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Diskussion
  • Information zu Libanon Norbert Ratzke   15. Juni 2001

Verfaßt am 15. Juni 2001 um 21:14, Thema: Libanon


Allgemein:
Offizieller Name:
Al-Djumhuriya al Lubnaniya - Republik Libanon
Intern. Abkürzung: 
RL
Hauptstadt und Regierungssitz:  
Beirut
Wahrzeichen:
Ist die Zeder 
Staatsform:    
Republik
Amtssprache: :
Arabisch(weitere Sprachen: Französisch, Englisch)
Währung::
Libanesisches Pfund (z.Zt. -2001- 1 $ = 1500 LL)
Nationalfeiertag:
22.11. (Unabhängigkeitstag)
Zeitzone: 
Osteuropäische Zeit (+1 h gegenüber MEZ)

Bevölkerung:
Bevölkerung imLibanon:
zw. 3 - 3,5 Mio;  davon leben ca. 1 - 1 1/2 Mio im Großraum Beirut
Bevölkerung Libanesen im Ausland:
Zahlen schwanken zw. 11 und 16 Mio; ca. 5 Mio leben in Brasilien
Bevölkerungswachstum:
nicht bezifferbar
Lebenserwartung:
ca. 71 Jahre
Analphabetenquote:
Es gibt keine Schulpflicht in Libanon; die Hälfte der Schulen sind in privater Hand (Schulgeld bis 8000 $ im Jahr). Die Analphabetenquote liegt bei ca. 20 % (nur Schätzung). Die Bezahlung der Lehrer und die Ausstattung der staatlichen Schulen ist mangelhaft.
Religion:
keine Staatsreligion. In Libanon gibt es offiziell 18 Religionsgemeinschaften: ca. 25 % Sunniten, 24 % Schiiten (7er und 12er-), 8 % Drusen, 40 % Christen -s. hierzu auch Libanon- Vielfalt der Religionen-; Zahlen sind nur Schätzungen!
Ethnische Volksgruppen:
Araber, Armenier, Kurden
Flüchtlinge:
registriert sind 360 000 Palästinenser aus (s. hierzu auch Palästinenserlager)
Medizinische Versorgung:
Viele medizinischen Einrichtungensind privat und an Konfessionen gebunden. Aktuelle Daten über das medizinische Personal und Einrichtungen liegen zur Zeit noch nicht vor. 1983 gab es 130 Krankenhäuser und 3.953 Ärzte (sind frz.- und englischsprachig)

Geographie, Klima, Bodenschätze, Flora und Fauna
Fläche:    
10 452 qkm
Naturräume:
Der Libanon besteht aus einem schmalen Streifen am Mittelmeer. Das Land wird der Länge nach vom Libanongebirge durchschnitten. Parallel dazu läuft der Anti-Libanon (Hermon, 2.814 m), der die Grenze zu Syrien bildet.
Städte*:
Beirut, Tripoli(s), Saida, Tyros, Zahle, Byblos und Nabatiye
Flüsse*:
Litani, Orontes, Adonis, Nahr al Kalb
Berge*:
Qornet es Saouda (höchste Erhebung Dahrel-Chodib, 3.083 m), Hermon
Klimatische Verhältnisse:
An der Küste mediterranes, in der Bekaa-Ebene kontinentales Klima. Die Niederschläge können bis zu 1.200 mm betragen. Die mittleren Temperaturen in Beirut betragen 14 °C (Januar) bzw. 26 °C (Juli).
Bodenschätze:
Keine Förderung (vorhanden sind Eisenerz, Kupfer, Asphalt, Mangan, Chrom, Lignit) 
Vegetation:
Ökologisch gehört das Gebiet zu den winterfeuchten Subtropen. 6 % des Landes sind bewaldet. Typisch ist hier die immergrüne Hartlaubvegetation. In früheren Zeiten waren die hierzu gehörenden Pflanzen noch wesentlich weiter verbreitet als heute, doch sind noch große Restbestände erhalten geblieben. Einige Pflanzen sind nur im Libanon beheimatet. Durch menschliche Eingriffe sind viele Wälder von Sträuchern verdrängt worden, oder es fand eine Desertifikation statt. Viele Pflanzen sind reich an ätherischen Ölen und Harzen und sind leicht entflammbar. Flächenbrände sind somit eine häufige Erscheinung. 
Tierwelt:
Viele wärmeliebende Tiere leben in diesen winterfeuchten Subtropen. Besonders Reptilienarten sind weit verbreitet.
* nur die Größten

