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Namibia  880, Lüderitz: Lüderitz


August 2006

Am nächsten Morgen fuhren wir mit unserem Golf auf einer guten Schotterstrasse weiter südwärts. Obwohl - oder vielleicht weil so wenig Verkehr herrschte, war diese Strecke in exzellentem Zustand. Fast alle anderen Touristen entschieden sich anscheinend für den 300 km langen Umweg über die asphaltierte Strasse und dies obwohl die meisten mit teuren vierrad angetriebenen Fahrzeugen mit festmontiertem Dachzelt im Konvoi unterwegs waren, wie dies von geschäftstüchtigen Reisebüros empfohlen wird.

Unser Mietwagen, für den wir pro Tag 150 Rand (~16 Euro) hinblätterten, bewältigte diese unasphaltierten Strassen aber auch problemlos. Versicherungsschutz auf diesen Strassen mussten wir zwar speziell einhandeln, aber der ist auch bei vielen 4x4 Fahrzeugen meistens nicht gewährleistet. Grosszügigen Versicherungsschutz gab es sowieso bei keinem Autovermieter.

Obwohl die Temperaturen hier tagsüber regelmässig 20 °C oder mehr erreichten, sanken sie nachts oft ungemütlich nahe an den Gefrierpunkt und manchmal sogar darunter. Somit war campieren keine Alternative. Viele Touristen realisierten dies womöglich erst nach Ankunft. Auf alle Fälle waren die günstigen Unterkünfte oft ausgebucht und die Parkplätze mit diesen 4x4 Camping Fahrzeugen überstellt (wie Toyota Landcruiser). Für echte Rucksackreisende ist Namibia eh etwas zu teuer und wir hatten den Eindruck, dass der durchschnittliche Tourist der hierher kommt, schon eher etwas vermögend ist.

Zurück auf die 420 km Schotterstrasse; zur Mittagszeit trafen wir im kleinen Dorf Maltahöhe ein. Wir konnten es kaum glauben, mit wie viel Stacheldraht, Elektrozaun und Wachleuten sich die Einwohner dieser Ortschaft gegen alles Böse schützen. Können sich ein paar Hundert Menschen gegenseitig nicht einmal trauen?

Mit gefülltem Magen setzten wir unsere Fahrt fort durch eine niedrige Hügellandschaft und trockene Täler die mit Gras bewachsen waren, das ebenfalls trocken zwischen all den zerstreut herumliegenden Steinen zu sehen war. Nur etwa alle 30 km kamen wir an einer kleinen Farm vorbei, welche Schafe oder Ziegen hielt. Ab und zu sah man auch Mal ein paar Springböcke oder Strausse.

Aus war der Name der Ortschaft wo wir übernachteten und ein ganzes Haus für uns allein bekamen. Im nahe gelegenen Hotel Bahnhof servierte man uns ein ausgezeichnetes Abendessen. In Namibia war das Essen normalerweise von guter Qualität, wenn auch nicht all zu raffiniert zubereitet. Hier allerdings kriegten wir eine wahre Gourmet-Mahlzeit aufgetischt, was vielleicht daran lag, dass der Koch seine Künste in Südafrika erlernt hat, wie er uns erzählte.

Unsere nächste Destination war das kleine Städtchen Lüderitz, benannt nach dem deutschen Abenteurer. Dieser ansprechende Küstenort verdankt seine Existenz den Diamanten. Es gibt einen wichtigen Hafen und wie überall: das früher obligatorisch erstellte "Township" (Siedlung der Farbigen) am Stadtrand. In der Nähe gibt es grosse Wanderdünen, was oft zu Problemen führt, da es nicht selten mehrtägige Sandstürme gibt, die sowohl die Zufahrtstrasse, als auch die Eisenbahnlinie unter Sand begraben. Wir hatten sonniges und windstilles Wetter.

Am nächsten Tag fuhren wir über eine Schotterstrassen- Abkürzung weiter. Momentan arbeitete man gerade daran, diese Strasse zu asphaltieren und bis zum Ort Rosh Pinah war sie schon fast eine "super highway" geworden. Nach einem Mittagsstop fuhren wir auf einer ab und zu etwas schlammigen Schotterstrasse weiter durchs Gebirge hinunter bis zum Orange Fluss, wo die Landschaft schnell grün und blühend wurde. Der Fluss bildet die Grenze zu Südafrika, wo wir nach einer letzten Nacht in Noordoewer einreisten.

Wir haben die Sehenswürdigkeiten Namibia's wirklich in vollen Zügen genossen, aber irgendwie waren wir auch froh, dass wir dieses Land mit seinen vielen Problemen wieder verlassen konnten.

© Brigitte & Heinz  3226 aus der Zentralschweiz

5 Einträge im Gästebuch von Brigitte & Heinz  

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