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Eine Reisereportage von Gerhard Maucher

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  Haimanot lädt zum Kaffee ein  

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Später traf ich Peter, der mir vorschlug, ein Rad zu mieten und zusammen eine Ausfahrt zu machen. Schließlich waren wir mehr als 3 Stunden mit ganz ordentlichen Trekkingrädern in allen Richtungen rund um Debark unterwegs. 110 Birr, umgerechnet 10 Euro betrug die Miete für beide Räder. In den nächsten Stunden lernte ich das ganze soziale Leben von Debark kennen.: bei gezapftem und lokalem Bier "talla" das aus großen Plastikgefäßen in Gläser, Tassen oder Büchsen gefüllt wird und von brauner Farbe ist. Peter sagt, dass es aus Getreide zubereitet wird. Nach zwei verschiedenen dieser Kneipen, die nur aus 1 oder 2 runden Räumen mit gepolsterten Sitzbänken entlang der Wand, mit Postern oder Flechtkörben dekoriert, bestanden, wechselten wir nach einem Zwischenstopp zum Abendessen im Simien Park Restaurant in eine Kneipe wo der äthiopische Honigwein ausgeschenkt wird. Nebenzu laufen im Fernseher Lieder und Tänze traditioneller äthiopischer Musik.

  Besuch in einer einheimischen Bierkneipe  

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  in einer weiteren Bierkneipe  

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Am nächsten Morgen nehme ich den Bus nach Shire. Emanuel war zusammen mit seiner ältesten Schwester aus Gonder gekommen und hatten mir ein Ticket mitgebracht, da der Bus üblicherweise ausgebucht ist. Um 10 Uhr fährt der Bus los. Vier Stunden tastet sich der klapprige Bus bergab und bergauf am ungesicherten Abhang entlang. 51 Birr kostet es bis Shire. In Adi Arkay bietet ein Stopp Gelegenheit, Wasser zu kaufen, Danach werde ich von einem halben Dutzend Kindern bedrängt "Give me plastic", was ich dann auch mache und dafür sorgen muss, dass die Flasche der Junge erhält, der zuerst meine Bekanntschaft gesucht hatte.
Nach 8 Stunden endlich in Shire angekommen hatten wir 300 km zurückgelegt. Einen Anschlus bis zum nur noch 60 km entfernten Axum schien es nicht zu geben.

  eine gigantische Passstraße  

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Ich hatte Glück, der nächste Bus setzte mich an der Tür zum Afrika Hotel in Aksum ab, eine hübsche, saubere und billige Unterkunft.
Mit 50 Birr gelangte ich beim Piazza zu einem Papier, das mir die nächsten 3 Tage Eintritt zu den Altertümern der Stadt gewähren sollte. Nicht jedoch zu der von Haile Selassie erbauten Kathedrale mit der Bundeslade, die kostet extra 60 Birr.
So beschränkte ich mich heute darauf, die Stelen der axumistischen Hochkultur (1.-7.Jhdt.) und das Grab des Kaleb zu besichtigen. Die Stelen als Teile von Grabbauten waren mehrstöckig und eine ungestürzte Stele sogar bis über 33m hoch. Noch stehend zu besichtigen ist Stele Nr.3 mit 24 m. Stele Nr. 2, ebenso hoch ziert seit 1937 die Piazza di Porta Capena in Rom und soll demnächst zurückgegeben werden. Vorbei an der bunten Enda-Yesus Kirche und einem kleineren nördlichen Stelenfeld ist in einem kleinen Steingebäude extra geschützt die Stele des Königs Ezana zu sehen die eine Inschrift in altarabisch, -äthiopisch und -griechisch trägt. Auf der Anhöhe mit schöner Aussicht ist das Grab des Kaleb zu besichtigen. Noch den schöneren Blick über Axum und seine Umgebung hat man von der östlichen Bergspitze mit der Kirche Abba Pantaleon, einem der neun Heiligen. zu der ich abends hinauflief.
Die Führung in der 1965 von Haile Selassie erbauten Kathedrale Maryam Sion zu deren Eröffnung selbst QueenElizabeth II anwesend war, begann mit Kronen von Bischöfen und Kaisern vom 4.-9.Jht., dazu eine 620 J. alte Bibel.In der Kathedrale durfte ich dann das Orginal eines 1000 J. alten Bibel sehen, die Lederhaut anfassen und fotografieren. Demnächst wird nur noch eine Kopie in der Kathedrale zu sehen sein. Bei Gottesdiensten wird die Messe von bis zu 2000 Menschen besucht. Weitere metergroße Gemälde zeigen die Kreuzigung oder den Einzug der Königin von Saba.
Zwischen neuer und alter Kathedrale soll sich in einem extra Bau die Bundeslade befinden. Aksum kurz vor der Grenze zu Eritrea war vom 1.bis 7. Jahrhundert das Zentrum eines Reiches, das von Nil bis zum Roten Meer reichte. Der Sage nach soll sich bei der Kathedrale die Bundeslade befinden mit den Steintafeln der zehn Gebote des Moses, die einst aus Jerusalem mit unbekanntem Ort verschwunden sind. Dazu hat nur einzig und allein ein Wärter die Zugangserlaubnis, dieser Legende nach. Der aber hütet sein Geheimnis. In der alten Kathedrale zeigen Bilder aus dem 7. Jhdt, die auf einem Stück Holz gemalt wurden z. B. Mutter Gottes mit weißem und ein nähstes Mal mit schwarzem Jesuskind.
Zum Schluss zeigt der Führer mir noch den Thron der Bischöfe und Kaiser zwischen den Glockentürmen, ehe ich mich mit einem Trinkgeld verabschiede.

  Blick von der Abba Panteleon  

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© Gerhard Maucher






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