Tokyo 150: Tokyo, Leben in einer Kartonschachtel Mai 2007
Ein grosses Problem in Japan ist die steigende Zahl der Obdachlosen. Wir haben etwas über die Gründe erfahren, weshalb diese Leute obdachlos wurden und diese sind erstaunlich und frustrierend. Diese Leute haben sich freiwillig dafür entschieden so zu leben, da sie nicht mehr bereit sind, mit den Zwängen und Ausgrenzungen in ihrem Umfeld zu leben. Ihr „Fehlverhalten“ war vielleicht nichts Schlimmeres als dass sie sich scheiden liessen oder dass sie nicht mehr bereit waren an den täglichen Sauforgien ihrer Arbeitskollegen teilzunehmen. Man hat sie deswegen so stark verstossen, dass sie es schlussendlich vorzogen, auszusteigen und in einer Kartonschachtel zu hausen.
Die Offerten der Regierung, ihnen wieder eine Arbeit und eine Wohnung zu geben, lehnen sie schlichtweg ab. Sie müssen sich so viel besser fühlen, seit ihnen die Flucht vor der Gesellschaft gelungen ist.
Wir sahen sehr viele dieser Obdachlosen, aber nicht einer hat gebettelt! Allem Anschein nach haben sie andere Mittel zum Überleben gefunden.
Trotzdem legen sie nicht alle alten Gewohnheiten ab: die Schuhe werden am Abend ordentlich im 90° Winkel zur Box ausgerichtet, bevor sie sich darin schlafen legen.
Im freien und demokratischen Japan ist der soziale Druck und die Ausgrenzungen der Gesellschaft so stark, dass der durchschnittliche Japaner deutlich weniger Freiheit hat (bzw. nimmt), als der durchschnittliche Chinese im (offiziell) kommunistisch regierten China. Wir haben erst noch im Sommer 2008 in der „International Herald Tribune“ gelesen, dass Japanische Ingenieure der Freiheit wegen vermehrt auch nach China auswandern! © Brigitte & Heinz 3226 aus der Zentralschweiz 5 Einträge im Gästebuch von Brigitte & Heinz |