Botswana 222, Gomoti: Ein Kaphase schaut uns neugierig an
Es ist 4:45 Uhr.
Abruptes Aufstehen mag ich nicht. Ich stelle den Wecker lieber immer etwas früher. So kann ich vor dem Aufstehen noch etwas entspannen und mich auf den kommenden Tag einstellen. Anne ruft. Wir geben ein Signal, dass wir wach sind. Dann meldet sich Evans. Wieder unser Okay.
Karl-Heinz steht auf und geht zum Waschen. Frische Luft weht vom Eingang ins Zelt. Ich kuschele mich noch einen Augenblick in meine mollige Decke und schaue hinaus in die Nacht. Im Mondlicht kann ich die Silhouette vom Wasserloch sehen. Ich denke zwei Jahre zurück. Da haben wir fast aus dem gleichen Blickwinkel von unserem Bett aus unten am Wasser Elenantilopen beobachtet. Damals dämmerte es gerade und wir mussten bald abreisen. Noch zwei volle Safaritage liegen hier vor uns. Was werden sie uns bescheren? Schnell mache auch ich mich startklar. Eine Tasse Kaffee und ein Plätzchen. Mehr kann ich zu dieser frühen Stunde nicht herunter bekommen.
Schon vor der verabredeten Zeit sitzen wir Fünf ganz aufgeregt im Jeep. Evans, unser Guide startet den Motor und stört dabei die nächtliche Stille. Als wir am Wasserloch vorbeifahren scheuchen wir einen Schwarm Vögel auf. Erschrocken flattern sie ein Stück durch die Luft und lassen sich wieder nieder und ein Kaphase kreuzt unseren Weg.
Im Camp ist noch Schlafenszeit. Auch hinter den Kulissen des Camps ist es noch ganz ruhig. Vor zwei Jahren war um diese Zeit schon rege Betriebsamkeit. Holz wurde gehackt, das Feuer geschürt, Brot gebacken. Inzwischen ist es in der Küche komfortabler geworden und die Essenzubereitung geht schneller.
Unsere Versorgung heute morgen hat Evans übernommen. So brauchte keiner vom Personal früher aufzustehen. © Uschi Poehler 603 aus Thüringen 7 Einträge im Gästebuch von Uschi Poehler |