Politik:
Staatsform:
Republik
Staatsoberhaupt:
Staatspräsident ist Herr Emile Lahoud (Maronite); der Ministerpräsident ist Herr Rafik Hariri (Sunnit) und der Parlamentspräsident ist Herr Nahib Berri (Schiit); man bezeichnet die Führungsspitze auch als "Troika"
Verfassung:
Die im Mai 1926 verabschiedete Verfassung wurde 1927, 1929, 1943, 1947 und 1989 in einigen Punkten geändert. Seit dem Taif-Abkommen 1989* sind die Mandate für Christen und Muslime zu gleichen Teilen verteilt; außerdem müssen dem Kabinett die gleiche Anzahl von Christen und Muslimen (derzeit je 15) angehören. An der Spitze stehen der Präsident (ein Maronit), der Premierminister (ein Sunnit) undder Parlamentspräsident (ein Schiit). Der Präsident, der im Parlament gewählt wird, ernennt den Premierminister und beauftragt ihn mit der Regierungsbildung. Alle Entscheidungen des Präsidenten bedürfen der Gegenzeichnung des Premierministers.
Volksvertretung:
128 Sitze werden paritätisch zwischen Christen und Muslimen alle vier Jahre verteilt (64:64); 34 für Maroniten, je 27 für Schiiten und Sunniten, 14 für Griechisch-Orthodoxe, 8 für Drusen, 8 für Griechisch-Katholiken, 5 für Armenisch-Orthodoxe, 2 für Alawiten, je 1 für Armenisch-Katholiken, Protestanten und für sonstige Minderheiten.
Parteien:
Parteien spielen eine untergeordnete Rolle und setzen sich im allgemeinen aus den jeweiligen Religionsgemeinschaften zusammen. Bei der letzten Wahl traten an die Stelle von einigen Parteien Blöcke, bzw. Listen. Zum Teil existieren noch die Parteien: Kata´ib, Nationale Liberale Partei, Nationaler Block (christlich/maronitisch); Progressive Sozialistische Partei (drusisch); Amal, Hizb Allah (schiitisch); Block für Rettung und Veränderung; Syrisch Sozial-Nationalistische Partei
letzte Parlamentswahl:
August / September 2000
letzte Regierungsbildung:
Oktober 2000
Wahlbeteiligung:
ca. 25 %
Verwaltung:
Das Land ist in sechs Bezirke aufgeteilt: Nordlibanon, Zentrales Libanongebirge, Bezirk der Stadt Beirut, Südlibanon, Nabatiye und Bekaa-Ebene; die Bezirke sind wiederum in 24 Kreise unterteilt.
Militär:
Gesamtheeresstärke: etwa 49000 Mann. Wehrpflicht: 1 Jahr. Verteidigungsausgaben: ca. 455 Mio $.

vom 22.10.1989; infolge dieses Abkommens wurde die Zahl der Sitze im Parlament von 99 auf 108 erhöht und u.a. verankert, dass die Mandate zu gleichen Teilen auf Christen und Muslime zu verteilen sind. 
Vor den Wahlen 1992 wurde die Zahl der Mandate auf 128 erhöht. Eine bedeutende Änderung war die Reduzierung der präsidialen Machtbefugnisse und die Übertragung der exekutiven Macht auf die Regierung bzw. auf den Premierminister und Ministerrat, an dessen Sitzungen der Präsident nicht mehr automatisch teilnehmen kann. Auch ist der Staatschef nicht mehr befugt, die Regierung von sich aus zu entlassen und/oder das Parlament aufzulösen. Von der Annahme des Rücktritts der Regierung und der Ernennung des Premierministers abgesehen, bedürfen alle Entscheidungen des Präsidenten der Gegenzeichnung durch den Regierungschef. Auch die Entlassung eines Ministers und die Unterzeichnung internationaler Verträge setzen die Zustimmung der Regierung voraus.
Das Taif-Abkommen sollte ein Schritt in Richtung "Versöhnung" und Abbau des Konfessionalismus sein, denn langfristig soll auch das Parlament nicht mehr nach konfessionellen Gesichtspunkten besetzt werden. Ob jedoch die einzelnen Religionsführer, die gleichzeitig die Entscheidungsgewalt über diese Änderungen haben, dazu gewillt sein werden, ihre Machtpositionen aufzugeben, wird erst die Zukunft zeigen!


