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Bei den Batak auf Sumatra Vertrieben durch die mongolische Völkerwanderung landeten die Batak zwischen 5000 und 500 vor Christus auf Sumatra. Die ersten Batak landeten bei den westlich vor Sumatra gelegenen Inseln Simeulue, Nias, Batu, Siberut, Mentawai und Enggano. Eine zweite Gruppe, die Gayo- und Alas-Batak landete an der Mündung des Singkil in Aceh und breitete sich entlang dieses Flusses aus. Die dritte Gruppe landete beim Sarkom Delta zwischen Barus und Sibolga, überquerte das Land und leben heute am Lake Toba (Toba- und Simalungun-Batak),sowie weiter nördlich um Brastagi (Karo-Batak). Alle Batak haben eins gemeinsam; sie verstecken sich in den Bergen, meiden den Kontakt mit der Außenwelt und sind deshalb nicht gewillt an der Seeküste zu wohnen. In Nordsumatra leben 1,5 Mio. Batak, ein Siebtel der Bevölkerung Sumatras, die zu 2/5 Christen und 1/5 Moslems sind. In Indonesien insgesamt sind 85 % dem Islam und 8 % den Christen zugehörig. Vor ihrer Missionierung waren sie Anhänger der Naturreligionen. Eindringlinge, die die Harmonie ihrer Mittelwelt störten, verfielen der Strafe des Kannibalismus, denn erst ein solches Opfermahl konnte die gestörte Ordnung wiederherstellen. Die Batak leben in der Großfamilie, bis zu zehn solcher Großfamilien leben in einem Dorf zusammen. Diese Dörfer sind als Schutz gegen Angriffe von hohen Zäunen,eng aneinander gepflanzten Hecken und Bambusbäumen, umgeben. Die Isolation auch untereinander brachte unterschiedliche Kultur und Sprachen hervor, allerdings benutzen die Batak-Gruppen ähnlich klingende Wörter.
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Das Karodorf Lingga zwischen Brastagi und Kabanjahe unterscheidet sich von den Nachbardörfern Lingga Julu und Gurusinga dadurch, dass es das größte und ursprünglichste dieser Dörfer ist, noch ohne Elektrizität und Fernsehantennen. Nachdem ich die obligatorische Gebühr von 200 Rupiah entrichtet hatte, konnte ich mich in dem Dorf umschauen. Die Karos bauen Kaffee, Mais, Gemüse, Tabak, Bananen und Kartoffeln an. Feldarbeit ist hier meist Sache der Frauen, während sich die Männer im kedai kopi (Kaffeehaus) vergnügen. Unterwegs wurde ich mehrmals von Betelnußkauenden Karofrauen auf meine Wasserflasche angesprochen und gefragt, ob ich nicht Reis oder Brot mithätte. Die Batakdörfer wachsen solange, bis der Nahrungsbedarf nicht mehr gedeckt werden kann. Dann wandern einige Familien ab und gründen ein neues Dorf. Eine andere Form der Ausbreitung geschieht durch Heirat. Als Vertreter einer strengen Exogamie gestattet der Dorfälteste keinem Mädchen die Heirat innerhalb des eigenen Klans. Bauweise der traditionellen Sippenhäuser der Batak, Minangkabau und Taraja ist ein dem Büffelhorn nachgebildetes, steil emporragendes palm- oder reisstrohgedecktes Dach, das heute vielfach dem Wellblech weichen muss. Durch das „Wisma Sibayak“ in Brastagi organisiert, hatte ich Gelegenheit mit noch vier anderen Touristen an einer traditionellen Karohochzeit teilzunehmen. Unter 500 Hochzeitsgästen waren wir eine kleine auswärtige Minderheit. Bei unserer Ankunft wurden wir dem Brautpaar und deren Eltern vorgestellt und bekamen einen Platz zugewiesen. Die Festivitäten auf einem überdachten, offenen Platz waren bereits im Gange. Es wurde getanzt. Zuerst beteiligten sich daran die Verwandten des Brautpaares, danach Freunde und Arbeitskollegen, wobei auch wir aufgefordert wurden, mitzutanzen. Mit ausgestreckten Armen und gespreizten Fingern galt es dabei, imaginäre Figuren zu zeichnen und mit leicht schwingenden Knien folgten wir der Flötenmusik. Nach diesem Tanz gratulierten wir dem Brautpaar und schüttelten ihnen und den nächsten Angehörigen, die sich in Reihe aufgestellt hatten, die Hände. Das Büffet, das nun eröffnet wurde, bestand aus Huhn, Fisch, Fleisch, scharfgewürzten Soßen, Reis und Gemüse. Dazu wurden Tee und Bananen gereicht. Die Kosten zur Ausrichtung der Feier (geschätzte 2000 DM), Kleidung und Schmuck der Gäste, die geparkten Autos vor dem Festplatz lassen eine reiche Familie vermuten. Der Bräutigam, 29 Jahre alt, ist von Beruf Ingenieur. Die Braut, 26 Jahre alt, hat einen Wirtschaftsabschluss. Insbesondere die Karo-Batak haben einen einflussreichen Anteil am politischen und ökonomischen Geschehen Indonesiens. Die christlichen Batak, vertraut mit westlicher Kultur und Technik sind überdurchschnittlich in Armee und Regierung vertreten. Nach dem Essen nahm das Brautpaar auf dem Hochzeitsthron Platz und gilt damit ais verheiratet. Die Karohochzeit vollzieht sich in drei Teilen: Erstens eine Party mit Gästen. Zweitens die kirchliche Trauung mit der Familie und drittens die standesamtliche Trauung im Rathaus Kabanjahe.
