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Eine Reisereportage von Franz Frey

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  Nasenaffe  

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Es war eine größere Gruppe mit etwa 10 Exemplaren. Leider war das Licht nicht optimal und die Entfernung war für das 300er Tele einfach zu groß. Das Stativ half auch nicht viel, weil sehr viele Leute auf einem Plankenweg standen und sich die Tiere ja auch bewegten. Ich hab jede Menge Fotos gemacht, es war anstrengend und das Ergebnis war recht bescheiden. Um 2h fuhren wir mit dem Boot zurück nach Bako Bazaar und mit dem Bus weiter in unser Hotel in Kuching. Am Abend gingen wir in einer größeren Gruppe in ein Seefoodrestaurant auf dem Dach eines Hochhauses. Auch wenn das Seafood nicht so meine Sache ist, es hat nicht so schlecht geschmeckt.


  Am Fischmarkt  

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Am nächsten Tag stand zunächst eine längere Busfahrt auf dem Programm. Wir fuhren bis Serian und machten am dortigen Markt eine längere Pause um Getränke (Bierdosen) für den Aufenthalt im Langhaus zu kaufen. Unser Reiseleiter und der Guide kauften Nahrungsmittel und Schnaps als Geschenk für die dortigen Bewohner ein.


  Am Fischmarkt  

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Der lokale Markt war riesengroß, am fotogensten war der Fischmark, am interessantesten aber der Gemüsemarkt. Unglaublich welche Vielfalt an Obst und Gemüse es dort gibt, darunter viele Sachen die wir gar nicht kennen. Die Weiterfahrt war hingegen recht eintönig. Fallweise sah man eines der riesigen Langhäuser neben der Straße, aber größere Siedlungen oder Ortschaften sind recht selten auf Borneo. Wir fuhren recht nahe an der Grenze zum indonesischen Teil Borneos und Schmuggel soll das Haupteinkommen in dieser Region sein. In Lachau machten wir Mittagspause. Die Restaurants waren nicht so meine Sache, aber zu meiner Überraschung gabs Myanmar-Bier und zwar um 3 Riggit die Dose. Es blieb das billigste Bier auf der gesamten Reise.


  Bootsfahrt zu den Langhäusern  

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Von Lachau fuhren wir noch eine gute Stunde weiter und stoppten am Lemanjak River. Dort warteten die Boote die uns zum Langhaus bringen sollten. Die Bootsfahrt war recht unangenehm und eine feuchte Angelegenheit. Auf den niedrigen, hölzern Bänken war recht schlecht sitzen, über die zahlreichen Stromschnellen gabs immer wieder Wasserspritzer und schön langsam sammelte sich das Wasser auch am Bootsboden. Die Fahrt führte aber auch durch tiefen Dschungel und war landschaftlich durchaus eindrucksvoll.


  Beim Langhaus der Dayak  

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Ich, bzw. mein Hintern war heilfroh, als wir bei der Anlegestelle des Langhauses ankamen. Über die Flußböschung hinauf gings zum Gästelanghaus gebracht. Es war eine recht einfach zusammengezimmerte Bretterbude mit zwei großen Schlafsälen und einer Veranda zum Zusammensitzen. Unser Guide war in seinem Element, da er aus einem Langhaus an diesem Fluß stammt, allerdings sechs Stunden Flußfahrt weiter Flußaufwärts. Irgendwann begann es dann heftig zu schütten und hörte erst nach einer Stunde wieder auf. Die Dayak´s haben für uns ein Chicken in einem Bambusrohr gekocht, hat recht gut geschmeckt. Unser Guide hatte einen Karton Bierdosen und Eis mitgebracht, das verkürzte die Wartezeit bis zur Einladung ins Langhaus auf angenehme Weise.


  Häuptling der Dayak beim Tanz  

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Dann war es so weit. Im Schein der Taschenlampen schlichen wir ins benachtbarte Langhaus. Die Bewohner warteten schon auf der riesigen Terrasse vor ihren Wohnungen. Unser Guide übergab mit einer großen Geste die Gastgeschenke (überwiegend in Form von Hochprozentigem) an den "Chief" und uns wurden die Plastikbecher mit "Tuak", das ist der lokale Reisschnaps vollgeschenkt und mit einem lauten "Uha" (soll wohl "Prost" heißen) geleert. Der Schnaps schmeckte etwas säuerlich und war gewöhnungsbedürftig, nach ein paar Gläsern gings aber. Zu Gong- und Trommelrythmen führte dann der Häuptling persönglich einen Tanz vor. Obwohl offensichtlich schon recht alt, war er überraschend gelenkig.


  Dayak-Mädchen beim Tanz   

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Nach dem "Chief" tanzte uns ein junges Mädchen in alter Tracht was vor, und anschließend wurden blitzschnell die Souveniers aufgebaut und angeboten. Interessanter waren die konservierten Totenköpfe die unter der Decke baumelten. Bis vor etwa hundert Jahren waren die Dayak Kopfgeldjäger. Sie töteten nicht aufgrund von Konflikten sondern eher aus Sport. Ohne Skalp gabs für die jungen Krieger keine Heirat.


  Im Langhaus der Dayak  

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Die meisten Dayak sind Christen und immer an einem Fluß angesiedelt. Sie betreiben Fischfang und bescheidenen Ackerbau für den Eigenbedarf. Mit Sicherheit bestimmt auch der zunehmende Tourismus ihren Lebensrythmus. Sie haben eben schnell gelernt, was die Touristen sehen wollen. Das von uns besuchte Langhaus war um die 180m lang und es lebten darin etwa 300 Menschen. Junge Männer gabs kaum zu sehen, die arbeiten meist in den Städten. Wir saßen noch einige Zeit zusammen, irgendwann wurde es fad und wir zogen uns auf die Terrasse unseres Gästelanghauses zurück und köpften zusammen noch eine Flasche Reisschnaps.



   

 

© Franz Frey, 27 Einträge im Gästebuch von Franz Frey






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