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Diskussion
  • Isla de Margarita, Canaima und Los Roques HR-Voigt   12. Juli 2006

Verfaßt am 12. Juli 2006 um 2:11, Thema: Venezuela

Anstrengender Flug und langes Warten

Die Ankunft auf der Insel Isla de Margarita war für mich nicht besonders eindrucksvoll.

Nach dem langen Flug (ca. 9 Std.) möchte man nur noch eines, nämlich so schnell wie möglich in das gebuchte Hotel. Leider war uns dieses nicht vergönnt. Verständnis zeigten wir ja noch bei den Einreisebestimmungen. Da man bei der Ankunft wohl besonders vorsichtig sein wollte, dauerten die Formalitäten ca. 2 Stunden. Gebucht hatte mein Mann einen Privattransfer, jedoch war kein Fahrer in Sicht. Er hatte uns schlichtweg vergessen abzuholen. Also warteten wir im Bus, welcher uns in das gebuchte Hotel bringen sollte, nochmals über 1 Stunde auf unsere Abfahrt zum Hotel. Wir hatten Durst ohne Ende, aber leider war nirgendwo etwas zu Trinken aufzutreiben.

Auf unsere Anfrage, wann es dann endlich los ginge, bekamen wir von der Reiseleitung nur dumme Sprüche und ein Schulterzucken.

Gebucht war diese Pleite - pardon: Reise bei Meier’s Weltreisen. Bedauerlicherweise unterhält dieses Unternehmen vor Ort keine eigene Reiseleitung, sondern verlässt sich bei allen Leistungen auf inländische Agenturen.

Da mein Mann schon einmal in dem Hotel Isla Bonita -jetziger Name Isla Margarita- war, hatten wirdie Faxen satt und fuhren mit einem Taxi zum Hotel.

Dort rückte die uneingeschränkte Freundlichkeit des Personals alles wieder ins rechte Bild. Das Hotel war traumhaft schön und die Zimmer sehr groß. Wir hatten ein Zimmer mit Blick auf das Meer, diesen Ausblick konnte ich täglich aufs Neue genießen. Da ich noch nie in Venezuela war, buchte mein Mann auch Ausflüge ins Landesinnere, so dass ich die Möglichkeit hatte, Land und Leute kennen zu lernen.

Jeep-Safari

Wir bekamen einen sehr freundlichen Fahrer (Manuel), der deutsch sprach, und uns auf der Fahrt sehr viel erklärte. Da diese Erklärungen teilweise sehr lustig vorgetragen wurden, hatten wir auch im Jeep viel Spaß.

Zuerst fuhren wir zu einem Bergdorf. Dort erklärte uns der Don die dort angebauten Früchte. Auch bekamen wir zu sehen, wie heute noch dort aus Zuckerrohr mit der handbetriebenen Presse Saft hergestellt wird. Daraus entsteht zum Teil Rum. Übrigens der beste Rum, den ich bis dahin getrunken hatte. Allerdings trinke ich Rum nur mit sehr viel Cola. Ach ja, in Venezuela sollte man niemals eine Cola bestellen, da dort Cola Schwanz heißt. Man trinkt dort eine Coca.

Die Vegetation auf der Insel besteht in der Hauptsache aus riesigen Kakteen der verschiedensten Arten, wobei Manuel uns zeigte, welche Blüten bzw. Früchte der Kakteen man auch essen kann. Natürlich habe ich diese auch probiert und muß sagen, sie schmeckten sehr gut. Teilweise nach Kiwi oder Stachelbeere.

Die Strände auf der Halbinsel Macanao sind zum größten Teil menschenleer, da diese fast unbewohnt ist. Man findet in diesem Teil der Insel nur Wüste, Kakteen und kleine grüne Papageienarten. Halt machten wir unter anderem an einem schönen Strand (Punta Arenas) zum Schwimmen. Jedoch waren an diesem Tage die Wellen so hoch, dass ich nach dem dritten „Abtauchen“ genug davon hatte und ich lieber mit einem Glas Cuba Libre in der Hand den Ausblick auf das Meer genoss.