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Mein nächster Aufenthalt war bei den Batak am Lake Toba. Das erste Dorf der Batak am Lake Toba hieß Sianjur Sagala Limbong Mulana. Sie gründeten dieses Dorf von allen Seiten geschützt, vom Seeufer, vom Pusuk Buhit Gebirge, von der Insel Samosir und von tiefen Schluchten. Der erste König in Sianjur Sagala Limbong Mulana wurde Sori Mangaraja Ompu Siraja Batak genannt, ein Titel der von Sri Maharaja abstammt, burmesischer Adel. In der Batak Mythologie ist der höchste Gott Debata Mulajad Nabolon, vergleichbar mit Zeus oder Jupiter in der griechischen und romanischen Mythologie. Die Batak glauben, dass der höchste Gott seine Tochter Tapionda auf die Erde an den Fuß des Pusuk Buhit Gebirges gesandt hat und sie die Mutter des ersten Königs ist. Die drei Farben der Batak, weiß, rot und schwarz symbolisieren in dieser Reihenfolge die drei Welten Himmel, Erde und Hölle. Die Batak messen dieser Dreifarbenlehre bis heute einen sehr hohen Stellenwert bei. Zum Beispiel ein hauduk, ein Betelnusskorb, der zu traditionellen Zeremonien verwandt wird, darf nur diese drei Farben haben. Ebenso die Holzschnitzarbeiten in den Batakhäusern und die Ulos-Tücher ihrer Kleidung.Dieselben Bräuche finden wir bei den Torajas auf Sulawesi, wie die Batak Nachfahren der Proto-Malayen. Der Tobasee misst 2050 qkm, cirka viermal die Größe des Bodensees. Die Insel Samosir, 852 qkm groß, besteht im Innern aus einem schwer zugänglichen Bergmassiv. Auf der Hochebene dieses Massivs leben einige Batak isoliert in vereinzelten Gehöften umgeben mit Weideland für Pferde und Büffel ohne Kenntnis der Landessprache Bahasa Indonesia. In den Touristenzentren Tomok und TukTuk wurden erste größere Hotelkomplexe gebaut, z.B. das Toledo Inn, das seine Fassade noch mit einem der Batakhäuser nachempfundenen Baustil verschönert, bzw. das Silinton,das größte und teuerste Hotel, das auf eine architektonische Anpassung dieser Art ganz verzichtet. Trotzdem allein die Landschaft, der zum Baden einladende See lohnen dieses Ziel.
