Home 

 RSS 


 
Eine Reisereportage von Franz Frey

weitere Seiten: 12345678910111213


  Similajau NP  

  Bild vergrößernBild vergrößern


Wir sind etwa eineinhalb Kilometer bis zum Parkausgang gegangen als ich ein Foto machen wollte. Dann der Schock: Die Kameratasche war leer, ich hab die Kamera ganz offensichtlich vor dem Bungalow am Tisch liegengelassen. Also den ganzen Weg zurück. Die Kamera war gottseidank noch dort, wo ich sie vergessen hatte.


  Similajau NP  

  Bild vergrößernBild vergrößern


Also erneut den Weg zum Parkausgang. Am Ende des Park gehts zunächst über eine Hängebrücke und dann beginnt der Trail durch den Urwald. Weil ich wieder zur Gruppe kommen wollte, bin ich ziemlich schnell gegangen und war bald völlig durchschwitzt. Nach einer halben Stunde, bin ich beim Viepoint wieder zur Gruppe gestoßen.


  Beim View-Point  

  Bild vergrößernBild vergrößern


Wir blieben eine Stunde beim Viewpoint und gingen dann den gleichen Weg zurück in den Park. Die Kantine war ähnlich einfach wie im Bako NP, lediglich Bier gabs hier genug. Angeblich soll es im Fluß am Park Krokodile geben und man konnte eine Nachtsafari buchen. Es dauerte einige Zeit, aber dann fand sich doch ein Boot zusammen. Wir fuhren eine gute Stunde einen Fluß hinauf und wieder hinunter, mit einem großen Suchscheinwerfer wurde am Flußufer nach den Tieren gesucht. Krokodil haben wir keines gesehen, lediglich ein paar springende Fische, beeindruckend aber waren die zahllose Leuchtkäfer die den Dschungel beleuchteten. Aber insgesamt war die Fahrt ein Flop und das Geld nicht wert.


  Die verhängnisvolle Golden Beach  

  Bild vergrößernBild vergrößern


Der ursprüngliche Plan war, zum Golden Beach zu wandern und sich dann mit dem Boot abholen zu lassen. Da für den Nachmittag schlechtes Wetter angesagt war, wurde umdisponiert und das Boot für den Morgen bestellt. Wir sollten mit einem Speedboot fahren, eine Gruppe um 8h und eine Gruppe um 9h. Unser Guide erklärte uns noch, daß es eine "nasse" Landung wäre und es wegen der Wetterlage "middle dangerous" sei. Als wir um 8h nach dem Frühstück zum Bootsanleger kamen, war das Boot schon mit einer Familie mit zwei kleinen Mädchen besetzt. Offensichtlich war das Boot doppelt gebucht. Unser Guide klärte alles und die Familie mußte wieder aussteigen. Mir taten die Mädchen leid, die sicher recht enttäuscht sein mußten. Wir fuhren gerade aufs Meer hinaus und dann entlang der Küste. Es waren Wellen, gedacht haben wir uns zunächst aber nichts.


