 |  | Ich würde mich nicht so sehr von den Kriegshandlungen beeindrucken lassen, als vielmehr von der normalen Kriminalität in Nepal. Das Problem ist, dass von den weit über 100 jährlichen Morden an Touristen praktisch nichts an die Weltöffentlichkeit gelangt. Ihr werdet das nur im sehr vertraulichen Gespräch mit den entsprechenden Angehörigen der Polizei oder der Regierung erfahren können, die natürlich zum absoluten Stillschweigen verpflichtet sind. Die Angestellten der Botschaften sind allerdings in der Regel gut unterrichtet, sind aber angehalten, zu erklären, "es wäre noch nie etwas in Nepal geschehen". Tatsache ist, Nepal ist eines der gefährlichsten Reiseländer der Welt, nicht wegen der Maoisten, sondern wegen der Verschweigepolitik der westlichen Länder, die die hohe Opferzahl in Kauf nehmen, damit insbesondere das Königshaus bei Laune gehalten wird. Fragt doch einmal, wohin das meiste Geld fließt, dass Ihr ausgebt. Andererseits ist Nepal ein sehr schönes Reiseland und wenn Ihr in Gruppen reist, auch ohne einheimische Reisbegleiter, dann ist die Gefahr schon sehr viel geringer, überfallen zu werden. Ich bin einer der sehr wenigen Deutschen, die ein solches Massaker schwer verletzt überlebt haben. Grundsatz für nepalesische Räuber ist: keiner der Überfallenen darf überleben. Schon ein einziger Fall in der Presse lässt den Urlauberstrom auf die Hälfte zurückgehen. Die Veröffentlichung unser Falls, wir sind zwei der sehr wenigen überlebenden Zeugen, wurde durch massivsten Einsatz unseres deutschen Geheimdienstes verhindert. Wir wurden damals, zur Kohlzeit, von sämtlichen Angestellten ausländischer Botschaften aufgeklärt, dass der deutsche Botschafter ein unbeschreibliches Verbrechen an uns begehen wollte, das dann von diesen verhindert wurde. Der damalige (nicht der heutige!) Botschafter machte unter anderem, wie man uns sagte, mit einem der Prinzen, dem heutigen König, gemeinsame Sache. Naja, bei solchen Verbrechen erfährt man dann auch manches aus undichten Stellen sogar der deutschen Botschaft...Der damalige Botschafter besitzt eine der größten Sammlungen von Buddhaskulpturen aus Tempeln. Es ist in Nepal bekannt, wie sie in seinen Besitz gekommen sind. Die Menschen in Nepal sind ausgesprochen hilfsbereit. Ganz anders als wir Deutschen. Man lernt im Notfall die Menschen kennen. Also, der König tut Euch nichts, auch nicht die Maoisten, dem Militär (Polizei genannt) sollte man aus dem Weg gehen und auf der Hut vor den wenigen Kriminellen sein. Infektionen sind gefährlich (die Hälfte der Todesfälle) und ansonsten wünsche ich Euch ein schönes trekking nur zu mehreren (!!!) in diesem schönen Land. Beim Überfall geht es ums ganze: Ihr braucht Adrinalin, aber das nutzt Euch nur, wenn die Zitterei vor Eurem "Todeskampf" aufhört und Ihr den Angreifer besiegt. Mir gelang das, weil dessen Messer in meinem Auge stecken blieb...
Also, alleine mit Eurer Freundin und ohne Waffe, das reicht nicht... Die meisten Opfer sind alleinreisende Frauen, alle Opfer einer falschen Aufklärungspolitik.
Ich würde dennoch gerne wieder nach Nepal kommen, aber aufgrund der besonderen Umstände zunächst erstmal nicht. Namaste! Bernd
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