Flug nach Canaima

Schon der Flug war ein Erlebnis für sich. Der Pilot nahm sich extra eine halbe Stunde mehr Zeit und flog mit uns senkrecht und quer zu den Tafelbergen, so dass man das Gefühl hatte, er berühre mit den Tragflächen die Berge. Auch den längsten Wasserfall der Erde (Salto Angel, 1005m) bekamen wir auf diese Weise ganz nahe zu sehen. Ca. 10 Minuten lang überflog er mit uns in ca. 1m Höhe einen Fluß - fantastisch - Angstgefühle kamen jedoch trotz dieser rasanten Flugmanöver nicht bei mir auf.

Leider bekamen wir nach der Landung einen Indianer als Reiseführer zugeteilt, der außer Spanisch keine andere Sprache beherrschte. So konnten ich und 10 andere Deutsche, wovon auch keiner spanisch sprach, seinen Erklärungen zur Vegetation und den Tieren dort nicht folgen und mussten uns ein eigenes Bild darüber machen. Na ja, mit Händen und Füssen klappte die Verständigung etwas.

Ein Tipp noch von mir, falls Sie die Tour machen wollen, nehmen Sie sich genug zu Trinken mit, auch wenn Sie vorher, insbesondere von der Reiseleitung von Meier' s Weltreisen etwas anderes gesagt bekommen.

Die Wanderung durch den Regenwald (ca. 3 Stunden) ist für Ungeübte wie mich sehr anstrengend, aber doch auch empfehlenswert.

Zuerst fuhren wir mit einem Boot die zahlreichen Wasserfälle ab, die tosend in den See hinabstürzen, überwältigend, welche Kraft von dort ausgeht. Das Wasser in den Seen und Flüssen ist kupferrot gefärbt, da es dort hohe Mineralvorkommen gibt. Außerdem wächst dort eine bestimmte Pflanzenart, deren herabfallende Blätter das Wasser zusätzlich färben.

Weiter ging es zu Fuß bergauf und bergab, zum Teil Abhänge mit viel Geröll, durch den Regenwald. Unser Reiseführer erklärte zwar die Tierarten, sowie auch die einzelnen Baumbestände, aber wie bereitserwähnt, verstand ich nur Bahnhof. Schade.

Zwischendurch konnte derjenige, der wollte, in einem See baden. Ich zog es vor, mich zu erholen und hatte es nicht bereut, da ein großer blauer Schmetterling mich zu seinem Landeplatz auserkoren hatte.Wie ich später erfahren habe, lebt diese Schmetterlingsart nach ihrer Entfaltung nur noch 24 Stunden.

Unvergesslich war auch die Klettertour unter einem 200 m breiten Wasserfall. Also etwas ängstlich war ich schon, als ich unter diesem Wasserfall war. Aber trotzdem hat es sich gelohnt, denn wann hat man schon mal solch ein Erlebnis.

Was unser Reiseleiter allerdings plötzlich wunderbar erklären konnte, war der Souvenirshop, der auf dem Weg zum Flugplatz (zufällig ???) angesteuert wurde. Wir hatten dort 1,5 Stunden Aufenthalt. Empfehlenswert ist ein Kauf in solch einem Shop jedoch nicht, da dort alles zu überhöhten Preisen angeboten wird.

Leider vergaß unsere Reiseleitung wiedermal, uns am Flughafen bei der Rückkehr abzuholen, so dass wir erst 3 Stunden verspätet im Hotel ankamen. Auch hier mussten wir uns wieder die gleichen dummen Sprüche, sowie Schulterzucken anhören bzw. ansehen - wie bereits bei unserer Ankunft auf der Isla Margarita.

Trotz "all-inclusive" sollte man nicht am Trinkgeld sparen

Nach diesem Ausflug war erst einmal Ausruhen in unserem Hotel angesagt. Da an unserem Strandabschnitt mir zahlreiche Seeigel das Baden im Meer verleideten - ich mag keine Badeschuhe - , zog ich den Pool in unserer Anlage zum Schwimmen und Relaxen vor, zumal wie bereits erwähnt, jeder des dort angestellten Personals sehr freundlich war. Beispielsweise holte mir der Hotelgärtner auf Bitte meines Mannes eine Kokosnuss vom Baum, die ich sofort serviert bekam. Lecker.Der Barmixer hinter der Poolbar erfand ständig neue Cocktails für mich, nachdem er herausfand, welche Art Cocktails ich bevorzugte.

