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Eine Reisereportage von Franz Frey

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Nach 2 Stunden Flugzeit landet die Maschine der Garuda Airlines von Pandang/Sumatra kommend am National Airport in Jakarta. Ich hatte einen Fensterplatz ergattert und der Anflug auf den Jakarta Airport war ausgesporchen interessant. Die ganze Ausdehnung dieses Moloches wurde einem da bewußt. Jakarta war für mich Neuland, bei meiner ersten Java-Reise hatten wir in Flughafennähe genächtigt und die Stadt weitläufig umfahren.

  Monas  

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Skepsisch saß ich im Bus der uns in einer einstündigen Fahrt vom Airport in die City brachte. Eigentlich gibts gar keine City, denn Jakarta hat kein Zentrum, es ist ganz einfach die Aneinanderreihung vieler Städte. Daher kann man die Lage unseres Hotels auch schwer als "zentral" bezeichnen, aber es war relativ günstig in der Nähe des Gambir Bahnhofs gelegen. Das Hotel schien ein ziemlich neuer Bau zu sein und es war mir auch auf Anhieb unsymphatisch. Schon auf der Eingangstür war zulesen, daß es in Indonesien ein neues Gesetz gibt, das Rauchen in öffentlichen Gebäuden verbietet, sie hatten daher eigens in der Lobby ein Raucherzimmer installiert. Wenigstens war es voll klimatisiert, denn draussen war schon wieder unerträglich heiß. Wir verabredeten uns für zwei zu einem Citybummel, gerade noch Zeit zum Duschen und auf ein Bintang aus der Mini-Bar.


  Warten auf den Aufzug  

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Wir hielten zwei Taxis auf und ließen uns zum Merkeda-Platz bringen. Inmitten des riesigen Platzes steht das Mona (Monumen Nasional), eines der weniger üblen Andenken an die Denkmalkunst des ehemaligen Präsidenten Sukarno, der ansonsten die Stadt mit unschlagbar grauslichen Denkmälern überpflastert hat, die heute bei den Einwohnern nur mehr für Hohn und Spott sorgen. Beim Aufzug auf das Monument mußten wir dann über eine Stunde warten. Einer der beiden Aufzüge war defekt und eine Schule mit ein paar hundert Kindern war vor uns.


  Blick auf Jakarta  

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Vom Monument ergibt sich ein grandioser Blick auf die Metropole. Nach Norden sieht man bis zum Meer, in alle anderen Richtungen bis zum Horizont nur Häuser. An der Spitze des Monuments steht eine Flamme aus 37kg reinen Gold, die aber wieder kann man nur von unten sehen. Vom Merkeda-Platz sind wir zu Fuß, teilweise durch einen Park, in die Jalan Jaksa gegangen, die Haupttravellerstraße Jakartas, essen geganen. Das Bier dort ist das billigste in ganz Inonesien, auf der Speisekarte das übliche Travellerfood, spottbillig aber halt auch nichts besonderes. Am Rückweg hab ich mich dann ausgeklinkt und nach vielen Anläufen einen Computerladen gefunden der mir meine Bilder auf CD brennen konnte. Die Karten waren zwar nur halbvoll weils in Sumatra ja fast nur geregnet hat, aber sicher ist sichern und ich konnte die Kameras auch wieder auf die optimale Qualität umschalten. Die CD hat 5€ gekostet, schien mir nicht allzu billig, aber selber schuld, wenn man so deppert ist und das Stromkabel für die externe Festplatte zu Hause vergißt. Ich hab dann ein Tuk-Tuk aufgehalten und mich für einen halben € ins Hotel bringen lassen.


