Deutsche Küste 604, Wildentenfamilie: Stolze Eltern mit ihren putzmunteren Küken 30. April 2004
Eine Geschichte – geschrieben aus dem Leben.
An einem besonders schönen Tag blieb ich an einem Teich in meiner Heimatstadt stehen. Die Sonnenstrahlen glitzerten auf der Wasseroberfläche. Das Gefieder der Tiere schimmerte in warmen Farben. Ein alter Mann kramte ein Stück Brot aus seiner Tasche hervor, das er ihnen bröckchenweise zuwarf. Die Enten schnatterten und drängten einander beiseite. Ich weiß nicht, wie lange ich dort stand, bis er mich bemerkte und mich heranwinkte. Einen Moment lang zögerte ich, dann trat ich zu ihm. Er deutete mir leise zu sein und streckte seine Hand aus. Eine der Enten watschelte aus dem Teich, schnappte sich mit einer schnellen Bewegung das Brot und schoss wieder ins Wasser zurück. Ich lächelte. Der alte Mann zwinkerte mir zu. Ich blieb noch eine Weile bei ihm sitzen, ehe ich mich verabschiedete. Eine Woche darauf ging ich wieder durch den Park. Die Enten schwammen auf dem Teich, aber der alte Mann war nicht mehr da. Auch am nächsten und am übernächsten Tag sah ich ihn nicht. Ich sah ihn überhaupt nicht mehr. Wenn ich Zeit habe, setze ich mich auf eine Bank und beobachte die Enten. Manchmal frage ich mich, ob sie ihn auch vermissen?
© Karl-Heinz Mayer 1420 aus Siegburg 27 Einträge im Gästebuch von Karl-Heinz Mayer |