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Alarmvogel (Kleiner Gelbschenkel)
Dort kochte ich gerade mein Abendessen, als ein seltsames Etwas über den Fluss auf mich zu kam. Erst als es näher rückte, stellte ich fest, dass es ein Kanu war, in dem sie ruderte und er mit einem Doppelpaddel mit paddelte. So was hatte ich noch nie gesehen, aber das französisch-holländische Duo kam mit dieser Methode sehr flott vorwärts. Sie hielten bei mir und wir quatschten kurz, bevor sie weiter ruder-paddelten. Sie wollten bis nach Emmo – also der Beringsee – fahren und taten das wegen des Windes meist nachts. Die Alarmvögel nervten mich zu Tode, bis ich ihr Junges knapp neben meinem Zelt entdeckte: Ein winziges Flaumbällchen mit riesigen Beinen und Füßen. |
Camp auf Insel
Morgens waren überall Gewitter mit Regen um mich herum und schließlich auch bei mir. Also beschloss ich einen Ruhetag einzulegen und zu lesen. Nachmittags donnerte es und regnete mächtig. Da hatte ich wohl die richtige Entscheidung getroffen. Ab und an brummten Flugzeuge aus Fort Yukon in einiger Entfernung vorbei. In einer Regenpause kochte und aß ich. Bei eitel Sonnenschein ging es mit frischen Kräften los, aber ich hatte erneut Probleme mit dem Wind. Da es außerdem viel zu heiß war, ließ ich mich viel treiben und kam trotzdem gut vorwärts. |
Beaver
Ich näherte mich den Bergen und erreichte die Ortschaft Beaver. Dieses Mal nahm ich sogar die richtige erste Einfahrt. Ich erinnerte mich daran, dass dort eine große Karte hing, auf der ich mich orientieren könnte. Es war wirklich alles so, wie ich es in Erinnerung hatte und ich lag genau im Plan. An meinem Kanu liefen mir zu viele Leute herum, so dass ich schnell weiter paddelte und mich treiben ließ. Abends entdeckte ich einen schönen Campplatz mit Blick auf die Berge und außerdem standen ein Vollbad und ein kompletter Klamottenwechsel an. Das war ja wie Weihnachten und Ostern zusammen. |
Fort Hemlin Hills
Trotz großer Hitze kam ich am Anfang gut vorwärts, ließ erst dann stark nach und näherte mich so langsam den Fort Hemlin Hills. Gegen Abend kamen aus einem Seitenarm zwei Motorboote und ich vermutete, dass Stevens Village dahinter lag. Das Dorf hatte ich ebenfalls bereits im letzten Jahr besichtigt und brauchte nicht mehr hin. Aber irgendwie sah das ganz anders aus als damals. Na ja, es hatte schließlich auch mehr Wasser. Gegen 18 Uhr taumelte ich vollkommen überhitzt auf das Land, baute das Zelt auf und legte mich zum Abkühlen hinein. Zwei Stunden später war ich abgekühlt und ausgeruht. Ich hatte einen tollen kleinen Strand zum barfuss laufen und mit viel Holz. So saß ich lange am Lagerfeuer und genoss Landschaft und Leben. |
Post Office Stevens Village
Langsam kamen die Hügel näher und ich glaubte schon den Dalton Highway zu sehen. Um dem Wind eines kleinen, aber feinen Gewitters zu entgehen paddelte ich in einen Seitenkanal. Das hätte ich besser nicht gemacht. Ich entging zwar dem Sturm, jedoch nicht den zahlreichen Mücken, die sich auf mich stürzten wie Vampire. Plötzlich sah ich eine Hütte, eine zweite, eine dritte, eine vierte und dann ganz viele. Aha, erst hier war ich bei Stevens Village. Kein Wunder, dass das vorherige mir unbekannt vorkam. |
Yukon Crossing
Wie im letzten Jahr war ich in einem blöden Seitenkanal und ich versuchte über einen weiteren Kanal zurück in die Hauptströmung zu kommen. Doch in diesem Stück kam mir die Strömung entgegen und ich kaum vorwärts. Schließlich paddelte ich ans Ufer und zog das Kanu um die Kurve der Insel. Puuhhh, geschafft. Ich fuhr in einen Canyon mit vielen Fischcamps und hoffte bald an der Brücke zu sein, aber sie tauchte einfach nicht auf. Stattdessen ein weiteres schweres Gewitter. Ich paddelte schnell ans Ufer, baute das Zelt auf, brutzelte mir was und verschwand rechtzeitig zum Regenguss im Zelt. Danach setzte ich mich wieder ans Feuer. Es kamen viele Motorboote vorbei, woraus ich messerscharf schloss, dass ich nicht mehr weit von der Brücke entfernt war. Am nächsten Morgen erreichte ich bei stürmischem Wetter nach anderthalb Stunden in Yukon Crossing. |

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