Namibia 880, Swakopmund: Swakopmund August 2006
Nun fuhren wir südwärts an die Küste nach Swakopmund. Dabei erreichten wir die Gegend wo der schwarze Bevölkerungsanteil vorwiegend zu den Volksgruppen der Damara und der "gelben" Nama gehören. Aber viel mehr als diese, sind uns hier die Deutschen aufgefallen! Swakopmund ist eigentlich eine recht hübsche, aber befestigte Version einer modernen deutschen Kleinstadt. In den meisten Geschäften wurden wir wie selbstverständlich in Deutsch begrüsst, nachdem man uns Einlass gewährt hatte. In den weissen Wohngebieten d.h. im ganzen Zentrum, war Deutsch sicher die meistgesprochene Sprache. In vielen namibischen Orten wird auch heute noch Karneval gefeiert und dort sollen alle Kulturen kräftig mitfeiern. Das berühmte deutsche Ohnsorg Theater war momentan sogar hier auf Tournee.
Beim Essen in Swakopmund, ist der Einfluss der ehemaligen Kolonialmacht sogar noch deutlicher zu erkennen als im Rest des Landes. Das Gute daran war natürlich, dass es sehr einfach war gutes knuspriges Brot und verführerische Kuchen und Torten zu finden. Diese wurden noch genauso gebacken wie zu Grossmutters Zeiten in Deutschland: mit weniger Zucker und mehr Früchten. Dass es hier auch schmackhafte Wurstwaren gab, war auch nicht verwunderlich. Egal welcher Rasse, alle Leute kannten diese Speisen nur unter ihren deutschen Namen: Brötchen, Schwarzwäldertorte, Apfelstrudel, Schweineohren (Prussien), Eisbein, Bratwurst und auch Landjäger (ob die nicht eher schweizerisch sind?). Landjäger gab es auch dort überall wo weit und breit niemand Deutsch sprach.
Apropos Sprache: wir möchten noch erwähnen, dass die einzige offizielle Landessprache in Namibia Englisch ist. Bei der Unabhängigkeit sprachen zwar nur 2% Englisch, aber die Regierung wollte damit alle Bevölkerungsgruppen gleichmässig benachteiligen - dies ist wohl afrikanische Logik! All zu gross ist der Bevölkerungsanteil der diese Sprache beherrscht allerdings auch heute noch nicht, obwohl wir Touristen problemlos damit durch kamen.
Dass wir im Fernsehen die deutsche Tagesschau empfangen konnten, war für uns etwas sehr Spezielles und die Welt erschien gleich wieder viel grösser. Dies war möglich dank dem die Besitzer der Ferienwohnung, die wir in Swakopmund für 6 Tage mieteten, einen Satellitenempfänger hatten.
Viele Pensionäre haben damit begonnen, hier Ferienhäuser zu kaufen weil die Costa del Sol schon lange ausverkauft ist. Ein Costa Natura gibt's hier aber nicht. Vielen gefällt es, dass es hier so deutsch ist und beim warmen und trockenen Sommerklima ist es einfach, dem Winter zu Hause zu entfliehen.
Aus der Ferne könnte man meinen, Swakopmund sei eine Oase am Meer die von drei Seiten mit Sand umgeben ist. Die Dünen kommen direkt bis an den Stadtrand und es regnet sozusagen nie. Feuchtigkeit kennt man da nur in Form von dichtem Nebel, welcher oft frühmorgens einen 50km breiten Küstengürtel bedeckt und sich bis ca. 10:00 Uhr auflöst.
Einmal machten wir einen Ausflug zum 30 km entfernten Walfis Bay, wo wir Flamingos und Pelikane bewundern konnten. Auch die goldenen Dünen entlang der Strasse waren sehr beeindruckend und bald sollten wir davon noch mehr sehen.
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