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| Ich war nun bereits eine Woche durch das Hochland von Äthiopien unterwegs und hab auf der Fahrt in den Norden grandiose Landschaften kennengelernt und bin in Mekele, der Hauptstadt der Region Tigray angekommen. |
 Der Ashenge-See liegt grandios in Zentrum eines alten Vulkankraters. Es ist hier sehr fruchtbar und die Ufer des Sees werden intensiv bebaut. An den steinigen Hügeln klebten die Rundhüttendörfer. Immer wieder sah man die knallgelben Felder der Masqal-Blume die jetzt im jetzt im äthiopishen Frühling blühte. Wir durchquerten die historisch bedeutende Stadt Maychew (hier verloren die Äthiopier unter Kaiser Haile Sellie die entscheidende Schlacht gegen die Italiener) und kamen in die Provinz Tigray. Danach ging noch zwei Stunden weiter nach Norden und am Abend erreichten wir die Provinzhauptstadt Mekele.
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Kinder in Wukro
Die derzeitige äthiopische Regierung kommt aus der Provinz Tigray und entsprechend wird das wenige Geld in diese Provinz, und da vorallem in die Provinzhauptstadt Mekele hineingebuttert. Mekele ist eine moderne Stadt die aber außer einem Kaiserpalast - und auch den schenkten wir uns - nichts besonderes bietet. Wir verließen die Stadt Richtung Norden und fuhren bis Wukro. Die dortige Sehenswürdigkeit ist die Qirkos-Kirche und daß wir richtig waren erkannte man an der Kinderschar die uns bereits erwartete. Jeder bekam gleich einen persönlichen Guide zur Begleitung, meiner war ein etwa fünfjähriges Mädchen mit ihrem kleinen Bruder am Rücken, die uns am steinigen Weg zur Felsenkirche begleiteten. Die Kirche selbst mag für Kulturfreaks durchaus sehenswert sein, für Banausen wie mich war aber der Kirchenbesuchstag am Tag zuvor in Lalibela für den Rest des Lebens mehr als ausreichend. |
Frau in der Provinz Tigray
Wir fuhren den Highway Nr.1 weiter nach Norden in die Region Agame bis nach Adigrat. Die Stadt liegt ziemlich nahe der Grenze zu Eritrea. Aufgrund des blutigen Krieges mit der ehemaligen äthiopischen Nordprovinz Eritrea, Ende der Neunzigerjahre wimmelte es hier von Militär. Jahrelang war diese Region für den Tourismus gesperrt. Der Krieg hat nicht nur weit über 100.000 Äthiopiern das Leben gekostet, er führt auch zur weiteren Verarmung des Landes, hat nicht nur die Infrastruktur geschädigt, die wirtschaftliche Katastrophe für Äthiopien ist, daß es den Zugang zum Roten Meer verlor. Streitpunkt war eine kleine, staubige und nutzlose Region im Nordwesten der gemeinsamen Grenze. Eigentlich kurios, daß zwei der ärmsten Länder der Welt wegen so einem Schmarrn kriegführen müssen. Aber wie immer ist Krieg halt auch ein beliebtes Mittel der Regierungen um von den innenpolitischen Problemen abzulenken. |
Landschaft bei Debre Damo
Nach Adrigat wendet sich die Straße nach Westen und führt auf einem Hochplateau parallel zur Grenze nach Eritrea. Immer wieder gibts spektakuläre Panoramablicke nach Eritrea hinein. Da es in dieser Region kein geeignetes Restaurant gibt, machten wir diesmal die Mittagspause in der Landschaft. |
Mädchen in Tigray
Oberhalb unseres Picknick-Platzes war eine Schule und die Kinder hatten gerade Schulschluß. So blieben wir auch nicht lang allein. Die Kinder waren eigentlich recht schüchtern und offensichtlich Touristen nicht gewohnt. Ich wollte dem Mädchen einen Schokoriegel schenken, sie hat ihn aber nicht angenommen. Gegen das Fotografieren hatten sie aber nichts einzuwenden. |
Mädchen
Irgendwann gabs dann doch einen ärgeren Zwischenfall. Ein Mitreisender ging etwas abseits zum Filmen als zwei junge Burschen versuchten ihm seine Tasche zu rauben. Sie rißen den Traggurt ab, erbeutet haben sie nichts. Unser Guide und der Fahrer versuchten einige Zeit die Täter zu finden, waren aber erfolglos. Also schnappten sie einen Burschen der die Szene beobachtet hatte, am Raubversuch aber unbeteiligt war und nahmen ihn als Zeugen mit in den nächsten Ort. Dort übergaben sie ihn dem Dorfpolizisten. Die Namen der Täter wurden eruiert und unser Guide versicherte, daß er die Sache weiter verfolgen wird. Ein absolut untypischer Vorfall für Äthiopien, denn ansonst gilt es als eines der sichersten Reiseländer Afrikas. |
Landschaft bei Yeha
Wir kamen in eine landschaftlich faszinierende Region. Die zahlreichen schroffen Felsspitzen erinnerten mich ein wenig an die Landschaft um Guilin. Leider waren wir durch den Zwischenfall zu Mittag viel zu spät dran und hatten keine Zeit für Fotostopps und der eine Stopp den wir machten, war an der völlig falschen Stelle. In Yeha bogen wir ab und besuchten den dortigen Tempel, das einzig erhaltene Denkmal der voraxumistischen Zeit aus dem 5. Jahrhundert. |
Landschaft in Yeha
Der Guide gab eine längere Führung durch den Tempel. Ich mußte mich allerdings ausklinken, alte Steine sind sicher interessant, aber der Tempel stand etwas erhöht auf einen Hügel und etwas abseits hatte man einen tollen Blick auf eine gewaltige Landschaft und das auch noch in den warmen Farben des letzten Tageslichts. |

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