Bootsunfall im Similajau NP



Nachdem wir eine gute Stunde an der Küste entlang gefahren sind, gings dem Ufer zu zur Landung. Kurz vor dem Anlegen schaute ich mich um und sah eine riesige Welle auf uns zukommen. Zum Denken kam ich nicht mehr, schon wurde es nass und finster. Noch während ich überlegte, wie wir unter dem Boot da wohl raus kommen würden, wurde es wieder hell, ich hab jede Menge Wasser gesoffen und verspürte Schmerzen im rechten Fuß. Ich hab ziemlich viel Wasser gesoffen und versuchte auf allen Vieren ans Ufer zu kommen. War gar nicht so einfach, weil mir von den Wellen immer wieder der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Irgendwie haben es dann alle fünf Insaßen ans Ufer geschafft. Abbekommen hat jeder was, ein Mitreisender hatte die Zehe gebrochen, seine Frau eine Jochbeimprellung, die anderen jede Menge schwerer Prellungen. Mich hats am schlimmsten erwischt. Eine tiefe Fleischwunde von der großen Zehe den Rist entlang, fast zurück bis zur Ferse und dann noch ein tiefes Loch über dem Knöchel, komischerweise hats fast überhaupt nicht geblutet und die Schmerzen waren erträglich. Irgendwie muß mich das Boot oder eine herausgebrochene Planke des völlig zerstörten Bootes getroffen haben. Nach und nach wurden unsere Sachen von den Wellen an Land gespült. Mein Rucksack war so schwer, daß es mir Mühe machte, ihn herauszuziehen. Er war bis oben voll mit Wasser. Nachdem der erste Schock verdaut war, breiteten unsere nassen Sache an einem liegendem Baum zum Trocknen aus. Als wir fertig waren, hats kurz aber heftig zu schütten begonnen. Ich hab die Wunde im Meerwasser gewaschen und eine Mitreisende hat sie mit Jod desinfiziert. Es schien klar, daß es unmöglich wäre, mit dieser Wunde 10km durch den Dschungel zu laufen, also hieß es warten bis das Boot vermißt wird und ein Ersatzboot kommt. In der Zwischenzeit versuchten wir unsere Sachen vom Sand zu reinigen, Kreditkarten, Führerschein und die Geldnoten zu trocknen. Wir warteten und warteten, aber weder die Kollegen die hin und zurück zu Fuß gehen wollten und für die wir Rucksäcke mit Wasser und Kleidung mitgenommen hatten kamen, geschweige denn ein Boot. Der Bootsführer war uns auch keine Hilfe, da er nicht Englisch konnte.
Als es ein Uhr war, war die Deadline erreicht wo man sich auf den Weg machen mußte um im Licht nach Hause zu kommen. Mehr aus Neugier denn aus Überzeugung zwängte ich den verletzten Fuß in den Turnschuh und zu meiner Überraschung hatte ich im Schuh weniger Schmerzen als zuvor und konnte auch ganz gut gehen. Aber obs für die 10km durch den Dschungel reichen würde, da war ich schon sehr skeptisch.
Weil ich meine Kappe verloren hatte und die Sonne jetzt erbarmungslos herunterbrannte, lieh ich mir von einer Mitreisenden ein Handtuch und hing es über meinen Kopf. Wie eine Fußballtruppe nach dem Spiel, jeder mehr oder weniger stark hinkend, machten wir uns auf den Weg. Nur der Bootsführer war unverletzt, der Arme hatte dafür die Schuhe verloren und mußte barfuß gehen. Wir gingen eine halbe Stunde den Strand entlang, es war ziemlich heiß, aber es ging ganz gut, nur wenn eine Welle über meinen Fuß schwappte, hats fürchterlich gebrannt. Je weiter wir gingen, desto größer die Ungewißheit, ob wir da richtig sein konnte. Nach unserer kleinen Skizze mußte der Weg von der Golden Beach weg im Landesinneren gehen, wir gingen jedoch immer noch den Strand entlang. Wir versuchten landeinwärts einen Weg zu finden - ergebnislos. Die anderen wollten nicht mehr weitergehen, weil der Bootsmann aber immer wieder zur nächsten Bucht deutete, entschloß ich mich, ihm zu folgen. Tatsächlich sah ich dann am Ende der nächsten Bucht die rote Wegmarkierung und daneben ein Schild "You are hier" und daneben eine "10km" Tafel. Nun war klar, daß das erst die "Golden Beach" ist und der Bootsmann die Landung wegen es wegen dem starken Wellengang 1,5 bis 2 Kilometer weiter oben versucht hat. Deshalb haben uns auch die Wanderer nicht gefunden. Wir waren heilfroh den Weg gefunden zu haben und vom heißen Strand wegzukommen. Ab nun gings über einen recht guten und vorallem fast ebenen Weg durch den Dschungel. Alle Kilometer gabs ein Taferl, das war gut für die Moral. Einen Blick