Wirtschaft und Verkehr:
Wirtschaft:
Die Wirtschaft ist derzeit in Rezession. Mit Hilfe ausländischer Investoren soll die Infrastruktur des Landes modernisiert werden. Das BIP setzt sich zusammen aus 10 % Landwirtschaft, 18 % Industrie, 32 % Handel und 26 % Dienstleistungen.
Wirtschaftsfaktoren:
Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor war viele Jahre der Transitverkehrüber die Straße. Das Straßennetz umfasst insgesamt 6.075 km. Zudem ist eine Eisenbahnstrecke von Tyros (Sur) nach Jounieh geplant. Jetzt ist der Dienstleistungssektor der wichtigste Wirtschaftsfaktor. Der im Krieg stark zerstörte Hafen von Beirut wird derzeit neu aufgebaut. 1993 wurden 5,67 Mio. t Güter umgeschlagen.
Industrie:
Nahrungsmittel, Baumaterialien, Textilien
Landwirtschaft:
Fast alles - von Kartoffeln über Bananen bis hin zu Zitrusfrüchten
Import:
Fahrzeuge, Nahrungsmittel, Erdöl und Erdölprodukte, Eisen, Stahl, elektronische Geräte; Haupthandelspartner: USA, Italien, Deutschland, Frankreich und Syrien.
Export:
Textilien, Agrarerzeugnisse, chemische Erzeugnisse; Wichtigste Handelspartner sind: Saudi Arabien, VAE, Syrien, Schweiz, Frankreich, Deutschland und USA
Staatsverschuldung:
ca. 24 Mrd. $
Haushaltsdefizit:
ca. 50 %
Beschäftigung:
a. 1,1 Mio. Libanesen; viele Gastarbeiter aus Syrien (ca.1 Mio.) und Sri Lanka / Philippinen (jeweils ca. 50 000)
Arbeitslosigkeit:
ca. 20  %
Armutsgrenze / Durchschnittslohn
60 % der Bevölkerung (inklusive der Flüchtlinge und Gastarbeiter) leben in Armut. Die Armutsgrenze wird nach lib. Recht so definiert: Hat eine Familie ein Gesamteinkommen von unter 1 000 000 L.L. (ca. 1 400 DM) lebt sie in Armut. 
Gewerkschaften:
150 Branchengewerkschaften in einem Zusammenschluss von neun Föderationen, von denen vier dem Dachverband angehören. Mitgliederzahl; ungefähr 250 000. Seit April 2001 Spaltung des Dachverbandes.
Internationale Mitgliedschaften:
UNO, Arabische Liga, Weltbank, IWF, FAO, International Finance Corporation, International Development Association

