China 579, Kunming Kommunismusdenkmal: Emotionen und Erwartungen Januar 2006
Diese Woche war wirklich anstrengend im Büro. Letzte Nacht habe ich gar davon geträumt, wie man den Datendurchsatz eines Programmes an dem ich arbeite noch verbessern könnte: Ich denke jetzt bin ich wirklich reif für einen Urlaub.
Nachdem ich mir den Reiseführer zu Gemüte geführt habe, habe ich mal meine Gedanken ein bisschen schweifen lassen:
- Mein vielleicht erster Kontakt mit China war im Alter von 10 Jahren als der kleine Flo die Geschichten von "Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer" anhörte. In einem dieser Abenteuer fahren sie nämlich nach China und treffen den chinesischen Kaiser. Ehrlich gesagt, erinnere ich mich so, als wären alle Chinesen 12-jährige Mädchen (vor allem von der Stimme her) und als würde alles in einer fluffigen, luftigen, weißen, pling-pling-Welt spielen.
- Eine andere Erinnerung ist aus der Warte eines Beobachters, Bewunderers und Abenteurers - aus der Sicht von Marco Polo. Vor ein paar Jahren las ich zwei Bücher über seine Reise nach China, wo er sowohl auf dem Land als auch, als guter Freund, am Hof des Kubilai Khan war. Ich las über seine Abenteuer, seine Treffen, seine Diskussionen, wie er die Feuerwerke bewundert, wie auch die Astronomie, die strikte Organisation des Reiches und vieler anderer Dinge.
- Um ehrlich zu sein, seit ich in der Zeitung darüber gelesen habe, mag ich die Chinesen nicht, weil sie auf unfaire Weise das Wissen der Firmen absaugen, wenn diese den chinesischen Markt betreten wollen. Ich meine damit, die Joint-Ventures, die ausländische Firmen mit chinesischen "Partnern" aufbauen müssen - mit dem Ziel das Wissen an die Chinesen zu transferieren. Was dazu führt, das die Chinesen das Produkt erst kopieren um dann zu richten Konkurrenten zur ausländischen Firma aufzusteigen.
- Und wie ich dem Reiseführer entnehme, scheint es das selbe Geld-aus-der-Tasche-ziehen zu sein, wenn man das Land als Tourist bereisen möchte. Turbo-Kapitalismus zum Besten.
- Die letzten zwei Punkt lassen mich grübeln was von der chinesischen Kultur wohl noch übrig ist. Hm, und was ist die chinesische Kultur überhaupt? Ich meine außer dem Gesicht verlieren - was sicher nicht mein liebster Teil ist.
Um ehrlich zu sein, habe ich mir schon überlegt, was mich da eigentlich geritten hat, so blöd zu sein, und einfach einen Flug nach China zu buchen. Vielleicht wird es mir dort nicht gefallen? Vielleicht ist es einfach zu viel? Ich hätte einfach nochmal nach Lateinamerika fahren können - die netten Leute, die schönen Strände und das gute Wetter genießen können. Aber nun fliege ich nach China, wo das Wetter jetzt im Winter noch kälter ist als in Deutschland und wo mich eventuell ein Albtraum erwarten wird?
© Florian Rickert 10 aus München In das Gästebuch von Florian Rickert schreiben |