für die Landschaft hatte sowieso keiner und so gingen wir die ersten 2 Stunden recht zügig und kamen auch ganz schnell weiter. Mir war es ganz recht, denn ich konnte zwar ganz gut gehen, hatte beim Stehenbleiben aber höllische Schmerzen. Zwischen Kilometer 3 und 4 machten wir eine Viertelstunde Pause. Erst als wir sahen, daß es sich zeitlich ganz leicht ausgehen wird, die Kräfte im Schwinden waren und auch das Wasser schön langsam knapp wurde, sind wir langsamer gegangen. Zudem gings dem Ende zu ganz schön auf und ab und wurde recht anstrengend. Bei der Abzweigung zum View-Point trafen wir auf eine Gruppe Einheimischer die offensichtlich auf dem Weg waren um uns zu suchen. Knapp vor dem Park kam auch unseren Guide und der Reiseleiter, die sich auf dem Weg gemacht hatten, als um drei Uhr die Wanderer Alarm schlugen, weil sie uns nicht angetroffen hatten. Zurück in der Unterkunft wurde erst einmal mein Fuß verbunden, am Abend gabs dann ein Barbecue und eine Art größerer Geburtstagsfeier mit viel Bier. Allmählich wurde jedem klar, welch unglaubliches Glück wir gehabt haben. Wären wir 10 m weiter draußen gekentert, wäre bei dem Wellengang wohl kaum einer an Land gekommen, wären wir 5m weiter an Land gekentert, ist fraglich, ob die Wellen das schwere Boot nochmals aufstellen hätten können und wir wären wohl unter dem Boot ersoffen. Abgesehen davon, daß ich hilflos verblutet wäre, wäre die Wunde nur einen Millimeter tiefer gewesen. Und der Gedanke ging auch an die beiden kleinen Mädchen die so enttäuscht waren, als sie wegen uns wieder aus dem Boot aussteigen mußten. Nicht vorstellbar, was da passiert wäre.
Während der Nacht hatte ich überhaupt keine Schmerzen und herrlich durchgeschlafen, dafür aber dann beim Aufstehen. Die Ranger haben schon bald in der Früh die Rucksäcke der Wanderer von der Golden Beach geholt und auch die Sachen die wir zurückgelassen hatten, darunter meine kaputte Kamera und die Fotojacke. Es war schon sehr viel Wehmut dabei, als ich die kaputte Finepix in den Papierkorb geworfen hab. Die Kamera hat mir immer treue Dienste geleistet und ich hab mit ihr meine schönsten Bilder gemacht.
Mit dem Bus fuhren wir zurück nach Bintulu und dort in die Klinik. Die Wunde wurde gereinigt, ich erhielt einen neuen Verband, Antibiotika und Schmerztabletten. Verstanden hab ich nicht viel, weil der Arzt kaum Englisch konnte.
Die Reise ging weiter und am Nachmittag kamen wir zu den Niah-Caves. Nach einer Pause in der Kantine, machte sich die Gruppe auf den Weg zu den Höhlen und ich blieb mit dem Fahrer zurück. In Kuala Lumpur war an diesem Tag der Grand Prix, leider gabs aber nur indonesische Sender. Der Mitreisende der sich beim Unfall die kleine Zehe gebrochen hat, kam als erster zurück, die Gruppe erst nach fünf Stunden.
Dann ging die Reise noch ein paar Stunden weiter und erst nach Sonnenuntergang kamen wir in Mulu an.
Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg in die Stadt, weil ich Geldwechseln mußte. Danach kam ich an einer Privatklinik vorbei und ließ meinen Fuß anschauen. Der Arzt machte mir klar, daß die Verletzung doch ernsthafter sei, ich den Fuß soweit wie möglich schonen müßte und ich mir die Besteigung des Kota Kinabalu abschminken könne. Irgendwie war die Stimmung nun am Tiefpunkt und auch der Gedanke an eine Heimreise kam auf.
Am Nachmittag ließ ich mich mit dem Taxi in ein Einkaufszentrum bringen um ein Dinge zu ersetzen die beim Unglück draufgegangen sind. Ich kaufte mir einen neuen Rucksack, da ich mich am Morgen entschlossen hab, den alten wegzuschmeißen da er mit Sand verunreinigt war und zu stinken begonnen hat, die Suche nach einer Geldbörse die sich aufzulösen begann war ergebnislos, die waren für unsere Euronoten viel zu klein. Routinemäßig warf ich einen Blick auf die Angebote im Photoladen und sah die Finepix S9600, eines der Nachfolgermodelle der Kamera die beim Bootsunfall ruiniert wurde. Der Preis war in etwa wie bei uns (450€), Zahlung mit Kreditkarte war möglich und ich fand, daß ich nun unbedingt neue Motivation brauchte. Außerdem war klar, daß die Folgen der Verletzung nicht über Nacht verschwinden und das Mitschleppen der schweren Fototasche mit der DSLR ein Problem werden würde.

