal eine gute Stunde warten. Am Nachmittag machte ich mich auf den Weg in die Altstadt, auf die Suche nach Motiven die ich am ersten Reisetag übersehen hatte.


  Bab al Jemen  

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Ich hielt mich bewußt etwas abseits der Haupttouristenpfade. In der verwinkelten Innenstadt mit seinen engen Gassen ist das Fotografieren aber sehr mühsam. Und irgendwann landet man sowieso wieder beim Bab Al-Yemen, dem einzig noch verbliebenen Stadttor im Süden der Stadt. Es ist eben das Zentrum von Sana´a und somit des Jemen.


  Kinder in Sana´a  

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Wenn man vom Hotel die Abkürzung einmal wußte, war man in einer Viertelstunde im Stadtzentrum. Ich wollte den letzten Tag noch mal ausgiebig zum Fotografieren nutzen. Vorallem die Menschen waren bei den Bildern dieser Reise etwas zu kurz gekommen.


  Fenstergucker  

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Der Ramadan machte sich auch im Souk bemerkbar. Es war an diesem Vormittag kaum Betrieb, viele Läden hatten geschlossen, jedenfalls kein Vergleich zum ersen Tag der Reise. Ich blieb auch nicht sehr lang und zog mich bald zur Siesta zurück.


  Im Souk  

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Um 3h nachmittags machten wir noch einmal einen Stadtbummel mit unserem Guide. Er zeigte uns auch noch ein paar schöne Fotoplätze, etwa auf der Stadtmauer am Bab Al-Yemen. Leider war die Sonne schon sehr tief und die Altstadt lag im Gegenlicht. Ich hatte noch ein Problem und zwar viel zu viele Rials. Also Zigaretten kaufen. War gar nicht so einfach, denn von der bevorzugten Importmarke hatte jeder Laden nur 2 oder 3 Packerl. Und so dauerte es ganz schön lang, bis das letzte Geld weg war.


  Im Souk  

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In einer kleineren Gruppe versuchten wird noch was essbares zu bekommen. Wir landeten in einem noblen Lokal mit einer richtigen, bebilderten! Speisekarte. Leider waren außer dem Chicken alles Speisen aus und Chicken wollte ich bestimmt nicht mehr. Um 9h kletterten wir in den Bus der uns zum Flughafen brachte. Der Flieger startete genau um Mitternacht, die Stewards servierten auch schnell das Essen, und es gab natürlich Chicken, dafür aber auch im Flieger kein Bier.


Soll man jetzt noch in den Jemen reisen?



Ein paar Monate nach meiner Rückkehr herrschte bei uns im Land helle Aufregung. Zwei Österreicher wurden bei Marib entführt und ein paar Tage gefangengehalten. Ein Krisengipfel im Aussenministerium wurde eingeschaltet, ein Außenamtsmitarbeiter flog nach Sana´a (und saß dort wohl sinnlos im Hotel rum, weil die Entführer ja nicht von ihm, sondern von der Regierung was wollten). Die Zeitungen brachten Doppelseiten über das angebliche Drama und waren voll von Vorwürfen und Unverständnis über die Unverantwortlichkeit der Leute, in so ein Gebiet zu reisen. Von den Leserbriefen will ich gar nicht reden, deren Grundtenor: Wie kommt der unschuldige Steuerzahler dazu, Lösegelder blechen (was weder bei dieser Entführung noch bei irgend einer anderen Entführung im Jemen für das Heimatland zur Diskussion stand), wenn Idioten ihr Leben riskieren. Ja, die öst. Regierung hat aus dem Anlass in einem populistischem Anfall sogar ein diesbezüglichdas Gesetz herausgebracht, daß ein Reisender bei Entführung selber haftet, wenn eine Reisewarnung besteht (die es für den Jemen niemals gab und auch bis heute nicht gibt, und wer in Länder wie Haiti, Kongo, Elfenbeinküste, Afghanistan, Somalia oder in den Irak fährt, der ist wohl wirklich selber schuld).

Ich würde derzeit wohl eher nicht in den Jemen reisen, auch deswegen weil es eh kaum Reisen geben wird, die zustandekommen.
In ein paar Jahren wird sich das wieder gelegt haben, denn der Tourismus wird von einem der schönsten Länder der Welt nur schwer fernzuhalten sein. Nur wird der Jemen dann ein anderes Land sein. Die touristisch so interessanten kleinen Bergdörfer wie Kaukabam, Shahara oder Hajjarah werden es ohne Tourismus schwer haben, zu überleben. Die Landflucht wird noch mehr zunehmen, Sana´a wird zum Moloch werden.

 

Mehr zu dieser Reise in der Haupt-Reisereportage Bilder einer Reise, Jemen 2005, Teil 1 Nordjemen  61
Erstmals war ich im Dezember 96/Jänner 97 im Jemen. Schon damals war ich von diesem unglaublich vielfältigen Land fasziniert..


© Franz Frey

© Franz Frey



 

© Franz Frey, 27 Einträge im Gästebuch von Franz Frey






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