Westafrika 104, Nouadhibou: Abgeschleppt Februar 2003
Eine halbe Stunde später erscheint aus Richtung Nouakchott aber ein LKW. Eigentlich ungewöhnlich, da niemand seit Beginn der Ebbe jetzt schon die Strecke von der Hauptstadt bis hier gefahren sein dürfte. Als er näher kommt, erkennen wir aber zu unserer Freude den zebrafarbenen Hanomag wieder. Wir begrüßen unsere Berliner natürlich dolle. Endlich jemand, dem man unsere Leidensgeschichte seit gestern erzählen kann. Micha, Tanja und Anton hatten wenige Kilometer weiter campiert und auf uns gewartet. Von den Franzosen wussten sie, wo wir etwa sind. Micha ist sofort bereit, uns die letzte Strecke bis nach Nouakchott zu ziehen. Für uns ist in dem Moment wieder alles gut. Micha, unserer Retter und Helfer, ist es zu verdanken, dass wir am Ende in Gambia angekommen sind. Plötzlich sind wir wieder voller Energie, obwohl wir nach den ganzen Strapazen eigentlich schon sehr abgemattet waren. Wir schieben unsere Vanette schnell runter ans Wasser, Micha holt ein großes Stahlseil heraus, wir machen uns am Hanomag fest und langsam geht es vorwärts. In diesem Moment haben wir ein unbeschreibliches Hochgefühl. Durch Michas Hilfe können uns die blöden Mauretanier in der Wüste mal... Bis zum Ende der Ebbe kommen wir noch ein gutes Stück. Wir fahren einige Meter vom Wasser weg und buddeln einen Graben rund um die Autos, damit die Räder nicht vom Wasser bei der Flut umspült werden. So sind wir am Abend froh, dass wir noch ein Stück gekommen sind und morgen ist es nur eine Frage der Zeit, wann wir die Hauptstadt erreichen. Zum Glück gibt es von Micha noch einen Schluck Alkohol zur Beruhigung, außer für den kranken Jäkel, der sich gleich wieder ins Bett legt. © Tilo S. 74 aus Berlin In das Gästebuch von Tilo S. schreiben |