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Kampung Naga
Einem kleinen Bach entlang durchquert man die Reisfelder. Einige Einwohner saßen am Bachufer und fischten. Die Frauen stampften Reis und weil von den Kollegen nichts zu sehen war, ging ich einmal vor umd das Dorf abzulichten. Es sind etwa 100, fast idente Häuser die auf engsten Raum zusammenstehen. Strom gibts keinen und auch keine motorisierten Fahrzeuge. |
Kampung Naga
Die Naga sind eine Minderheit und dürften aus Malaysia stammen. Das Dorf gibts jedenfalls seit dem 16. Jahrhundert und irgendwann in den 60iger Jahren hat man sich entschlossen, in der alten Tradition fortzuleben und den Fortschritt vom Dorf fernzuhalten. Der Guide führte uns durchs Dorf, zeigte uns sein Haus, wie dort ohne Strom gekocht und auf Matten am Boden geschlafen wird (wenn ich da an mein Kreuz denk...), und mit Stolz auch Frau und Kinder. In den 80iger Jahren wurde das Dorf von radikalen Moslems abgefackelt. |
Dorfleben
Die Leute leben von der Landwirtschaft, hauptsächlich vom Reisanbau und vom Kunsthandwerk, letzteres natürlich in Verbindung mit dem Tourismus. Vorallem wegen letzterem dürfte sich die selbst gewählte Lebensweise auch rentieren, denn während unseres Aufenthaltes trafen wir vier Reisegruppen, ungewöhnlich bei dem total darniederliegenden Tourismus in ganz Indonesien. Der Guide erklärte uns auch, daß das Dorf nicht erweitert werden darf, weil das kleine Tal nicht mehr Menschen ernähren kann. Die jungen Leute müssen absiedeln und wenn ein Haus frei wird, können sie einen Antrag auf Rückkehr stellen. Das Dorf entscheidet dann, wer aufgenommen wird. |
Kampung Naga
Bis daher kann meinen meinen, die Leute leben hier in einem kleinen Paradies. Aber irgendwann war die Besichtigung zu Ende und nun bekam auch ich die Schattenseite dieses abgeschiedenen Daseins zu spüren. Auch wenn die Sonne gottseidank meist verdeckt war, war der Rückweg über zahllosen Stufen doch ziemlich beschwerlich. Während ich aus dem letzten Loch pfiff, überholten mich gut gelaunte Einheimische mit ihren Tragkörben. Oben angelangt, gabs natürlich ein Bintang. War ziemlich teuer und der Guide erklärte uns, daß das mit Absicht so gehalten wird, weil Indonesien ja ein islamisches Land ist und wenns schon sein muß, daß die ungläubigen Bier trinken müssen, dann sollen sie auch blechen. Eine Einstellung die ich eigentlich versteh und auch nicht. Schließlich ist Bier kein Luxusartikel sondern ein Grundnahrungsmittel.
Wir hatten noch einen weiten Weg zum Badeort Pangandaran. Kurz vor dem Ort begann es elendiglich zu schütten und als wir im Finstern im Hotel ankamen, stand die Küstenstraße völlig unter Wasser. |
Fischerboote
Am nächsten Morgen dann überraschend blauer Himmel. Unser Hotel, das Bumi Nusantara, war eine riesengroße, aber ganz nette Anlage. Über die Straße rüber war man bei den Booten der heimischen Fischer. Pangandaran ist eine schmale, etwa 500m breite Landzunge im Indischen Ozean. Der gesamte Tourismus spielt sich auf der Westseite ab. Hinten stehen die Hotels, dann kommt die Küstenstraße, dann die Bretterbuden der Souvenierverkäufer und Strandrestaurants und an manchen Stellen ein benutzbarer, graubrauner Sandstrand. Wegen der starken Strömungen kann Baden fallweise ungesund sein. |
Pangandaran
Nach einem Foto bei den Fischerbooten machte ich mich auf, um Zigaretten zu kaufen. Es war ein vergeblicher Versuch, den keiner der Bretterbudenbesitzer war schon so früh auf. Die Indonesier sind generell Langschläfer und hier in Pangandaran offensichtlich ganz besonders. Ich ging dann erstmals frühstücken und machte nach einer halben Stunde einen weiteren Versuch. Es hat sich im Ort seit 98 nicht viel verändert. Die Bretterbuden der Souvenierverkäufer waren auch damals schon ähnlich. Sie sind eher noch dichter geworden. Als ich keinen Mopedvermieter fand, ging ich in eines der Strandtschecherl das schon offen hatte. Ich deutete der Wirtin, daß ich ein Moped brauchen würde und nach ein paar Minuten war - wie nicht anders zu erwarten - ein Einheimischer zur Stelle. Das Moped war etwas teurer als auf Sumatra, aber es war ganz neu und hatte funktionierende Bremsen, da zahl ich lieber ein wenig mehr. |
Souvenirs, Souvenirs
Der Mopedvermieter wollte mir die Maschine noch volltanken und wir fuhren zu ihm nach Hause. Von dort weg gings dann allein weiter und ich hab mich zunächst einmal fürchterlich verfahren. Da ich aber eh keinen Plan hatte, wars aber auch zunächst egal. Plötzlich war ich an der Mautstelle, wo man für die Zufahrt nach Pangandaran Eintritt zahlen muß. Mopedfahrer aber offensichtlich nicht, denn man winkte mich durch. Irgendwann hab ich die Orientierung wiedergefunden und fuhr an die Ostseite der Landzunge. Strand gibts leider keinen, weil das Ufer durch eine Mauer verbaut wurde. Die Zahl der Unterkünfte ist hier spärlicher und Souveniershops gibts keine. Fallweise muß man anhalten, weil die Fischer beim Einziehen ihrer Netze die Straße benutzen. |
Fischer am Strand
Ich besuchte den Fischmarkt, dort war wenig Betrieb, wahrscheinlich wars dafür schon zu spät. Dann setzte ich mich in eine der Bretterbuden entlang der Strandmauer auf ein Cola und schaute den Fischern zu. Es dürfte sich um Kooperativen handeln. Sie bringen die Netze mit dem Boot ein Stück hinaus und ziehen die Netze dann mit der Hand an Land. Einmal einholen dauert so inetwa eine Stunde. Kurz bervor sie die Fische an Land ziehen, erscheinen die Aufkäufer. Der Erfolg war recht dürftig, in einem riesigen Haufen von Dreck, Plastikflaschen und Dosen fanden sie schließlich 6-7 Fische die sofort verkauft wurden. Denn Dreck lassen sie beim Wasser liegen, sodaß mir die Logik sagt, daß sie den morgen nocheinmal rausfischen werden. Sonne zum Fotografieren war schon die längste Zeit keine Mehr, aber nun wurde es zunehmend dunkler und ich fuhr zu meinem Hotel. Dort angekommen begann es zu schütten und wollte auch nicht mehr aufhören. Um 4h zog ich die Badehose an, nur die Goretex-Jacke drüber und so fuhr ich über die überflutete Straße in den Ort um das Moped zurückzugeben. Die Sonnenuntergänge von Pangandaran sind berühmt und ich hab sie 8 Jahre zuvor auch schon gesehen, aber auch an diesem Tag war nichts damit. |

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