  Mädchen in Jakarta  

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Am nächsten Tag wollte die Gruppe mit dem öffentlichen Zug ins koloniale Zentrum fahren. Zum Gambir-Bahnhof wars nicht weit, doch als ich den Zug, gestopft voll mit Leuten, die sogar aus den offenen Türen hingen, ankommen sah, hab ich umgedacht. Wenns sein muß, mach ich so was, aber es mußte ja nicht sein, also zurück ins Hotel gegangen und noch ein wenig ausgestreckt. Um 10 hab ich mir dann ein Taxi genommen und ins koloniale Zentrum bringen lassen. Ein paar alte Häuser erinnern noch an die Herren aus Holland, allzu aufregend fand ichs aber nicht. Einem Klong entlang bin ich dann, mit der Karte in der Hand, Richtung Hafen marschiert. Vorbei an der noch einzigen Zugbrücke bin ich bei einem alten Leuchtturm gelandet und durfte für einen halben € auch raufklettern. War gut, denn von oben konnte man den Hafen mit den alten Segelschiffen sehen, ich wär sonst vom Leuchtturm weg in die falsche Richtung gegangen.


  Kali Baru  

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Die Hafenbesichtigung wurde eher zur Tortur. Es hat sich zunehmend verzogen, die Hitze wurde trotzdem nicht weniger und natürlich war es fast unerträglich schwül. Es waren so um die 10 alte Segelfrachtschifft im Hafen. Die Entladung ruhte wegen der Mittagzeit und das Granitpflaster potenzierte die Hitze. Schon beim Eingang in den Hafen hab ich mir ein kleines Restaurant ausgespäht und nun war tatsächlich die Zeit für ein Bintang zur Stärkung. Und weil Jakarta ja bekanntlich besonders klein ist, saß genau in diesem Restaurant die Gruppe beim Mittagessen. Die waren mit dem Essen schon fertig und weil ich bei dem Klima sowieso keinen Bock auf eine weitere Besichtigung hatte, blieb ich allein zurück. Kaum hatte ich den Hafen verlassen und schaute mich nach einem Tuk-Tuk um, begann es zu regnen. Der Fahrer brachte mich dann auf Nebenstraßen, entlang eines Klong in die Jalan Jakser. Die Fahrt durch die diversen Handwerkerviertel war eigentlich recht interessant, in der Jalan Jakser war aber tote Hose. Und irgendwie reichte es mir dann auch. Der Lärm und Dreck waren ganz einfach zuviel und ich ließ mich ins Hotel bringen.


  Botanischer Garten  

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Ich war doch recht froh, als wir Jakarta Richtung Bogor verließen. Leider war das Wetter wieder schlecht und es regnete zunächst. Beim botanischen Garten in Bogor angekommen, hat der Regen zwar aufgehört, Licht zum Fotografieren war aber natürlich keines. Der riesige und fantastische Garten ist fast 200 Jahre und der wahrscheinlich artenreichste und vollständigste tropische Garten der Welt. Neben der größten und vollständigen Palmensammlung der Welt ist der Garten berühmt für seine riesigen Wasserlilien aus aller Welt. Die größten haben einen Durchmesser von fast einem Meter.


  Im Botanischen Garten   

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Bei meinem letzten Besuch hier war der Garten voll mit Indonesiern. Diesmal waren wir so ziemlich die einzigen Besucher und ich kam mir in dem riesigen Gelände fast verlassen vor. Natürlich war das Wetter ärgerlich, man mußte sich halt auf die Detailaufnahmen beschränken und die einzelnen Blüten wirkten dann mit den Regentropfen gar nicht so übel.


  Im Botanischen Garten  

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Am Ende des Gartens liegt das überdachte Orchideenhaus wo über 3000 verschiedene Orchideen gezüchtet werden. Nur ein ganz kleiner Teil ist zugänglich. Das erste Mal auf der Reise wurde mir die Zeit zu knapp. Wer jemals nach Bogor kommt, sollte sich für den Botanischen Garten mindestens einen Tag Zeit nehmen, wenn wer gern fotografiert und das Wetter schön ist, eher einen Tag mehr.






 

© Franz Frey, 27 Einträge im Gästebuch von Franz Frey





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