Peinlich war allerdings, daß Italiener ebenfalls eine Kokosnuss verlangten und dafür dem Gärtner umgerechnet 2,5 Cent Trinkgeld gaben. Wenn man bedenkt, daß die Menschen dort nur ca. 200 € pro Monat verdienen, die Lebenshaltungskosten aber fast mit unseren vergleichbar sind, war das eine ungeheure Frechheit. Das Personal ist dort auf Trinkgeld angewiesen. Und besonders guter Service sollte doch auch belohnt werden.

Meine Bitte: Sparen Sie nicht am Trinkgeld für die Angestellten, sie werden es Ihnen mit noch mehr Freundlichkeit danken. Wer sich eine Reise dorthin leisten kann, hat sicherlich auch noch diepaar Euro dafür übrig.

Inselrundfahrt mit dem Mietwagen

Da ich auch unbedingt zu den Mangroven (Lagua de Restinga), nach Polarmar, zu den anderen Badeorten (u.a. Playa el Agua) sowie zum Delphinschwimmen wollte, nahmen wir uns für dreiTage einen Leihwagen. Übrigens ist das dort eine recht preiswerte Angelegenheit (100 € incl. Versicherung etc.) Somit machten wir unsere eigene Jeep-Safari und erkundeten die Insel mit unseren Augen.

Um die Mangroven zu bewundern, fährt man miteinem Boot durch diese verwunschene Welt. Unser Bootsführer empfahl uns die große Tour, die ca. 1 Stunde dauert. Er fuhr mit uns durch beidseitig mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Flusswege. Die Bäume und Sträucher wachsen übrigens im Salzwasser. Mehrfach hielt er das Boot an, um uns Seeigel, Seepferdchen und Seesterne zu zeigen.

An einem der zahlreichen Badestrände kann man sich von Einheimischen kleine Bilder nach eigenen Vorgaben auf Spiegeln zu niedrigen Preisen (1 € pro Bild) malen lassen. Ein hübsches Mitbringsel für zu Hause. Auch preiswert sind Hängematten, die man aber nicht in den Souvenirshops kaufen sollte, sondern dort, wo die Einheimischen ihre Hängematten kaufen. Sie sind dort in reicher Auswahl vorhanden und um die Hälfte preiswerter.

Die Delphine Pinky & Sam

Überwältigend war für mich das Delphinschwimmen in Pampatar (50 € pro Person und Stunde)

Auch wenn jetzt manch einer meint, die armen Delphine werden doch nur in einem kleinen Becken gehalten und machen dieses bestimmt nicht freiwillig, diesen Eindruck hatte ich hier nicht. Im Gegenteil, dort wurde sehr darauf geachtet, das den Tieren nichts zuviel wurde. Dieses wunderschöne Erlebnis machten wir sogar zweimal.

Bevor man ins Becken (maximal 5 Personen) zu den Delphinen darf, erfolgt erst einmal eine gründliche Einweisung über das Verhalten der Tiere, sowie wir uns den Tieren gegenüber zu verhalten haben. Zwei Pfleger sind ständig mit im Wasser und achten genau darauf, daß den Tierensowie den Teilnehmern nichts geschehen kann. Dafür wird man mit Tanzen, Singen sowie Schwimmen mit den Delphinen reichlich belohnt.

Auch ein Besuch in Porlarmar, der wirtschaftlichen Hauptstadt der Insel (Asuncion ist die eigentliche Hauptstadt) darf nicht fehlen. Allerdings ist hier die Kriminalität sehr hoch; teuren Schmuck zu tragen, egal welcher Art, ist hier fehl am Platze. Die Geschäfte dort entsprechen in etwa unserem Standard, die Preise allerdings auch.

Flug auf das Archipel Los Roques

Los Roques (300 € pro Person, incl. Mittagessen und alkoholfreie Getränke)

Versprochen wurde uns viel auf dieser Tour, gehalten von der Reiseleitung von Meier's Weltreisen allerdings kaum etwas.