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Ein Teufelsritt zum Paradies, bezeichnete Matthias die Busfahrt von Gunung Sitoli nach Teluk Dalam. In acht Stunden durchquerten wir Nias von Norden nach Süden und legten dabei 110 km zurück. Der Bus war eng und wie alle indonesischen Busse bis zum letzten Platz vollgepackt. Ich saß hinten, zweitletzte Reihe, auf der Werkzeugbank und hüpfte ständig bei den Löchern und Rillen in der Fahrspur. Eine beschädigte Brücke wurde durch den Fluss umfahren. Den Abhang hinab und hinauf hatte sich der Bus eine neue Spur gegraben. Andere abenteuerliche Brückenkonstruktionen über Baumstämme und über unbefestigte Eisenschienen meisterte der Fahrer ebenso routiniert. Auch das ständige Schaukeln, wobei sich der Bus oft soweit zur Seite neigte, dass er umzustürzen drohte, meisterte der Fahrer mit Ruhe. Zweimal wurden wir zum Halten gezwungen. Eine Reifenpanne und ein anderes Mal hatte sich ein Stein zwischen den Zwillingsreifen eingeklemmt, verzögerten die Ankunft aber nur kurz. An der Wegkreuzung nach Lagunda, waren es noch 6 km zu den Losmen am Strand. Wir entschlossen uns zu laufen, lehnten das Angebot der Motorradfahrer, uns für 1000 Rp. mitzunehmen ab und waren nach zwei Stunden, wobei die Rückenmuskulatur wieder gedehnt wurde, am Ziel der Lagudi Beach. Der erste Eindruck war überwältigend, ein paradiesischer Strand, die Wellen meterhoch. Alle Losmen verlangen den einheitlichen Preis von 1000 Rp. pro Nacht. Im Losmen Aman konnten wir entgegen diesem vorgeschriebenen Richtpreis der Bezirksverwaltung eine Reduzierung auf 500 Rp. aushandeln. Wir sollten darüber jedoch Stillschweigen bewahren, wurde uns eingeschärft. |
Die Insel Nias Im Bus nach Sibolga war ich mit anderen Deutsche zusammengetroffen, Lothar, Gabriela, Matthias und Bettina aus Berlin und Bielefeld. Die Strecke war sehr kurvenreich, deshalb war es nicht ungewöhnlich, dass ich hier zum ersten Mal das viel zitierte indonesische Bussyndrom miterlebte, als sich meine Sitznachbarin, ein junges Mädchen, plötzlicb würgend vornüber beugte und ihrem Brechreiz freien Lauf ließ. Die indonesichen Busfahrer fühlen sich auf der ganzen Straßenbreite zu Hause, bremsen in der Kurve, statt zuvor herunterzuschalten, immer mit dem Finger an der Hupe, um sich Respekt zu verschaffen. Allerdings ist ihre Fahrweise nicht ganz so rüde wie die der indischen Busfahrer, die ihre Machtkämpfe - Wer ist der Stärkste der Straße - bis zur Konsequenz des Zusammenstosses austragen. Bei der Ankunft in Sibolga begrängten uns sofort einige Becak(Fahrradrikscha)-Fahrer, die uns zum Hafen und Büro der Schiffe nach Nias bringen wollten. Das Frachtschiff, direkt nach Teluk Dalam war schon ausgebucht, nach Gunung Sitoli erhielten wir noch Karten für die Überfahrt kommende Nacht. Die Becak-Fahrer machten eine Rundfahrt mit uns und fuhren uns noch zu einem Laden, wo sie uns zusammen mit dem Ladeninhaber bedrängten, "preiswerte" Moskitonetze für den Aufenthalt auf Nias zu besorgen. Ich ließ mir dies aber nicht einreden, ging etwas essen, bevor wir schließlich alle zum Hafen geradelt wurden. Mein Becak-Fahrer, der wie seine Kollegen vor Antritt der Fahrt keinen Preis aushandeln ließ verlangte nun 5000 Rupiah.Das war ich auf keinen Fall bereit, zu bezahlen. Mein Reiseführer riet, für eine Kurzstrecke (2-5km) 200 - 500 Rupiah zu zahlen. Also bot ich 500 Rupiah an. Darüber entspann sich eine hitzige Diskussion. Lothar kam hinzu und ergriff Partei für mich. Ich fragte ihn, was er bezahlt hatte, 2000 Rupiah, und weil ich der Diskussion müde war, bezahlte ich denselben Preis und ging. Die Deckklasse auf dem Schiff bot nur den blanken Boden als Schlafplatz. Der Transport nach und auf Nias ist strapaziös, teilweise unsicher und zeitraubend. Nachdem ein Frachtschiff nach Teluk Dalam auf offener See in Brand geriet, wurden von der Behörde verschärfte Auflagen und eine Begrenzung der Zahl der Passagiere festgesetzt. Auch die Fähre nach Gunung Sitoli, die in der Regel täglich fährt, hat öfters tagelang Reparaturpausen.
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