  Abendstimmung  

  Bild vergrößernBild vergrößern


Nachdem ich mir die Kamera gekauft hatte, gings mit dem Taxi wieder zurück ins Hotel. Es war ein recht schöne Abendstimmung und eine gute Gelegenheit, die neue Kamera auszuprobieren. Irgendwie war meine Stimmung auf einen Schlag besser, auch wenn sich an meinem Haxn nichts zum besseren geändert hat. Nach 2 Tagen ohne einem Foto war die Motivation wieder zurück. Probleme mit der Kamerabedienung hatte ich keine, denn so viel Unterschied zum Vor-Vorgängermodell war in der Bedienung nicht. Wohl aber in der Geschwindigkeit des Autofocus. Jedenfalls hab ich mich mit der Kamera vom ersten Bild weg wohlgefühlt und für den Rest des Urlaubes auch fast nur mehr die Finepix verwendet. Am Abend ging ich mit der Gruppe in ein Seafoodrestaurant an der Waterfront, zurück bin ich aber dann doch, dem Fuß zuliebe, mit dem Taxi gefahren.


  Flug nach Mulu  

  Bild vergrößernBild vergrößern


Am nächsten Morgen war schlechtes Wetter, wir fuhren mit dem Bus zum kleinen Airport von Mulu. Besonders das Anstellen beim Einchecken und bei der Gepäckskontrolle war doch sehr schmerzhaft für mich. Gerade beim Einsteigen in die kleine Propellermaschine ging ein kurzer aber heftiger Schauer nieder. Trotzdem startete die Maschine pünktlich und schon nach ein paar Minuten Flug lag das Land unter uns wieder in der Sonne.


  Flug in den Gunung Mulu Nationalpark  

  Bild vergrößernBild vergrößern


Der Mulu Nationalpark ist nach dem Gunung Mulu, mit 2377m der zweithöchste Berg in Sarawak benannt und seit 2000 Weltkulturerbe.Er ist mit 52 Hektar einer der größten Parks und vorallem bekannt für seine vielen Höhlen.
Die kleine Twin-Otter-Maschine flog ziemlich tief und ich hatte einen schönen Blick auf die Landschaft. Am Anfang hatte die Land ziemlich massive Einschnitte, nach ein paar Minuten sah ich unter uns aber nur mehr unangetasteten und undurchdringlichen Dschungel, nur vereinzelt von Flüssen durchbrochen. Erst kurz vor der Landung am Airstrip lichtete sich der Dschungel wieder und die ersten Gebäude des Mulu Nationalparks wurden sichtbar. Mit einem Bus wurden wir die paar hundert Meter zur Lodge unseres Reiseveranstalters gebracht. Die Unterkunft in den Holzhütten ok, die Lage mit Sicht auf den Gunung Mulu aber recht schön. Wir wurden von einem weiblichen Guide empfangen und vereinbarten für 3h einen Treck zu den beiden Höhlen Lang´s Cave und Deer Cave. Die waren drei Kilometer, also etwa eine Stunde entfernt und nach langem Überlegen beschloß ich, diesmal mitzugehen.



   

 

© Franz Frey, 27 Einträge im Gästebuch von Franz Frey






Weitere InformationenSuchen nach

Malaysia
 
Malaysia[38]  348
Weitere Reisereportagen


Hier können auch Sie Reisebilder und Reiseberichte online veröffentlichen
 Fotos Beste Reisezeiten Autorenliste Neue Reisereportagen Neue Bilder Hilfe Links & Banner 
 Autorenzone: Als Autor starten Bericht vorschlagen Autorenzugang Autorenforum Autorenhandbuch 
 Kritik, Anregungen Allgemeine Nutzungsbedingungen Wie pervan.de entstand 

 ©, Redaktion: Mirjana Pervan 



fügt einen Bookmark bei Ihrem Browser ein