Als ich am Flughafen das Flugzeug sah, das uns dorthin bringen sollte, bekam ich Zweifel, ob ich überhaupt in dieses, aus der Vorkriegszeit stammende Flugzeug, einsteigen sollte. Na ja, ich habe es dann doch gewagt. Aus der Luft betrachtet wirkt Los Roques wie die Malediven. Aber das ist auch schon alles, was dort vergleichbar wäre.

Rauchen war während des Fluges für die Passagiere nicht gestattet, aber der Pilot hatte neben sich auf dem Boden einen normalen Aschenbecher stehen und qualmte, was das Zeug hielt. Unmittelbar nach der Landung hatte er eine brennende Zigarette in der Hand, wobei er auf einer Tragfläche des Flugzeuges stand.

Versprochen wurde uns eine Tagesfahrt mit einem Katamaran, jedoch ankerte dieser den ganzen Tag in einer Bucht. Allerdings durften wir den ganzen Tag auf diesem Katamaran zubringen. Ist doch auch was, oder? Gefahren sind wir lediglich 30 Minuten damit. Etwas fröhliche Stimmung kam hierbei natürlich auch nicht auf, da der Katamaran mit ca. 80 Personen überfüllt war und sich jeder überrumpelt fühlte. Da uns gesagt wurde, dass man dort besonders gut Schnorcheln könne, erwarteten wir natürlich auch ein solches Gebiet. Tatsache aber war, das dort, wo wir ankerten, keine bunten Fische zu sehen waren, lediglich ein kleiner grauer Fischschwarm zeigte sich dort.

Essen war bei diesem Ausflug inklusive. Aber wenn man wie wir keine Meeresfrüchte mag - etwas anderes wurde nicht angeboten - hat man eben Pech gehabt. Ach ja, gleich zu Beginn auf dem Katamaran wurde gegen einen Aufpreis in Höhe von 12,50 € pro Person Lobster angeboten.

Ein wenig entschädigt wurde mein Mann auf dem Rückflug. Er wurde vom Piloten nach vorne gebeten, um von dort aus stehend die Landung zu filmen.

Durch eine Urlaubsbekanntschaft, ein Ehepaar aus Deutschland, wobei der Bruder der Frau ständig auf der Insel lebt, erfuhren wir von einem deutschen Restaurant auf der Isla Margarita. Natürlich haben wir die Küche mit ihnen zusammen dort ausprobiert. Da der Inhaber des Restaurants dort selber deutsche Wurst herstellt und auch am Abend unseres Besuches dort räucherte, bewachte Trixi (der Hund des Bruders) ständig die Räucherkammer. Es könnte ja evt. doch eine leckere Wurst für sie abfallen. Übrigens war das Essen dort typisch deutsch. Zum Nachtisch gab es einen vom Inhaber spendierten Knoblauchschnaps. Also das sollte sich niemand antun, ich habe noch nie so etwas „ekliges“ getrunken. Er schmeckte nur nach Knoblauch und ölig. (Anmerkung: Wir haben jetzt erfahren, daß es dieses Restaurant nicht mehr gibt. Schade.)

Transfer mit dem Hubschrauber

Zum Abschluss unseres Venezuela-Urlaubes buchte mein Mann einen Transfer mit dem Helikopter zum Flughafen. Abgeholt wurden wir direkt vor dem Hotel. Schon der Start ist ein Erlebnis für sich. Senkrecht hebt sich der Helikopter in die Luft, um leicht abgeneigt nach vorne weiterzufliegen. Die Isla Margarita aus der Luft und gleichzeitig zum Greifen nahe zu betrachten, ist wunderschön.

Leider hatte es der Reiseleiter verpasst, uns im Hotel die Abflugverspätung von 4 Stunden mitzuteilen, so daß wir auf einem ziemlich trostlosen Flughafen 7 Stunden bis zum Start warteten. Aber im nachhinein konnte auch diese Panne meine schönen Reiseerlebnisse nicht vermiesen.

Fazit: Wie bereits erwähnt, sollte man eine andere Reisegesellschaft (-leitung) als Meier's Weltreisen (Katastrophenurlaub garantiert bzw. reine Abzockerei) bevorzugen, ansonsten ist Venezuela eine Reise wert.

 Autor: HR-Voigt, Nachricht an den Verfasser
 Website: http://www.fern-reisen.org/privat/

 
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