Geschichte ab 600 n. Chr.:
ab 643
Eingliederung in das Kalifenreich.
ab 1020
Entstehung der Drusengemeinschaft.
ab 1098
Das Land wird von Kreuzfahrern besetzt.
ab 1516
Osmanische Herrschaft.
ab 1841
Bürgerkriege zwischen Drusen und Maroniten.
1860
Frankreich greift militärisch und beendet den Konflikt zw.den Drusen und den Maroniten. Das Land wird quasi in maronitischen und drusischen Machtbereich geteilt. Anmerkung. Der Libanon dieser Zeit war die Region um den Mount Lebanon. 
1918
Beendigung der türkischen Herrschaft
1919 / 20
Nach einem engl. und frz. Abkommen entsteht unter französischem Mandat der Staat Libanon in seinen heutigen Grenzen.
1943
Besetzung durch alliierte Streitkräfte und Unabhängigkeitserklärung.
1946
Volle Souveränität nach Abzug der französischen Truppen.
1958
US-Truppen intervenieren im Bürgerkrieg.
1975
Kämpfe zwischen libanesischen Gruppen, die die Palästinenser unterstützten und nicht unterstützten.
1976
syrische Truppen fallen in den Libanon ein
1978
Besetzung Süd-Libanons durch Israel; Einmarsch von UN-Soldaten.
1979
Palästinenserfeindliche Milizen rufen in der Nähe Israels unabhängiges Gebiet (Freier Libanon) aus.
1981
Kämpfe zwischen Syrien und christlichen Milizen in der Bekaa-Ebene.
1982
Israelische Truppen fallen in Beirut ein; die PLO zieht sich nach Tunis zurück.
1985
Abzug der israelischen Truppen bis auf einen 20 km breiten Sicherheitsstreifen.
1987
Einmarsch syrischer Truppen in West-Beirut.
1988
Kämpfe zwischen Amal- und Hisbollah-Einheiten; syrische Truppen fallen in Süd-Beirut ein.
1989
Kämpfe zwischen syrischen, christlichen und drusischen Truppen in Beirut; nach Friedensverhandlungen wird Hrawi zum Staatspräsidenten gewählt.
1992
Nach inneren Unruhen und Demonstrationen tritt die Regierung Karame zurück.
1993
Israel versucht die libanesische Regierung mit Bombardierungen zu zwingen, sich gegen die Hisbollah zu stellen.
1995:
Vermehrte Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah; Demonstrationen gegen die Regierung werden von Polizei und Armee niedergeschlagen.
18.04.96
Bombardierung eines UN-Stützpunktes in Kana (Qana) durch israelische Lufttruppen, dass 106 Menschen, vor allem Frauen und Kinder das Leben kostete (s.Qana)
1996:
Wahlen bestätigen Ministerpräsident Hariri in seinem Amt.
1997:

Die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Armee mit ihren libanesischen Hilfstruppen und libanesischen Hisbollah-Kämpfern um und in der südlibanesische ”Sicherheitszone” werden fortgesetzt.Im August fliegen die israelischen Einheiten Bombenangriffe auf Stellungen im Libanon.
24.11.1998:
Der neue Staatspräsident Lahoud wird vereidigt.
5.3.2000:
Das israelische Kabinett beschließt einstimmig den Rückzug aus den besetzten Gebieten im Südlibanon; damit ist nach 18 Jahren eine Befriedung der sogenannten "Sicherheitszone" in Sicht.
24.5.2000:
Das israelische Militär zieht aus dem Südlibanon zurück. Die verlassenen Stellungen werden daraufhin von Kämpfern der Hisbollah besetzt.
24.10.2000
Staatspräsident Emile Lahoud ernennt den aus den Parlamentswahlen im August / September als Sieger hervorgegangenen Rafik al-Hariri zum neuen Regierungschef.

Kultur / archäologische Stätten:
archäologische Stätten (siehe. Fotos aus dem Libanon)
Anjar, Baalbek, Burg Musailaha, Byblos, Castle Beaufort, Castle Tebnine, Eshmun, Hermel, Nahr al Kalb, Qal' at Faqra, Saida, Tripoli, Tyros (und viele weitere)
Festivals           
in Baalbek, Tyros, Bait ed-Din oder Beirut. Das Repertoire reicht von Jazz, Opern und Spirituals über Ballet und klassische Musik bis hin zu arabischen Tanzveranstaltungen.
Baalbek: 
Tel.: 0096-1-37315-0,1,2 
Web: www.baalbeck.org.lb
Bait ed Dine:
Tel.: 0096-1-373430
Web: www.beiteddine.org.lb

Adressen/Links:
Ministry of Tourism
550 Central Bank Street * P.O.Box: 11-5344 * Beirut, Lebanon http://www.lebanon-tourism.gov.lb email: mot@lebanon-tourism.gov.lb
Gelbe Seiten
http://www.yellowpages.com.lb

 Autor: Norbert Ratzke Nachricht an den Verfasser
 Website: http://www.dashur.de

 
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